Wirtschaft

Statistiken zum Bruttoinlandsprodukt und verfügbaren Einkommen

Bruttoinlandsprodukt

Datenstand: Juli 2022

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) misst die gesamte Produktion von Waren und Dienstleistungen im Inland nach Abzug der Vorleistungen und stellt demzufolge einen gesamtwirtschaftlichen Produktionsindikator dar, der die in einer bestimmten Periode erbrachte wirtschaftliche Gesamtleistung zum Ausdruck bringt. Die Bewertung erfolgt zu Marktpreisen (d.h. incl. Produktions- und Importabgaben, excl. Subventionen). Aufgrund nicht verfügbarer regionaler Preisindexwerte sind alle Beträge in jeweiligen Preisen angegeben.

Die Corona-Pandemie sorgte im Jahr 2020 für den ersten Einbruch der ansonsten stetig wachsenden bayerischen Volkswirtschaft seit der Finanzkrise 2008/2009. Das bayerische BIP lag mit rund 624 Milliarden Euro um etwa 2,9 % unter dem Vorjahreswert und damit leicht oberhalb des Wertes im Jahr 2018.

Dabei war ein deutlicher Unterschied zwischen Verdichtungsraum (Rückgang um 3,9 %) und ländlichem Raum (Rückgang um 1,6 %) zu beobachten. Der Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) schnitt mit einer Abnahme um 2,4 % etwas schlechter als der ländliche Raum ab, aber besser als der bayerische Durchschnitt. Auch beim BIP je Erwerbstätigen (Arbeitsproduktivität), das in Bayern 2020 bei 81.331 Euro lag, sowie beim BIP je Einwohner (Wirtschaftskraft; 47.546 Euro) waren diese Effekte zu beobachten.

Im langjährigen Vergleich zwischen den Regionen lag die Region Ingolstadt mit 50,6 % Zuwachs gegenüber dem BIP 2010 erneut an erster Stelle, hatte gleichzeitig aber den größten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr zu verbuchen (-5,0 %). Dagegen blieb im Oberland - mit 43,4 % Zunahme zweitstärkste Region im 10-Jahres-Vergleich - das BIP annähernd stabil (Abnahme um lediglich 0,6 % gegenüber 2019).

Hinweis

Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik wurden die Kreisergebnisse für die Berichtsjahre von 2017 bis 2019 überarbeitet, das Jahr 2020 wurde erstmals berechnet.

Verfügbares Einkommen

Datenstand: Oktober 2022

Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte wird aus dem Primäreinkommen ermittelt, im Wesentlichen abzüglich der Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich der Sozialleistungen. Es handelt sich dabei um Nominalwerte und nicht um preisbereinigte Kaufkraftgrößen.

Das verfügbare Einkommen je Einwohner lag in Bayern im Jahr 2020 bei 25.930  und ist damit im Zuge der Corona-Pandemie gegenüber dem Vorjahr insgesamt geringfügig um 0,1 % gesunken.

Im Verdichtungsraum lag das verfügbare Einkommen je Einwohner nicht nur um 5,9 % über dem bayerischen Durchschnitt, sondern stieg gegenüber dem Vorjahr auch um 0,2 % an, während es im ländlichen Raum um 0,3 % sank. Im RmbH konnte ein Anstieg von 0,1 % verzeichnet werden.

Im Vergleich der Regionen lag 2020 erneut München mit 30.381  an der Spitze. Auch die Regionen Ingolstadt und Oberland lagen über dem bayerischen Durchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf, dass die Regionen im Norden Bayerns überwiegend leichte Zuwächse verzeichnen konnten, während für die südlichen Regionen Rückgänge bis zu 1,1 % (Donau-Iller) ermittelt wurden.

Es ist zu beachten, dass sich die realen Einkommensunterschiede aufgrund regionaler Preisunterschiede teilweise relativieren können.

Hinweis

Nach Angaben des bayerischen Landesamts für Statistik wurde zum aktuellen Rechenstand erstmals das Jahr 2020 berechnet. Die Jahre davor wurden am aktuellen Rand bis zum Jahr 2017 zurück überarbeitet und auf die neuen Länderergebnisse abgestimmt. Zugleich konnten neue statistische Datengrundlagen aus der Lohn- und Einkommensteuerstatistik des Jahres 2018 und der Gewerbesteuerstatistik für das Jahr 2017 verwendet werden. Aus diesen Gründen sind nur die aktuellen Datenreihen in den Tabellen und Grafiken voll kompatibel und vergleichbar. Auf die Archivierung früher veröffentlichter Daten wird verzichtet.