Kultur- und Kreativwirtschaft

Die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine starke und zukunftsrelevante Wirtschafts- und Wachstumsbranche. Im Jahr 2018 betrug der Anteil der Kultur- und Kreativwirtschaft an der gesamten bayerischen Bruttowertschöpfung 3,7 Prozent und ist damit größer als z. B. der des Maschinenbaus (3,5 Prozent), der Gastronomie (1,0 Prozent) und der Chemieindustrie (0,6 Prozent).

Kulturelle und kreative Präsenz nimmt eine zentrale Funktion sowohl in urbanen Zentren als auch im ländlichen Raum ein, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben leistet, indem sie in vielfältiger Weise zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zu einer nachhaltigen Standortentwicklung beiträgt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist sehr heterogen und umfasst elf Teilmärkte, die in vielfältiger Weise miteinander interagieren. Alle Teilmärkte werden durch den schöpferischen Akt geeint. Die Teilmärkte Werbemarkt und Software- und Games-Industrie bilden die Kreativwirtschaft, die restlichen neun Teilmärkte die Kulturwirtschaft.

Zweiter Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht Bayern

Publikationen

Betroffenheit der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie

Ein differenzierterer Blick offenbart Unterschiede in den Auswirkungen der Coronakrise auf verschiedene Teilmärkte der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft

Stand: März 2021

Kultur- und Kreativwirtschaft in Bayern

In Bayern erfolgt die Branchenbetreuung aufgrund der Heterogenität der Teilmärkte über verschiedene Ressorts. Das Bayerische Wirtschaftsministerium betreut die Teilmärkte Architekturmarkt, Designwirtschaft, Kunstmarkt und Werbemarkt und hat die teilmarktübergreifende Koordination inne.

Teilmarktübergreifend agiert das 2014 in Nürnberg gegründete Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft (BZKK), das die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranche durch Beratungs- und Netzwerkaktivitäten sowie durch teilmarktübergreifende Workshops und Veranstaltungen vor Ort und digital unterstützt. Seit 2020 ist das Bayerische Zentrum Teil der Bayern Innovativ.

Der Architekturmarkt ist einem tiefgreifenden Wandel unterworfen, da zunehmend nachhaltige Faktoren – wie Energieeffizienz, nachhaltige Bauweisen und Baumaterialien, Sanierungen statt Neubauten – in die Gebäude- und Flächenplanung miteinfließen. Architekturbüros für Hochbau, die Innenarchitektur, die Orts-, Regional- und Landesplanung, die Garten- und Landschaftsgestaltung und die Restauratorinnen und Restauratoren bilden den Architekturmarkt.

Die Designwirtschaft ist eine der wachstumsstärksten und vielfältigsten Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft. Sie umfasst die Bereiche Industrie-, Produkt- und Mode-Design, Grafik- und Kommunikationsdesign, Interior-Design und Raumgestaltung, Büros für Innenarchitektur, Werbegestaltung, Schmuckherstellung, Gold-, Silberschmiedewaren sowie die selbständigen Fotografinnen und Fotografen.

Weitere Informationen

Einer der kleinsten Teilmärkte der Kreativwirtschaft ist der Kunstmarkt – gemessen an der Zahl der Unternehmen und der Umsätze. Er setzt sich aus den bildenden Künstlerinnen und Künstlern, den Museumsshops, dem Einzelhandel mit Kunstgegenständen (Galerien, Auktionshäusern) und dem Einzelhandel mit Antiquitäten zusammen.

Die Wirtschaftszweige Werbegestaltung und Werbevermittlung (Medienagenturen, die Werbeflächen und -zeiten vermitteln) bilden den Werbemarkt, der starke Überschneidungen (Werbegestaltung) mit der Designwirtschaft aufweist.

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Kultur- und Kreativwirtschaft

Besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind die Teilmärkte der Kulturwirtschaft, u a. der Markt für Darstellende Künste, die Musikwirtschaft, der Kunstmarkt und die Filmwirtschaft. Die geringsten Umsatzeinbußen verzeichnen die Teilmärkte Software- und Games-Industrie und der Architekturmarkt.

Die Designwirtschaft ist mit einem geschätzten Umsatz 2020 von 2,8 Milliarden Euro auf das Umsatzniveau von 2010 zurückgefallen. Sie verzeichnet einen Umsatzrückgang von 22 Prozent, der vor allem auf konjunkturell bedingte Ausfälle, aber auch Einzelhandelsschließungen zurückzuführen ist.

Eine ausführliche Analyse bietet das Themendossier „Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie“des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und das Kurzpapier „Analyse zur Corona-Betroffenheit der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft“ von Bayern Innovativ.

Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie haben der Freistaat Bayern und der Bund zahlreiche finanzielle Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Weitere Informationen zu den Corona-Hilfsprogrammen finden Sie hier.