MÜNCHEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat angesichts der aktuellen Diskussion über den Aufbau einer nationalen Erdgasreserve eine passgenauere Vorsorge gefordert. Eine Gasreserve müsse so ausgestaltet sein, dass sie Deutschland in Kombination mit anderen Instrumenten auch in außergewöhnlichen Krisensituationen über einen längeren Zeitraum versorgen könne.
Aiwanger: „Wir brauchen in diesen Krisenzeiten eine nationale Gasreserve, die ihren Namen verdient und unser Land gemeinsam mit einer regulären Wintervorsorge mehrere Wochen lang versorgen kann. Wir haben eine nationale Mineralölreserve von drei Monaten, die Gasreserve wird nicht so lange sein können, darf aber nicht zu knapp bemessen sein. Zehn Tage wären mir zu wenig. Energie ist Teil unserer nationalen Sicherheitsvorsorge. Wer ernsthaft für Krisen vorbauen will, darf nicht auf Kante nähen. Es muss daher gut überlegt sein, ob die vom Bundeswirtschaftsministerium vorgesehenen 24 TWh ausreichend sind. Mindestens ein Drittel der Reserve sollte in bayerischen Speichern liegen, um die entsprechenden Bedarfe im Freistaat auch leistungsmäßig abdecken zu können. Die Stilllegung von Gasspeichern wie zuletzt diskutiert dürfen wir uns nicht leisten.“
Erdgas bleibt trotz des Ausbaus der Erneuerbaren Energien auf absehbare Zeit ein unverzichtbarer Bestandteil der Energieversorgung. Es wird nicht nur für die Wärmeversorgung von Millionen Haushalten benötigt, sondern auch in der Industrie als Prozessenergie und Rohstoff sowie zur Stromerzeugung, insbesondere zur Absicherung der wetterabhängigen erneuerbaren Energien. Vor diesem Hintergrund müsse Deutschland auf mögliche Lieferunterbrechungen oder andere Krisenszenarien besser vorbereitet sein.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat Eckpunkte für eine nationale Gasreserve vorgelegt. Derzeit läuft die Anhörung der Länder und Verbände. Der Kabinettsbeschluss ist nach derzeitiger Planung für den 12. August vorgesehen.
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Leiter Pressereferat
Pressemitteilung-Nr. 329/26

