Sonderprogramm „Tourismus in Bayern – Fit für die Zukunft“

Die Tourismusbranche wurde von der Corona-Pandemie und den temporären Schließungen schwer getroffen. Um entstandene Belastungen abzufedern und einen kraftvollen Neustart zu ermöglichen, hatte die Bayerische Staatsregierung das Förderprogramm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Gerade nach der Öffnung der Tourismusbranche wurde es als wichtig angesehen, Investitionen anzustoßen, insbesondere in die Bereiche Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit, Besucherstromlenkung und Digitalisierung, sowie E-Ladepunkte.

Die Antragstellung ist seit 30. April 2022 nicht mehr möglich.

Hinweis für Fördernehmer: Wegen der aktuellen Knappheit von Material und Handwerkerleistungen wurden die Voraussetzungen für den Mittelabruf geändert, denn die Mittel müssen in jedem Fall noch 2022 abgerufen werden. Ein vorzeitiger Abruf der Fördermittel vor Beendigung der Maßnahmen ist unter bestimmten Voraussetzungen ab sofort möglich, bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre zuständige Regierung.

Hintergrund

Ein Leitbild der bayerischen Politik ist es, dass der Tourismus im Einklang mit Mensch und Natur steht. Denn nur wo sich die Einheimischen wohl fühlen, fühlen sich auch die Gäste wohl. Hier bedarf es eines Wandels hin zum sanften und nachhaltigen Tourismus, in dem alle Besonderheiten Bayerns: Berge, Seen, abwechslungsreicher ländlicher Raum und attraktive Städte gleichermaßen berücksichtigt werden.

Bayern ist der wichtigste Tourismusstandort in Deutschland. Die Tourismuswirtschaft ist für unser Land kulturell und volkswirtschaftlich bedeutsam, vor allem für den ländlichen Raum. Gerade dort entstehen durch den Tourismus Wertschöpfungsketten, und es werden zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen – ca. 600.000 Bürgerinnen und Bürger in Bayern erzielen ihr vollständiges Einkommen aus dem Tourismus.

Die Tourismusbranche wurde von der Corona-Pandemie und den temporären Schließungen schwer getroffen. Um entstandene Belastungen abzufedern und einen kraftvollen Neustart zu ermöglichen, hat die Bayerische Staatsregierung das Förderprogramm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ ins Leben gerufen. Gerade nach der Öffnung der Tourismusbranche, ist es wichtig, Investitionen anzustoßen, insbesondere in die Bereiche Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit, Besucherstromlenkung und Digitalisierung sowie E-Ladepunkte. Nur so kann es gelingen, den Tourismus langfristig fit für die Zukunft zu machen, die Akzeptanz bei den Einheimischen ungebrochen hoch zu halten und Nachhaltigkeit zu leben. Das Sonderprogramm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ ermöglicht genau die Umsetzung dieser Ziele, sodass Bayern langfristig Vorreiter und Trendsetter im Tourismus bleibt.

Die Staatsregierung hatte für das Sonderprogramm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ Haushaltsmittel von 30 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Dadurch ermöglichte die Staatsregierung einen kraftvollen und schnellen Anschub durch eine Vielzahl an neuen Fördermöglichkeiten. Die einzelnen Programmteile greifen ineinander und unterstützen eine rasche Umsetzung. Das niederschwellige Förderangebot für Investitionen sollte es vor allem den Kleinen und Kleinsten der Branche, denen es oft an dem notwendigen Know-How fehlt und die daher Gefahr laufen, ohne eine adäquate Unterstützung den Anschluss zu verlieren, leichter machen, in Digitalisierung, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit zu investieren. Zudem wird die Attraktivität der Regionen unter anderen durch die Maßnahmen zur Besucherstromlenkung gestärkt.

Mit diesem Programm hat Bayern die Möglichkeit, die Krise als Chance zu nutzen, eine erhebliche Steigerung der Angebots - und Dienstleistungsqualität des Tourismus in Bayern – insbesondere bei den kleinen und kleinsten Anbietern – zu erzielen und sich noch stärker als nachhaltige Urlaubsdestination zu etablieren.

Was wurde gefördert?

Nachhaltigkeit ist ein wichtiger Bestandteil der bereits bestehenden und zukünftigen Tourismusförderungen. Umweltschutz und Ideen zu neuen Konzepten, die Arbeitsplätze und Lebensqualität erhalten, sollen fokussiert werden. Gefördert werden deshalb Maßnahmen, die einem nachhaltigen, smarten, barrierefreien und ökologischen Tourismusstandort Bayern dienen. Im Einzelnen sind dies:

  • Investitionen in die Zukunftsfähigkeit kleiner oder kleinster Beherbergungsbetriebe einschließlich einer Beratung der Betriebe über bestehende Schwächen
  • Erhebung von touristisch relevanten Echtzeitdaten und Besucherstromlenkung
  • Verbesserung der digitalen Barrierefreiheit des Marketingangebotes der Tourismusverbände und Tourismusregionen
  • E-Ladepunkte nicht nur für PKW, sondern auch für E-Bikes
  • Bereitstellung von Beratungsleistungen für Klein- und Kleinstvermieter zu Fragen der Digitalisierung und Nachhaltigkeit über die regionalen Tourismusverbände

