Beschäftigung

Statistiken und demografische Übersichten zu sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, Pendlern und der Arbeitslosenquote in Bayern

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Am 30. Juni 2021 waren in Bayern rund 5,7 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort (SvB) gemeldet, um 1,2 Prozent mehr als 2020 und um 25,0 Prozent mehr als 2010. Für den Verdichtungsraum wurden rund 3,0 Millionen SvB (+1,1 Prozent; + 25,7 Prozent), für den ländlichen Raum rund 2,7 Millionen SvB (+1,3 Prozent; + 24,2 Prozent) und für den Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) rund 1,7 Millionen SvB ermittelt (+1,3 Prozent; + 20,0 Prozent). Damit hat in allen Gebietskulissen die Anzahl der SvB den vor der Coronakrise ermittelten Wert wieder überschritten.

Für die Region Landshut (13) wurde der größte Zuwachs mit 2,1 Prozent ermittelt. Weitere große Zuwächse hatten die Regionen Oberpfalz-Nord (6) und Südostoberbayern mit 1,6 Prozent und Westmittelfranken (8), Donau-Wald (12) und Oberland (17) mit 1,5 Prozent zu verzeichnen. Lediglich in der Region Ingolstadt (10) entwickelte sich die Zahl der SvB gegenüber 2020 nochmals leicht negativ (- 0,1 Prozent).

Die Beschäftigtendichte lag in Bayern am 30. Juni 2021 bei 437 SvB je 1.000 Einwohner. Im Verdichtungsraum lag dieser Wert bei 524, im ländlichen Raum bei 368 und im RmbH bei 370 SvB je 1.000 Einwohner. Bei den Regionen lag München (14) an der Spitze mit 517, gefolgt von Nürnberg (7) mit 479 und Ingolstadt (10) mit 449 SvB je 1.000 Einwohner. Die geringsten Werte wiesen das Oberland (17) mit 345, Westmittelfranken (8) mit 373 und Südostoberbayern (18) mit 384 SvB je 1.000 Einwohner auf.

Bei der Beschäftigtendichte war 2021 in 17 der 18 Regionen eine Zunahme gegenüber 2020 zu beobachten. Die stärksten Zuwächse wurden in den Regionen Oberfranken-Ost (5) mit 1,6 Prozent, Landshut (13) mit 1,5 Prozent und Oberpfalz-Nord (6) mit 1,4 Prozent verzeichnet. Einzig in der Region Ingolstadt (10) gab es eine leichte Abnahme von 0,6 Prozent.

Die Zählweise von Ausländern hat sich im Vergleich zu früheren Publikationen geändert. Staatenlose und Personen ohne Angabe zur Staatsangehörigkeit werden nun nicht mehr unter „Keine Angabe“, sondern zu den Ausländern gezählt. Die Werte der vergangenen Jahre wurden von der Bundesagentur für Arbeit entsprechend neu berechnet.

Datenstand: Januar 2022

Arbeitslosigkeit

In Bayern war die Arbeitslosenquote mit 3,5 Prozent im Jahresdurchschnitt 2021 erneut die niedrigste unter allen Bundesländern. Der Arbeitsmarkt erholt sich langsam von den Auswirkungen der Coronakrise, sodass eine leichte Abnahme um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet werden konnte.

Die monatliche Arbeitslosenquote sinkt seit Februar 2021 kontinuierlich und fiel im Oktober 2021 erstmals wieder unter drei Prozent.

Im ländlichen Raum lag die Quote im Jahresdurchschnitt bei 3,0 Prozent (‑0,2 Prozentpunkte), im Verdichtungsraum bei 4,0 Prozent (‑0,2 Prozentpunkte) und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) bei 3,3 Prozent (‑0,2 Prozentpunkte). Während die Quoten sich im ländlichen Raum und im RmbH seit Oktober 2021 in etwa wieder auf dem Niveau von 2019 und 2018 befinden, liegen sie im Verdichtungsraum nach wie vor etwas höher.

Die niedrigsten Arbeitslosenquoten im Jahresdurchschnitt 2021 wurden für die Regionen Ingolstadt (10) und Donau-Iller (15) mit jeweils 2,6 Prozent sowie Würzburg (2) mit 2,7 Prozent ermittelt. Die höchsten Arbeitslosenquoten hatten die Regionen Nürnberg (7) mit 4,4 Prozent, Oberfranken-Ost (5) mit 3,9 Prozent und München (14) mit 3,8 Prozent zu verzeichnen. Jedoch liegen auch diese Werte weit unter der durchschnittlichen Arbeitslosigkeit 2021 in den alten Bundesländern (5,4 Prozent).

In allen 18 bayerischen Regionen nahm die Arbeitslosenquote 2021 gegenüber dem Vorjahr ab, und zwar zwischen 0,1 Prozentpunkte in den Regionen Ingolstadt (10), Regensburg (11) und München (14) und 0,4 Prozentpunkte in der Region Oberfranken-Ost (5).

