Bevölkerung

Statistiken und demografische Übersichten zur Bevölkerungsfortschreibung, natürlichen Bevölkerungsentwicklung, Wanderung, Altersstruktur und Bevölkerungsvorausberechnung

Bevölkerungsfortschreibung

Datenstand: Juni 2021

Die bayerische Bevölkerung nahm zwischen 2011 (Zensus) und 2020 (Stand 31.12.) um 6,0 Prozent zu. Dabei wuchs die Bevölkerung im Verdichtungsraum um 8,1 Prozent, im ländlichen Raum um 4,4 Prozent und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) um 1,9 Prozent.

Die Bevölkerungszunahme im Vergleich zum Vorjahr fiel deutlich geringer aus als in den vergangenen Jahren: die Bevölkerung Bayerns nahm im Jahr 2020 nur um insgesamt 0,1 Prozent zu. Im Verdichtungsraum betrug die Zunahme dabei knapp über 0 Prozent, im ländlichen Raum 0,2 Prozent und im RmbH 0,1 Prozent.

Die Regionen im Nordosten Bayerns wiesen Bevölkerungsrückgänge oder nur geringe Bevölkerungszuwächse auf. So hatten die Regionen Oberfranken-Ost (5) (- 0,5 Prozent), Oberfranken-West (4) und Nürnberg (7) (jeweils - 0,1 Prozent) sowie Main-Rhön (3) und Würzburg (2) (jeweils knapp unter 0 Prozent) eine Bevölkerungsabnahme zu verzeichnen, während die Region Oberpfalz-Nord (6) einen sehr geringen Anstieg von nur knapp über 0 Prozent aufwies.

Unter den Regionen mit wachsender Bevölkerung war der prozentuale Anstieg am stärksten in den Regionen Donau-Iller (15) und Landshut (13) mit jeweils + 0,4 Prozent sowie Augsburg (9) und Westmittelfranken (8) mit jeweils + 0,3 Prozent.

Die Region München (14) hatte am 31.12.2020 einen Anteil von 22,3 Prozent an der bayerischen Bevölkerung.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung

Datenstand: Juni 2021

Die weiterhin ansteigende Geburtenzahl im Jahr 2020 (128.764; +0,4 Prozent gegenüber 2019; Höchststand seit 1997) konnte die aufgrund der Corona-Pandemie sehr hohe Zahl an Sterbefällen (143.367; +6,7 Prozent) nicht kompensieren. Der Saldo aus Geburten und Sterbefällen (natürlicher Saldo) lag 2020 mit ‑14.603 Personen deutlich unter dem Wert von 2019 (-6.086).

Je 1.000 Einwohner lag der natürliche Saldo in Bayern 2020 bei -1,1 Personen. Der Geburtenüberschuss von nur +0,2 Personen im Verdichtungsraum konnte den Sterbefallüberschuss im ländlichen Raum (-2,1) bzw. im RmbH (-3,1) nicht ausgleichen.

Nach Regionen verzeichneten 2020 die größten Sterbefallüberschüsse je 1.000 Einwohner Oberfranken-Ost (5) (-6,6 Personen) und Oberpfalz-Nord (6) (-3,6 Personen). Einen Zuwachs aus der natürlichen Bevölkerungsentwicklung konnten nur die Regionen München (14) mit +1,9 und Ingolstadt (10) mit +0,8 Personen je 1.000 Einwohner verbuchen (insgesamt +5.446 bzw. +406 Personen).

Wanderung

Datenstand: Juni 2021

Im Jahr 2020 verzeichnete Bayern ein Wanderungsplus von 2,5 Personen je 1.000 Einwohner (absoluter Saldo von + 33.238 Personen; - 43,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Im Verdichtungsraum lag der Wanderungssaldo je 1.000 Einwohner bei nur noch + 0,1 und im ländlichen Raum bei + 4,5 Personen.

