Fachkräfte & Unternehmensnachfolge
Fachkräftegewinnung und die Unternehmensnachfolge sind zwei der größten Zukunftsherausforderungen für die bayerische Wirtschaft und insbesondere für den Mittelstand.
Die wachsende Nachfrage nach Fachkräften und die Auswirkungen des demografischen Wandels auf das Fachkräfteangebot erfordern von kleinen und mittleren Unternehmen eine aktivere Personalplanung. Der Freistaat Bayern unterstützt den Mittelstand bei der Fachkräftegewinnung gemeinsam mit Akteuren der Wirtschaft durch zahlreiche regionale und branchenspezifische Initiativen.
Nur eine gelungene Unternehmensübergabe sichert den Erfolg für die Zukunft und den Erhalt von Arbeitsplätzen. Angesichts der demographischen Entwicklung wächst die Zahl der Familienunternehmen, die vor der Übergabe stehen, in den nächsten Jahren deutlich. Die rasante Dynamik und die volkswirtschaftliche Bedeutung des Generationenwechsels machen das Thema Unternehmensnachfolge zu einem zentralen Baustein der bayerischen Wirtschafts- und Mittelstandspolitik. Zahlreiche Förderprogramme und Unterstützungsmaßnahmen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums, der Kammern und anderer Einrichtungen begleiten den Nachfolgeprozess.
Demografische Entwicklung im Blick
Wie stellt sich unsere Region für die Zukunft auf? Erfahren Sie mehr über aktuelle Daten, Trends und Herausforderungen des demografischen Wandels.
Fachkräftestrategie in Bayern
Die aktuellen Berechnungen der von der Prognos AG erstellten Studie der vbw Arbeitslandschaft Bayern (Stand: Juni 2026) zeigen, dass trotz der derzeitigen Konjunktur- und Strukturkrise sowie der geopolitischen Unsicherheiten die Mehrheit der Berufshauptgruppen von Fachkräfteengpässen geprägt sein wird. Da das Arbeitskräfteangebot stärker zurückgeht als die Nachfrage, ergibt sich für Bayern im Jahr 2035 eine rechnerische Arbeitskräftelücke von rund 290.000 Personen (bzw. von 210.000 Personen wenn man vom Negativszenario ausgeht).
Aufgrund der demografischen Struktur entfallen fast 60 Prozent der Arbeitskräftelücke auf Fachkräfte, die typischerweise eine Berufsausbildung haben.
Strategie zur Fachkräfteversorgung in Bayern
In Bayern gilt die Fachkräftesicherung als Gemeinschaftsaufgabe, für die Politik, Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen, in enger Zusammenarbeit agieren.
Die Bayerische Staatsregierung setzt auf folgende Vorgehensweise:
- Das heimische Potenzial entwickeln und ausschöpfen,
- die Beschäftigungsfähigkeit und Produktivität vorhandener Fachkräfte im strukturellen und technologischen Wandel sichern und steigern,
- den globalen Arbeitsmarkt durch Öffnung für gezielte Zuwanderung und verstärkte Integration von Einwanderern stärker nutzen.
Aus- und Weiterbildung
Im Rahmen der Fachkräftesicherung hat die berufliche Bildung einen hohen Stellenwert, da ca. 80 Prozent der benötigten Fachkräfte beruflich Qualifizierte sind. Vor diesem Hintergrund müssen wir die Bedeutung der beruflichen Bildung für die Wirtschaft, aber auch den Wert der beruflichen Bildung für junge Menschen stärker in das Bewusstsein rücken.
Das Bayerische Wirtschaftsministerium stärkt gemeinsam mit Partnern aus den Wirtschaftsorganisationen die Aus- und Weiterbildung junger Menschen mit zahlreichen Maßnahmen. Dazu zählen die Förderung überbetrieblicher Bildungsstätten, die finanzielle Anerkennung von Weiterbildungen durch den Meisterbonus, die Unterstützung durch das Aufstiegs-BAföG sowie Kampagnen und Veranstaltungen zur Berufsorientierung – darunter die Woche der Aus- und Weiterbildung, die Veranstaltungsreihe „Berufliche Bildung – Zukunft für alle!“ und der Jugendwirtschaftsgipfel.
Details und weitere Informationen zu einzelnen Maßnahmen finden Sie auf der Seite Ausbildung & Beruf.
Berufsorientierung Bayern
BOBY ist Ihre zentrale Anlaufstelle für Berufsorientierung und Ausbildung in Bayern. Entdecken Sie Ihre beruflichen Möglichkeiten nach der Schule!
Berufliche Weiterbildung und Qualifizierung in Bayern
„komm weiter in B@yern“ ist Bayerns zentrales Weiterbildungsportal. Es bietet einen Überblick über die vielfältigen Qualifizierungsmöglichkeiten im Freistaat.
Unternehmensnachfolge in Bayern
In Bayern stehen zwischen 2027 und 20231 rund 52.500 Unternehmen mit einem erwirtschafteten Mindestgewinn von 50.000 Euro und rund 668.000 Mitarbeitern vor einem Generationenwechsel. Das sind ca. 16.000 Unternehmen und ca. 50.000 Beschäftigte mehr als im vorherigen Fünfjahreszeitraum 2022 bis 2026. Die zunehmende Dynamik des Generationenwechsels erklärt sich mit der wachsenden Zahl an Unternehmern aus der "Babyboomer"-Generation, die das Ruhestandsalter erreicht.
Die Dynamik und volkswirtschaftliche Bedeutung des Generationenwechsels machen die Unternehmensnachfolge zu einem wichtigen Schwerpunkt der bayerischen Mittelstandspolitik. Zahlreiche Förderprogramme und Unterstützungsmaßnahmen des Bayerischen Wirtschaftsministeriums begleiten den Generationenwechsel. Sie reichen von zinsgünstigen Krediten des Mittelstandskreditprogramms über Haftungsfreistellungen, Bürgschaften und den Angeboten für Beteiligungskapital bis hin zur Beratungsförderung in der Vorgründungsphase. Unternehmensnachfolger werden förderrechtlich dabei im Grundsatz wie Existenzgründer behandelt und erhalten besonders günstige Konditionen.
Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat zusammen mit dem Bayerischen Industrie- und Handelskammertag und der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern die Offensive "Unternehmensnachfolge.Bayern" initiiert, um das Thema stärker im Bewusstsein der Unternehmen zu verankern. Sie wird von zahlreichen Partnern aus der Wirtschaft unterstützt. Unter dem Motto "Nachfolge planen – Erfolg sichern" zielt die Offensive darauf ab, Bayerns Familienunternehmer frühzeitig für Fragen der Unternehmensnachfolge zu sensibilisieren und über breit gefächerte Unterstützungsangebote zu informieren.
Weitere Informationen zur Unternehmensnachfolge in Bayern finden Sie auf der Webseite Unternehmensnachfolge.