In der Investitionsförderung für Klein- und Kleinstbeherbergungsbetriebe werden Investitionen kleiner oder kleinster Beherbergungsbetriebe in ihre Zukunftsfähigkeit von mindestens 4.000 Euro bis zur Höhe zuwendungsfähigen Ausgaben von 30.000 Euro gefördert. Die Förderung adressiert in der ersten Antragsphase ausschließlich und daran anschließend vornehmlich nichtgewerbliche Betriebe mit maximal 25 vermieteten Betten. Die Maßnahmen müssen über Schönheitsreparaturen, die der Gast als selbstverständlich voraussetzt, hinausgehen. Zu den förderfähigen Investitionen zählen insbesondere auch Maßnahmen zur Aufwertung des Innen- und Außenbereichs einschließlich Werbeanlagen, Maßnahmen zur technischen Modernisierung des Betriebs einschließlich Software und die Erstellung von Webseiten, Maßnahmen für die Barrierefreiheit, die Anschaffung von Investitionsgütern und Ersatzbeschaffungen, soweit diese der Modernisierung des Betriebs dienen. Die Förderung ist subsidiär zu anderen Förderungen des Bundes sowie des Freistaates. Die Förderung beträgt bis zu 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben von maximal  30.000 Euro (weitere Informationen finden Sie auch hier).

Gegenstand der Förderung im Bereich Erhebung von touristisch relevanten Echtzeitdaten und Besucherstromlenkung sind Maßnahmen zur Erfassung, Verarbeitung und Bereitstellung von touristisch relevanten Echtzeitauslastungsdaten des ruhenden Verkehrs sowie bei touristischen Attraktionen mit dem Ziel, diese den Nutzern öffentlich zur Verfügung zu stellen und damit eine Besucherstromlenkung zu ermöglichen. Investitionen von mindestens 1.000 Euro werden bis zur Höhe der zuwendungsfähigen Ausgaben von 10.000 Euro – in Ausnahmefällen 30.000 Euro mit 75 Prozent gefördert (weitere Informationen finden Sie auch hier).

Im Rahmen der Verbesserung der digitalen Barrierefreiheit wird gezielt sowohl die Ermittlung der notwendigen Anpassungen (Status – Quo Analyse), die Beratung zur bestmöglichen Realisierung (begleitende Beratung) als auch die Umsetzung (Implementierung und ggf. Zertifizierung) gefördert, um ein möglichst großes Angebot an barrierefreien Digital-Angeboten der regionalen Tourismusverbände und der Tourismusregionen in Bayern zu schaffen (Webseiten, Marketing, Apps, Video, etc.). Mit einem Zuschuss von 75 Prozent förderfähig sind dabei die Beratungs- und Umsetzungskosten, die der Herstellung der Barrierefreiheit dienen.

Und wir stärken nochmals die Elektromobilität durch die Förderung von E-Ladepunkten. Einerseits können nun auch Hotels, Restaurants und Gasthöfe für ihre Kunden nicht öffentliche Ladepunkte gefördert bekommen. Und andererseits gibt es erstmalig in Bayern auch eine Förderung von Ladepunkten für E-Bikes und Pedelecs an allen touristisch relevanten Standorten. Denn mit dem E-Bike werden völlig neue Ausflugserfahrungen geschaffen und am Ende des Tages muss der Akku bis zurück nach Hause reichen. Es erfolgt eine pauschale Festbetragsförderung mit 1.500 Euro (PKWbzw. 300 Euro (E-Bikes) je Ladesäule, maximal jedoch 90 Prozent der förderfähigen Ausgaben.

Wer wurde gefördert?

Anspruchsberechtigte sind für Investitionen

  • in Klein- und Kleinstbeherbergungsbetriebe nicht gewerbliche Beherbergungsbetriebe mit maximal 25 Gästebetten ungeachtet der Rechtsform. Die Nichtgewerblichkeit bestimmt sich danach, ob im Steuerbescheid die Einnahmen als Vermietung und Verpachtung oder Landwirtschaft behandelt werden.
  • in die Besucherstromlenkung alle Anbieter von touristischen Angeboten, Attraktionen sowie Parkmöglichkeiten ungeachtet ihrer Rechtsform
  • in die digitale Barrierefreiheit die vier Tourismusverbände und die Trägerorganisationen der 36 Tourismusregionen 
  • in E-Ladepunkte natürliche und juristische Personen die im Bereich des Tourismus tätig sind
  • in die Bereitstellung von Beratungsleistungen die regionalen Tourismusverbände

Ansprechpartner

Die Antragstellung für die digitale Barrierefreiheit lief im regulären Verfahren über die Regierungen. Nähere Auskünfte können auch die regionalen Tourismusverbände geben.

Hotline

Zu Fragen zur Förderung von Investitionen in Klein- und Kleinstunternehmen sowie die Besucherstromlenkung wenden Sie sich per E-Mail an die Hotline.

Bei Fragen zur Förderung von E-Ladepunkten wenden Sie sich bitte per E-Mail an die Hotline.