Der sich bereits seit einigen Jahren abzeichnende Abwärtstrend setzte sich damit für Gesamtbayern auch 2020 weiter fort, wobei sich in diesem Jahr der Saldo im Verdichtungsraum besonders stark, nämlich um mehr als 4 Personen je 1.000 Einwohner, verringerte, während er im ländlichen Raum lediglich um 0,2 Personen je 1.000 Einwohner niedriger lag als 2019 und im RmbH sogar etwas anstieg.

Bei den Regionen lag erneut Landshut (13) mit + 5,6 Personen je 1.000 Einwohner an der Spitze, gefolgt von Westmittelfranken (8) und Südostoberbayern (18) mit jeweils + 5,4 Personen je 1.000 Einwohner. München (14) musste als einzige Region Bayerns einen Wanderungsverlust (- 0,3 Personen je 1.000 Einwohner) hinnehmen.

Altersstruktur

Datenstand: Juni 2021

Am 31.12.2020 war in Bayern etwa jeder fünfte Einwohner 65 Jahre oder älter (20,7 Prozent). Im Verdichtungsraum lag der Anteil etwas niedriger, nämlich bei 19,8 Prozent, im ländlichen Raum bei 21,5 Prozent und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf betrug er 22,5 Prozent.

Die jüngste Generation der unter 18-Jährigen hatte in allen Teilräumen in etwa gleich hohe Anteile (zwischen 16,1 Prozent und 16,6 Prozent), während die Generation der 18- bis unter 40-Jährigen im Verdichtungsraum mit 29,8 Prozent deutlich am stärksten besetzt war (ländlicher Raum 25,5 Prozent, RmbH 25,1 Prozent).

Unter den Regionen wies München (14) in dieser Altersgruppe mit einem Anteil von 30,3 Prozent den Höchstwert auf.

Bevölkerungsvorausberechnung

Datenstand: Dezember 2021

Nach der Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik wird die bayerische Bevölkerung von 2020 bis 2040 um ca. 3,9 Prozent zunehmen. Im Verdichtungsraum ist ein Anstieg von 5,0 Prozent, im ländlichen Raum ein Anstieg von 3,1 Prozent und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) ein Rückgang von 0,3 Prozent zu erwarten. Dieser Rückgang wird auf einen hohen Sterbefallüberschuss zurückzuführen sein (‑ 9,4 Prozent bei den natürlichen Bevölkerungsbewegungen), während sich die Wanderungsbewegungen auch im RmbH positiv entwickeln werden (+ 9,2 Prozent).

Das Durchschnittsalter wird bis 2040 bayernweit um 1,5 Jahre auf 45,5 Jahre ansteigen. Die durchschnittlich jüngste Bevölkerung wird es nach wie vor im Verdichtungsraum geben (Anstieg um 1,1 auf 44,2 Jahre). Für den ländlichen Raum wird ein Anstieg um 1,8 auf 46,5 Jahre und im RmbH ein Anstieg um 1,8 auf 47,1 Jahre prognostiziert.

Für 12 Regionen wird bis 2040 eine Bevölkerungszunahme und für sechs Regionen ein Bevölkerungsrückgang vorausberechnet. Den stärksten Zuwachs soll mit 8,9 Prozent die Region Landshut erhalten. Es folgen die Regionen Ingolstadt (+ 8,2 Prozent), München (+ 7,7 Prozent) und Augsburg (+ 6,5 Prozent). Die stärksten Rückgänge werden für die Regionen Oberfranken-Ost (- 5,6 Prozent) und Main-Rhön (- 3,0 Prozent) erwartet. Das Durchschnittsalter wird sich 2040 der Vorausberechnung zufolge zwischen 43,5 Jahren (Region München) und 47,7 Jahren (Region Main-Rhön) bewegen.

Die prognostizierten Bevölkerungszuwächse sind fast ausschließlich auf Wanderungsbewegungen zurückzuführen, einzig für die Region München wird außerdem ein Geburtenüberschuss erwartet.