Bevölkerung

Statistiken und demografische Übersichten zur Bevölkerungsfortschreibung, natürlichen Bevölkerungsentwicklung, Wanderung, Altersstruktur und Bevölkerungsvorausberechnung

Bevölkerungsfortschreibung

Datenstand: Juni 2022

Nachdem im Jahr 2020 die Einwohnerzahl Bayerns nur geringfügig angestiegen war, fiel das Bevölkerungswachstum im zweiten Corona-Jahr 2021 wieder etwas höher aus (ca. 37.000 Personen bzw. 0,3 %), wobei das Wachstumsniveau der Jahre vor der Pandemie bislang nicht wieder erreicht wurde. Bayern wuchs erneut stärker als die deutsche Gesamtbevölkerung (0,1 %).

Bereits das zweite Jahr in Folge trugen sowohl der ländliche Raum mit 0,4 % als auch der Raum mit besonderem Handlungsbedarf mit 0,3 % mehr zum Bevölkerungswachstum bei als der Verdichtungsraum, der eine Zunahme um lediglich 0,1 % verzeichnen konnte.

Am stärksten wuchsen im Jahr 2021 die beiden schwäbischen Regionen Donau-Iller (15) und Allgäu (16), während die Regionen im Norden Bayerns Bevölkerungsrückgänge oder nur kleinere Bevölkerungszuwächse aufwiesen, ebenso wie die Regionen München (14) und Oberland (17) im Süden.

Natürliche Bevölkerungsentwicklung

Datenstand: Juni 2022

Der seit einigen Jahren zu beobachtende Trend steigender Geburtenzahlen setzte sich auch 2021 fort: in Bayern wurden ca. 134.000 Kinder geboren, etwa 4,3 % mehr als 2020. Dem gegenüber stand die erneut sehr hohe Zahl von ca. 148.000 Sterbefällen – nochmals etwa 3,2 % mehr als im ersten Corona-Jahr 2020 und etwa 10,2 % mehr als 2019, dem letzten Jahr vor der Pandemie.

Der Saldo aus Geburten und Sterbefällen (natürlicher Bevölkerungssaldo) lag 2021 mit -1,1 Person je 1.000 Einwohner auf einem ähnlichen Niveau wie 2020. Hier gab es erneut große regionale Unterschiede: während der Verdichtungsraum einen Geburtenüberschuss (Saldo +0,3 Personen je 1.000 EW) verzeichnen konnte, war im ländlichen Raum ein Sterbefallüberschuss (Saldo -2,1 Personen je 1.000 EW) zu beobachten.

Von den 18 bayerischen Regionen konnten lediglich Ingolstadt (10) und München (14) einen Zuwachs aus der natürlichen Bevölkerungsentwicklung verbuchen, in allen anderen Regionen überwog die Zahl der Sterbefälle.

Wanderung

Datenstand: Juli 2022

Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2020 erreichte der Wanderungsgewinn in Bayern im Jahr 2021 mit 4,0 Personen je 1.000 Einwohnern wieder annähernd das Niveau von 2019. Er resultierte fast ausschließlich aus Zuzügen aus dem Ausland, während der Wanderungssaldo mit dem restlichen Bundesgebiet kaum eine Rolle spielte.

Wie im letzten Jahr war der Wanderungsgewinn im ländlichen Raum deutlich stärker ausgeprägt als im Verdichtungsraum. Der Binnenwanderungssaldo erreichte das höchste Niveau zugunsten des ländlichen Raums seit über 20 Jahren: fast 24.000 Personen zogen im Jahr 2021 vom Verdichtungsraum in den ländlichen Raum.

Während der ländliche Raum daher seine hohen Zuwächse etwa zu gleichen Teilen der Zuwanderung aus dem Ausland und aus dem Verdichtungsraum verdankte, konnte der Verdichtungsraum den Verlust durch die Abwanderung in den ländlichen Raum immerhin durch Zuwanderung aus dem Ausland leicht überkompensieren. Eine Ausnahme bildete hier die Region München (14), die wie im Jahr 2020 als einzige Region Bayerns einen Wanderungsverlust (‑1,2 Personen je 1.000 Einwohner) zu verzeichnen hatte.

Altersstruktur

Datenstand: Juni 2022

Die deutlichsten Unterschiede zwischen ländlichem Raum und Verdichtungsraum waren 2021 in der Altersgruppe der jüngeren Erwachsenen (18- bis unter 40-Jährige) zu beobachten: während diese im Verdichtungsraum 29,6 % der Gesamtbevölkerung stellten, gehörten im ländlichen Raum nur 25,4 % der Einwohner zu dieser Altersgruppe.

Personen im Alter von 40 Jahren oder älter waren im ländlichen Raum leicht überrepräsentiert, während in allen Teilräumen etwa jede sechste Person unter 18 Jahre alt war.

Die Unterschiede zwischen den Regionen fielen in allen Altersgruppen größer aus als die Unterschiede zwischen ländlichem Raum und Verdichtungsraum. So variierte der Anteil der älteren Bevölkerung (65 Jahre oder älter) zwischen 18,7 % in der Region München und 24,6 % in der Region Oberfranken-Ost.

Bevölkerungsvorausberechnung

Datenstand: Dezember 2021

Nach der Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamts für Statistik wird die bayerische Bevölkerung von 2020 bis 2040 um ca. 3,9 % zunehmen, wobei das Durchschnittsalter bayernweit um 1,5 Jahre auf 45,5 Jahre ansteigen soll.

Im Verdichtungsraum ist ein Anstieg von 5,0 %, im ländlichen Raum ein Anstieg von 3,1 % und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) ein Rückgang von 0,3 % zu erwarten. Dieser Rückgang wird auf einen hohen Sterbefallüberschuss zurückzuführen sein, während sich die Wanderungsbewegungen auch im RmbH positiv entwickeln werden.

Für 12 Regionen wird bis 2040 eine Bevölkerungszunahme und für sechs Regionen ein Bevölkerungsrückgang vorausberechnet. Den stärksten Zuwachs soll die Region Landshut erhalten. Das Durchschnittsalter wird sich 2040 der Vorausberechnung zufolge zwischen 43,5 Jahren (Region München) und 47,7 Jahren (Region Main-Rhön) bewegen.

Die prognostizierten Bevölkerungszuwächse sind fast ausschließlich auf Wanderungsbewegungen zurückzuführen, einzig für die Region München wird außerdem ein Geburtenüberschuss erwartet.