MÜNCHEN/GUNDREMMINGEN – Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger unterstützt die Pläne, den Kraftwerksstandort Gundremmingen (Landkreis Günzburg) zu einem Zentrum für moderne Energieerzeugung und Fusionsenergie auszubauen. Die Zusammenarbeit von Proxima Fusion und RWE sei ein starkes Signal für den Hightech- und Industriestandort Bayern und unterstreiche den Anspruch des Freistaats, bei einer der weltweit wichtigsten Zukunftstechnologien eine Führungsrolle einzunehmen.
Aiwanger: „Die Transformation des Standorts Gundremmingen ist eine große Chance. Aus einem historischen Kraftwerksstandort kann ein globaler Leuchtturm der Fusionsenergie werden. Wir nutzen die vorhandene Infrastruktur, das technische Know-how und die industrielle Kompetenz vor Ort für die Energieversorgung von morgen. Das ist im Interesse Bayerns und wird von mir als Wirtschaftsminister ausdrücklich unterstützt.“
Hintergrund:
Am Standort Gundremmingen baut RWE derzeit das 2021 abgeschaltete Atomkraftwerk zurück. Der Energie-Konzern prüft dort die Errichtung eines Gas- und Turbinenkraftwerks mit 850 Megawatt (MW) Leistung. Zudem sind dort zwei Peaker-Kraftwerke mit jeweils 123 MW, die nur dann Strom erzeugen, wenn die Nachfrage besonders hoch ist, sowie ein Batteriespeicher mit 400 MW Leistung und 700 Megawatt-Stunden Kapazität geplant.
Proxima Fusion, eine Ausgründung aus dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching will das weltweit erste kommerzielle Magnetfusionskraftwerk in Gundremmingen errichten. Zuvor entsteht die Fusions-Demonstrator-Anlage "Alpha" in Garching. Aktuell plant Proxima Fusion in Gundremmingen mit Unterstützung von RWE zudem den Bau einer Fabrik für die weltweit modernsten Magnete, die in Fusionsanlagen verwendet werden.
Staatsminister Aiwanger betont, dass mit RWE ein erfahrener Industriepartner und mit Proxima Fusion eines der innovativsten europäischen Fusionsunternehmen gemeinsam den Weg von der Forschung in die industrielle Anwendung der Kernfusion beschreiten. Dadurch werde die Position Bayerns und Deutschlands im internationalen Wettbewerb mit den USA, China und Großbritannien gestärkt, die bereits Milliardenbeträge in den Aufbau einer eigenen Fusionsindustrie investieren.
Aiwanger: „Unser Ziel ist klar: Das erste kommerzielle Fusionskraftwerk soll in den 2030er Jahren ans Netz gehen. Bayern geht bei diesem strategischen Zukunftsmarkt voran. Mit Spitzenforschung, starken Unternehmen und mutigen Start-ups schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass diese Zukunftstechnologie in Bayern entwickelt und industrialisiert wird. Die Staatsregierung bekennt sich klar zur Kernfusion und unterstützt den Aufbau einer leistungsfähigen Fusionsindustrie.“
Mit Einrichtungen wie dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Garching verfüge Bayern bereits heute über eine weltweit führende wissenschaftliche Basis.
Der Freistaat habe mit seiner Unterstützungserklärung für den Magnetfusions-Hub sowie der Absichtserklärung für das Projekt „Alpha“ bereits wichtige Signale gesetzt. Für "Alpha" habe der Freistaat eine Ko-Finanzierung von 400 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Auch auf Bundesebene seien mit der Hightech-Agenda Deutschland und dem Bundesaktionsplan Kernfusion die richtigen Weichen gestellt. Allein der Bundesaktionsplan sieht Investitionen von mehr als zwei Milliarden Euro in die Fusionsforschung vor. Zudem soll die Kernfusion künftig rechtssicher und technologiegerecht im Strahlenschutzrecht statt im Atomrecht geregelt werden.
Langfristig könne die Kernfusion einen entscheidenden Beitrag zu einer sicheren, bezahlbaren und klimafreundlichen Energieversorgung leisten und gleichzeitig hochqualifizierte Arbeitsplätze im Mittelstand sichern.
Abschließend betont Aiwanger: „Der internationale Wettbewerb um die Fusionsenergie nimmt rasant Fahrt auf. Wer heute investiert, sichert sich die technologische Führung von morgen. Bayern setzt deshalb konsequent auf diese Schlüsseltechnologie – für mehr wirtschaftliche Souveränität, neue Wertschöpfung und zukunftsfähige Arbeitsplätze in unserem Land.“
Ansprechpartner:
Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
Pressemitteilung-Nr. 337/26


