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Aiwanger: "In bayerischen Flüssen und Seen schwimmt ein enormes Energiepotenzial. Deshalb ist Gewässerthermie ein wichtiger Baustein der bayerischen Wärmewende"

AMMERSEE   Mit einem nutzbaren Wärmepotenzial von rund 277 GWh könnte der Ammersee den Jahreswärmebedarf von rund 35.000 Haushalten decken. Das hat eine Studie im Zuge des Projekts „AmmerSeethermie“ ergeben. Im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums untersuchten Forscher dabei mit Hilfe von 3D-Modellierung das Energiepotenzial des Sees. 

 

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hob bei der offiziellen Bekanntgabe der Studienergebnisse in Stegen am Ammersee am Montag die besondere Bedeutung von Gewässerthermie hervor: „In bayerischen Flüssen und Seen schwimmt ein enormes Energiepotenzial. Deshalb ist Gewässerthermie als weiterer Baustein der bayerischen Wärmewende eine echte Chance, zehntausende Haushalte mit bezahlbarer und regionaler Energie zu versorgen. Gerade Bayern mit seinen vielen Flüssen und großen Seen könnte davon profitieren. Allein Flussthermie könnte rund 700 Gemeinden in Bayern mit Wärme versorgen und rund 10 Prozent des gesamten Jahreswärmebedarfs in Bayern decken. Von Seethermie könnten weitere 69 Gemeinden unmittelbar profitieren. Das ist die Stärke unserer bayerischen Energiepolitik: Wir setzen auf Pragmatismus und Technologieoffenheit statt auf Ideologie. Die Zukunft der Energiewende liegt in maßgeschneiderten Lösungen wie hier am Ammersee.“

 

Das Projekt „AmmerSeethermie“ umfasst grundsätzlich zwei Schwerpunkte: zum einen das Wärmepotenzial des Ammersees und wie viel Energie es zur Wärmeversorgung der umliegenden Kommunen beitragen könnte. Zum anderen eine detaillierte Checkliste für Kommunen, wie geplante Gewässerthermieprojekte konkret umgesetzt und kommuniziert werden könnten.

 

Im Zuge der Potenzialanalyse für den Ammersee erforschte die Ingenieurgesellschaft Prof. Kobus und Partner GmbH das tatsächliche Potenzial des Sees. Durch kommunale Wärmenetze könnte die im See enthaltene Energie einen wesentlichen Beitrag zur Wärmeversorgung der umliegenden Landkreise beitragen. Mit weiterem Fortgang des Projekts werden zudem die Potenziale am Tegernsee, Schliersee und dem Kleinen Brombachsee analysiert.

 

Der zweite Projektteil sah die Erstellung einer Checkliste zur Vorprüfung von Seethermieprojekten als regionales Kommunikationstool zur besseren lokalen Verankerung des Themas vor. Erstellt von der kommunalen Energieagentur KLIMA³ der Landkreise Starnberg, Fürstenfeldbruck und Landsberg am Lech, soll sie Kommunen und Vorhabensträgern zur Orientierung für mögliche Seethermieprojekte dienen und den Einstieg in vergleichbare Projekte erleichtern.

 

Eine Studie im Auftrag des Bayerischen Wirtschaftsministeriums kam bereits im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis, dass für rund 30 Prozent aller Gemeinden in Bayern nutzbare Energie aus angrenzenden Flüssen verfügbar wäre. Zusätzlich bieten 31 Seen günstige Voraussetzungen. Mittels Gewässerthermie könnten damit rund 220.000 bis zu 610.000 Wohngebäude geheizt werden.

 

Die Abschlussveranstaltung „Auf Zukunftskurs: Wärme aus dem Ammersee“ zum Projekt „AmmerSeethermie“ ist Teil der Bayerischen Energietage, in deren Rahmen sich interessierte Bürger über die verschiedenen Facetten der Energiewende bayernweit informieren können. 

 

Ansprechpartner: 

Korbinian Huber 

Stv. Pressesprecher 


Pressemitteilung-Nr. 342/26
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