Datenstand Jahresdurchschnitt: Januar 2022

Pendler

Seit dem Berichtsjahr 2016 werden für alle bayerischen Regionen auf Basis einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit umfangreiche Daten zum Pendlerverhalten der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (SvB) ausgewiesen. In der Rubrik „Tabellen und Karten“ gibt es dazu u.a. für jede Region ein Pendlerdatenblatt sowie eine Karte mit Darstellung der Pendlerströme.

Die Region mit den meisten Pendlerbewegungen am 30.06.2021 war erwartungsgemäß die Region München (14) mit rd. 1.080.000 Pendlern insgesamt (+ 3,7 Prozent ggü. 2020, + 35,0 Prozent ggü. 2011), davon rd. 366.000 Einpendler in die Region, rd. 140.000 Auspendler aus der Region und rd. 572.000 Regionsbinnenpendler über Gemeindegrenzen. Der Pendlersaldo über die Regionsgrenzen betrug somit rd. + 227.000 SvB. An zweiter Stelle folgte die Region Nürnberg (7) mit insgesamt rd. 478.000 Pendlerbewegungen (+ 2,3 Prozent ggü. 2020, + 22,7 Prozent ggü. 2011, rd. 135.000 Einpendler, rd. 76.000 Auspendler, rd. 267.000 Regionsbinnenpendler über Gemeindegrenzen, Saldo rd. + 59.000), an dritter Stelle die Region Augsburg (9) mit rd. 321.000 Pendlern (+ 2,6 Prozent ggü. 2020, + 29,7 Prozent ggü. 2011, rd. 55.000 Einpendler, rd. 85.000 Auspendler, rd. 182.000 Regionsbinnenpendler über Gemeindegrenzen sowie ein negativer Saldo von rd. - 30.000 SvB).

Der höchste Auspendlerüberschuss (negativer Pendlersaldo) wurde für die Region Augsburg (9) ermittelt (s.o.), gefolgt von den Regionen Oberland (17) mit rd. - 29.000 und Westmittelfranken (8) mit rd. - 26.000 SvB. Den höchsten Einpendlerüberschuss hatte nach den Regionen München (14) und Nürnberg (7; beide s.o.) die Region Regensburg (11) mit rd. + 4.000 SvB.

Die höchste Einpendlerquote am 30.06.2021 (Definition siehe Kartenüberschrift) hatte die Region Donau-Iller (15) mit 28,3 Prozent, gefolgt von den Regionen München (14) mit 24,2 Prozent und Bayerischer Untermain (1) mit 22,0 Prozent. Die niedrigsten Einpendlerquoten verzeichneten die Regionen Südostoberbayern (18) mit 13,0 Prozent, Donau-Wald (12) mit 13,3 Prozent und Augsburg (9) mit 15,0 Prozent.

Die höchste Auspendlerquote am 30.06.2021 hatte ebenfalls die Region Donau-Iller (15) mit 32,8 Prozent, gefolgt von den Regionen Oberland (17) mit 31,0 Prozent und Bayerischer Untermain (1) mit 27,8 Prozent. Die niedrigsten Auspendlerquoten verzeichneten die Regionen München (14) mit 10,9 Prozent, Nürnberg (7) mit 12,9 Prozent und Donau-Wald (12) mit 16,2 Prozent.

Der höchste Anteil von Einpendlern aus anderen Bundesländern wurde für die Region Bayerischer Untermain (1) mit 86,8 Prozent ermittelt, gefolgt von den Regionen Donau-Iller (15) mit 61,1 Prozent und Allgäu (16) mit 45,6 Prozent. Die niedrigsten Anteile von Einpendlern aus anderen Bundesländern verzeichneten die Regionen Landshut (13) mit 9,5 Prozent, Regensburg (11) mit 12,6 Prozent und Oberpfalz-Nord mit 13,8 Prozent.

Die höchsten Anteile von Auspendlern in andere Bundesländer hatten ebenfalls die Regionen Bayerischer Untermain (1) mit 85,5 Prozent und Donau-Iller (15) mit 64,9Prozent, gefolgt von der Region Würzburg (2) mit 47,9 Prozent. Die niedrigsten Anteile von Auspendlern in andere Bundesländer verzeichneten die Regionen Landshut (13) mit 10,4 Prozent, Oberpfalz-Nord (6) mit 11,0 Prozent und Oberland (17) mit 11,1 Prozent.

Den höchsten Anteil von Einpendlern aus dem Ausland hatte die Region Donau-Wald (12) mit 24,2 Prozent, gefolgt von den Regionen Oberpfalz-Nord (6) mit 23,2 Prozent und Südostoberbayern (18) mit 14,4 Prozent. Die niedrigsten Anteile von Einpendlern aus dem Ausland verzeichneten die Regionen Würzburg (2) mit 1,2 Prozent, Main-Rhön (3), Nürnberg (7) und Donau-Iller (15) mit jeweils 1,4 Prozent.

Datenstand: Februar 2022