#WirmachenMut

Bayerns Wirtschaft steht aufgrund der Corona-Pandemie vor ihrer größten Herausforderung der letzten Jahrzehnte. Trotz dieser ernsten Lage beweisen viele Unternehmer ihre Stärke und Innovationskraft. Das macht in der aktuellen Situation Mut. Aus diesem Grund haben wir nachgefragt:

  • Wie erleben Mittelständler und Handwerker, Dienstleister und Händler die aktuelle Zeit?
  • Woraus schöpfen sie Mut?
  • Mit welchen innovativen Lösungen meistern sie die Situation?

Denn das ist unser Ziel: #WirmachenMut – mit guten Botschaften aus der bayerischen Wirtschaft. Auf dieser Seite und auf unseren Kanälen auf Facebook und Twitter ergänzen wir regelmäßig die persönlichen Erfahrungen und Eindrücke:

Modehaus Mehler

Ann-Sophie Mehler
Ann-Sophie-Mehler, Modehaus Mehler

Ann-Sophie-Mehler, Modehaus Mehler:

„Das Modehaus Mehler in Oberviechtach ist ein rein stationäres Modehaus in einem Ort mit 3.000 Einwohnern. Mit der Krise haben wir für uns die sozialen Medien als neue Verkaufskanäle etabliert. Auf Instagram bieten wir unseren Kunden nun tägliche Outfitinspirationen an. Bestellungen können per Direktnachricht, Whatsapp, Mail oder Telefon erfolgen.

Aufgrund des positiven Feedbacks werden wir diese Kanäle weiterhin nutzen. Wir sind stolz darauf, dass unsere Kunden die digitale Beratung so gut annehmen. Dadurch hat das Bekleidungsgeschäft mittlerweile eine feste Fangemeinde, die täglich auf neue Beiträge wartet.“

Messebau Wörnlein

Iris Wörnlein, Messebau Wörnlein
Iris Wörnlein, Messebau Wörnlein

Iris Wörnlein, Messebau Wörnlein:
Die Zwangspause nutze ich als Chance, um lange aufgeschobene Projekte in Angriff zu nehmen und alles infrage zu stellen - auch, um daraus neue Ideen zu verwirklichen und vielleicht neue Geschäftsfelder zu entdecken. Dazu zählt auch der Bau von Hygieneschutz-Vorrichtungen. Das alles kostet zwar viel Zeit und Energie, es hilft mir aber, trotz aller abgesagten Messen und Veranstaltungen wenigstens ein Fünftel meiner Mitarbeiter weiter in Vollzeit zu beschäftigen.

Mut schöpfe ich einerseits natürlich aus der Geschichte: Unsere Firma gibt es seit 113 Jahren und hat schon zwei Weltkriege überlebt. Zum anderen bin ich einfach ein positiv denkender Mensch, auch wenn es in der Corona-Zeit durchaus Tage gab, in denen ich nicht mehr weiterwusste. Unser Familienbetrieb hat sich in Krisenzeiten immer wieder wandeln müssen. Und so werden sich auch jetzt hoffentlich neue Felder auftun, um die Coronakrise zu bewältigen.

Ich bin positiv überrascht, wie viele Menschen sich in dieser Krise um einen kümmern und unentgeltlich Hilfe anbieten. Und das sind nicht nur Bekannte aus dem privaten Bereich, sondern auch Geschäftspartner oder Lieferanten. Am meisten bin ich auf meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stolz. Alle haben die Entscheidung zur Kurzarbeit verstanden und mitgetragen. Und sie sind jetzt bereit, Tätigkeiten zu übernehmen, die nicht ihrem normalen Arbeitsalltag entsprechen. Das machen sie, um die Firma zu unterstützen. Sie sind sich für nichts zu schade und bringen immer wieder Ideen für neue Geschäftsfelder ein.

Startups Against Corona

Spedition Neuner

Katrin Eissler, Spedition Neuner

Katrin Eissler, Spedition Neuner:
„Die Logistikbranche erfährt in den letzten Wochen – bedingt durch die Corona-Krise – eine noch nie da gewesene Aufmerksamkeit. Doch selbst bei uns kommt es derzeit zu geringerer Auslastung. Grund hierfür: fehlende Importe, weniger Export. Auch Zustellungen sind aufgrund Produktionsstopp oder Geschäftsschließungen nur bedingt möglich.

Doch obwohl nicht rollende LKWs einen deutlichen Umsatzverlust bedeuten, ist es mir als Unternehmerin sehr wichtig, meine knapp 40-köpfige Mannschaft motiviert zu halten und den Mitarbeitern Ängste zu nehmen. Daher sende ich an alle regelmäßige Videobotschaften, informiere über den aktuellen Stand in unserer Firma und drücke meinen Dank und die Wertschätzung für jede einzelne Tätigkeit aus.

