Fachkräftestrategie

Wachsender Fachkräftebedarf ist eine der größten Herausforderungen vor denen Unternehmen aller Industrienationen stehen. Auch Bayern ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Globalisierung davon betroffen. Um Fachkräfte im internationalen Wettbewerb für den Freistaat zu gewinnen, bietet das Bayerische Wirtschaftsministerium umfassende Anreize.

Standortvorteil Bayern

Bayerische Unternehmen profitieren im Wettbewerb um die besten Köpfe von vielfältigen Standortvorteilen:

  • Bayern ist für seine Lebensqualität weltweit bekannt und beliebt: Warum also nicht dort arbeiten, wo andere Urlaub machen?
  • Bayern ist das Chancenland Nummer 1: Ein langfristig überdurchschnittliches Wachstum gepaart mit hochmoderner Technologie spricht für hochwertige, gut bezahlte Arbeitsplätze und hervorragende Zukunftsperspektiven.
  • Bayerns traditionell sehr starker Mittelstand bietet interessante Arbeitsplätze und Karrierechancen im ganzen Freistaat.
  • In Bayern sind Familien „gut aufgehoben“: Die bayerischen Schulen gehören zu den Spitzenreitern beim PISA-Test. Eine flächendeckend hervorragende Versorgung mit Hochschulen sorgt dafür, dass jeder aus seinen Talenten das Beste machen kann. Darüber hinaus profitieren gerade auch die Familien davon, dass Bayern zu den sichersten Ländern in Deutschland gehört.

Diese attraktiven Lebens- und Arbeitsbedingungen zeigen sich auch in der Bevölkerungsentwicklung. Seit Anfang der 90er-Jahre haben sich rund 1,3 Millionen Menschen für einen Umzug nach Bayern entschieden. Das Bayerische Wirtschaftsministerium möchte dazu beitragen, diesen positiven Trend weiter fortzuschreiben. Im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte soll der „Vorsprung Bayern“ gezielt genutzt werden, so dass die Menschen in Bayern ihre Leistungspotenziale optimal ausschöpfen können.

Taskforce Fachkräftesicherung

Es stehen mit den Taskforce-Projektkoordinatoren landesweit Ansprechpartner zur Verfügung, die Unternehmen beraten und bei der Suche nach Fachkräften begleiten. In den Regionen vor Ort wird die Vernetzung aller relevanten Akteure zur Fachkräftesicherung vorangetrieben.

Das Projekt wird finanziert durch die vbw und das Bayerische Wirtschaftsministerium. Es ist Teil der Initiative Fachkräftesicherung+, die die vbw gemeinsam mit der bayerischen Staatsregierung aufgesetzt hat. Die Projektumsetzung verantwortet das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft.

Bayerisches Wirtschaftsministerium
Taskforce Fachkräftesicherung

Die Service-Hotline für Fragen rund um die Taskforce Fachkräfte­sicherung

Sie erreichen die Hotline
Mo. – Do. 8:00 bis 18:00 Uhr
Fr. 8:00 bis 17:00 Uhr

Die Projektkoordinatoren der Taskforce unterstützen Unternehmen in den folgenden Bereichen bei der Deckung des Personalbedarfs:

  • Bedarfsanalyse: Ermittlung des konkreten Personal-, Qualifizierungs- und Unterstützungsbedarf der Unternehmen
  • Beratung: Rekrutierung von bislang ungenutzten Potenzialen, Ausweitung von Arbeitszeiten, Aufsetzen von Weiterbildungs- und Qualifizierungsstrategien, Anwerbung ausländischer Fachkräfte
  • Matching: Begleitung von Kandidaten und Unternehmen vor, während und nach der Vermittlung
  • Weiterbildung und Workshops: Ableiten individueller Handlungsstrategien für Unternehmen, Qualifizierungssequenzen für ältere Mitarbeiter, abschlussorientierte Weiterbildung für an- und ungelernte Beschäftigte

Die Kontaktdaten der Ansprechpartner finden Sie auf der Website der vbw.

6-Säulen Strategie

Das Bayerische Wirtschaftsministerium verfolgt eine 6-Säulen Strategie um die bayerische Wirtschaft im globalen Wettbewerb um die „klügsten Köpfe“ zu unterstützen. Gerade internationale Fachkräfte können einen spezifischen Mehrwert für die Unternehmen in Bayern leisten und mit ihrem Fachwissen unser Land als Hochtechnologiestandort weiter voranbringen.

  1. Unser primäres Ziel ist es, noch vorhandene Arbeitslosigkeit abzubauen. Dies ist ein Gebot der Sozialstaatlichkeit und trägt dazu bei, Sozialkosten zu vermeiden sowie die Lohnzusatzkosten zurück­zuführen. Allerdings muss man realistisch sehen, dass insbesondere im Bereich höherqualifizierter Fachkräfte die Wirkung dieses Ansatzes für die Unternehmen sehr begrenzt ist.

  2. Ein wichtiger Schwerpunkt des Wirtschaftsministeriums ist das Engagement im Bereich der beruflichen Aus- und Weiter­bildung. Wir wollen sicherstellen, dass jeder Arbeitnehmer auf mög­lichst hohem Niveau seine persönlichen Chancen verwirklichen kann und gleichzeitig die Betriebe flächendeckend in ganz Bayern auf hervorragend und modern ausgebildete Fachkräfte zurückgreifen können. Das Wirtschaftsministerium stellt im Zeitraum 2014 bis 2018 insgesamt Mittel in Höhe von rund 162 Millionen Euro für die Förderung der überbetrieblichen beruflichen Bildung (Bildungsstätten-Investitionen sowie Aus- und Fortbildungsmaßnahmen) im Bereich der bayerischen IHKs, der bayerischen Handwerksorganisationen sowie gemeinnütziger Bildungsträger bereit. Dabei spielt natürlich auch die Digitalisierung eine wichtige Rolle. Aus- und Weiterbildung bringt Wohl­stand und Zukunftsfähigkeit für jeden einzelnen Arbeitnehmer, für die Unternehmen und für den Wirtschaftsstandort insgesamt.

  3. Parallel hierzu wollen wir über eine möglichst hohe und hochwertige Erwerbsbeteiligung aller (potenziellen) Erwerbs­personen das in Bayern vorhandene Leistungsvermögen optimal ausschöpfen. Hier bieten sich vielfältige Ansatzpunkte: Die berufliche Integration von Erziehenden, Migranten, älteren Arbeit­nehmern und Menschen mit Behinderungen gehört ebenso dazu, wie die Gestaltung der Wochen-, der Jahres- und der Lebensarbeitszeit. Hier sind die Tarifpartner und die Unternehmen selbst gefordert, durch personalplanerische Innovation zeitgemäße und attraktive Perspektiven zu entwickeln. Dabei stehen die Wirtschaftsorganisationen mit vielfältigen Beratungs- und Weiterbildungsangeboten an der Seite der Entscheidungsträger insbesondere von mittelständischen Unternehmen.

  4. Die Zuwanderung von qualifizierten und insbesondere hochqualifizierten ausländischen Fachkräften ist vor allem dann eine Option, wenn Lücken kurzfristig geschlossen werden müssen und gleichzeitig keine entsprechend qualifizierten heimischen Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Bildungsmaßnahmen zur Anpassung des heimischen Potenzials sind stets mit Zeitbedarf verbunden. Allerdings muss gerade in den Bereichen Forschung und Entwicklung, in technologieorientierter Produktion und bei anspruchsvollen Service-Leistungen Personalbedarf auch sehr kurzfristig geregelt werden können, um der Entstehung von Wettbewerbsnachteilen vorzugreifen. Auf diese Weise hilft der gezielte Einsatz ausländischer Fachkräfte dabei, die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Unternehmen und damit den Bestand von heimischen Arbeitsplätzen abzusichern. Aufgrund seines großen Bekanntheitsgrades, seiner besonderen Kultur und großen Attraktivität hat der „Beschäftigungsstandort Bayern“ auf den nationalen und internationalen Arbeitsmärkten einen Wettbewerbsvorteil, der konsequent genutzt werden muss wenn es darum geht, die Besten für die bayerischen Unternehmen zu gewinnen.

  5. Nicht nur die Arbeitnehmer werden weniger, sondern auch die Unternehmer; an dieser Stelle werden wir ebenfalls verstärkt gegensteuern. Wir wollen die vielfältige und gesunde mittelständische Struktur der bayerischen Wirtschaft in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum halten, auch in Zeiten des demographischen Wandels. Deshalb gewinnen die Themen „Unternehmensnachfolge“ und „Existenzgründung" in Zukunft immer stärker an Gewicht. Über das Portal Unternehmensnachfolge in Bayern des Wirtschaftsministeriums sind ausführliche Informationen und Tipps zur Unternehmensnachfolge verfügbar, von An­­sprech­­part­­nern, die Ihnen weiterhelfen bis hin zu Förderprogrammen. Auch für Existenzgründer steht eine breite Palette an Unterstützungsangeboten bereit. Hierzu gehören über 50 Gründeragenturen als zentrale Anlaufstellen für Existenzgründer. Weitere Einzelheiten enthält das Portal Gründerland.Bayern.

  6. Die bayerische Wirtschaft ist im Bereich moderner Technologien hervorragend aufgestellt. Von der 1,5 Milliarden Euro schweren Initiative „BayernFIT – Forschung, Innovation, Technologie“ profitieren gerade auch die mittelständischen Unternehmen. Diese Standortstärken können die bayerischen Unternehmen nutzen, um über gezielte Prozessinnovationen ihre Arbeitsproduktivität zu verbessern. Auf diesem Wege bietet sich die Chance, mit einem gegebenen Personal­stamm „mehr“ zu leisten. Auch dies kann für manche Unternehmen ein Ansatz sein, um auf eine veränderte Personal­situation zu reagieren. Gleichzeitig können produktivere, höherwertige Arbeitsplätze auch besser bezahlt werden; dies stärkt wiederum die Wettbewerbs­position unserer bayerischen Unternehmen im weltweiten Wettbewerb um die Besten.