Die momentane Zeit ist zweifelsohne sehr herausfordernd, gibt uns aber auch die Möglichkeit, neue Ideen zu entwickeln und Geschäftsfelder zu erschließen. Wir haben uns vorgenommen, regelmäßige virtuelle Gruppenmeetings mit unserem Fahrerteam zu machen. Wie sich sicherlich jeder vorstellen kann, sind unsere ‚Könige der Straßen‘ viel unterwegs, wodurch ein persönliches Treffen oftmals nur auf Firmenevents begrenzt ist. Dies möchten wir verbessern und einen regelmäßigeren Face-to-Face Austausch einführen, um voneinander zu hören, zu lernen und auch den Arbeitsprozess gemeinsam zu optimieren. Ebenso sind wir bereits in finalen Verhandlungen, um zukünftig unsere Flotte auch in der Lebensmittellogistik zu platzieren.

Der Zusammenhalt mit meinen Mitarbeitern, Kunden, Auftraggebern sowie im Verband deutscher Unternehmerinnen, den ich gerade in unserem Speditions- und Logistikunternehmen erfahre, ist überwältigend und zeigt mir: Wenn alle mitziehen, dann wirkt selbst diese Corona-Krise nicht wie eine Katastrophe.“

Builders vs. Virus

 

 

Gumprecht online

Christian Plotzki, Gumprecht e. K.
Christian Plotzki, Gumprecht e. K.

Christian Plotzki, Gumprecht e. K.:
„An unser Ladengeschäft ist ein kleiner Onlineshop angegliedert. Diesen bewerben wir intensiv über In­sta­gram und auch an unseren Schau­fenstern. Darüber hinaus, haben wir selbst­verständlich die Soforthilfe Corona beantragt und unsere Vollzeit­mitarbeiterin auf Kurzarbeit gesetzt. Derzeit arbeite ich sehr eng mit unseren Auszubildenden zusammen.

Wir kreieren online regelmäßig Beiträge und versuchen, die Kunden nicht nur über neue Produkte oder Produktfokusse, sondern auch über per­sön­liche Mitteilungen zu erreichen. Ich glaube, dass wir uns heutzutage unseren Kunden persönlicher und nahbarer zeigen dürfen.

Meine Lebensgefährtin steht wie ein Fels in der Brandung hinter mir und ist einer unserer größten Cheerleader. Von Grund auf bin ich ein sehr optimistischer und positiver Mensch. Dies muss man auch sein, wenn man im lokalen Einzelhandel selbstständig ist, auch schon vor Corona. Ich sehe Schwierigkeiten immer als Herausforderungen an und nicht als Problem.

Mein großer Bekanntenkreis unterstützt mich sehr. Von Handwerkern bis hin zu Gutscheinkäufern war ich positiv überrascht. Eine Mitarbeiterin wollte sogar auf Ihr Gehalt verzichten. Von Freunden, mit denen ich kaum regelmäßigen Kontakt hatte, erhielt ich sogar Anrufe, dass sie mich finanziell unterstützen wollen. Das hat mich berührt und gab mir einen großen Motivationsschub.

Wir erhalten wundervolle und liebevolle Nachrichten von unseren Kunden, der Zusammenhalt in unserem Team war und ist sehr stark. Unser Motto ist Freude zu schenken, und das motiviert uns jeden Tag zum Weitermachen. Das bekommen wir von unseren Geschäftspartnern sowie Kunden durch ein Lächeln und etwas Glücklichsein vermittelt.“

Support your Munich!

Bettina Theissmann von PicturedbyBetty
Bettina Theissmann von PicturedbyBetty

Bettina Theissmann von PicturedbyBetty über ihre Aktion „Support Your Munich“:
„Als die Schulschließungen bekannt wurden, war ich im Blumenladen einer Freundin. Sie war den Tränen nahe und hat die schwierige Zeit kommen sehen. Ich dachte mir, ich muss irgendetwas tun. Es betrifft so viele wundervolle Läden in meinem Viertel und in ganz München. Am nächsten Tag kam mir dann die zündende Idee: Ich stelle meine Webseite als Gutschein-Plattform zur Verfügung. Die Lösung war schnell, unkompliziert und einfach umzusetzen. Noch am gleichen Tag habe ich begonnen, Einzelhändler und Selbstständige auf meine Seite aufzunehmen und Werbung auf Social Media zu machen. Am Tag danach wurden die ersten Gutscheine gekauft. Die Aktion hat gezeigt, wie viel doch mit einfachen Mitteln und ein bisschen Kreativität möglich ist. Wie gut wir alle in schwierigen Zeiten zusammenhalten und vor allem wie wichtig es ist, digital aufgestellt zu sein.“