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Aiwanger: "Die Norbert Marcher GmbH als größter Fleischverarbeiter Österreichs bringt beste Voraussetzungen mit, den Schlachthof Landshut erfolgreich in die Zukunft zu führen"

LANDSHUT   Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat dem neuen Mehrheitseigner der Schlachthöfe in Landshut und Vilshofen, der Norbert Marcher GmbH aus Österreich, politische Rückendeckung zugesichert. Bei einem Gespräch im Schlachthof Landshut im Juni begrüßte der Minister den Einstieg von Marcher. Mit dabei waren auch Landrat Alfred Holzner, Oberbürgermeister Thomas Haslinger und Vertreter der Erzeugergemeinschaft (EG) Südbayern, die weiter 49 Prozent der Anteile an den Schlachtbetrieben in Landshut und Vilshofen halten wird. Das Treffen markiert den vorläufigen Schlusspunkt des Ringens um die Rettung des Landshuter Schlachthofs.

 

Aiwanger, der sich bereits vor dem Kennenlerngespräch für den Erhalt des Schlachthofs eingesetzt hatte, zeigte sich erleichtert. „Die Norbert Marcher Gruppe als größter Fleischverarbeiter Österreichs bringt beste Voraussetzungen mit, den Schlachthof Landshut erfolgreich in die Zukunft zu führen“, so der Minister. Mit insgesamt 1.800 Mitarbeitern an elf Standorten zeige die Unternehmensgruppe seit Jahren, wie wirtschaftliche Fleischverarbeitung gelingen kann. „Ich bin froh, dass sich die EG Südbayern und Marcher verständigt haben.“

 

Zur Erinnerung: Nachdem der Lebensmittelproduzent Vion im Jahr 2024 den Rückzug aus seinem Deutschlandgeschäft angekündigt hatte, übernahm die EG Südbayern den Betrieb der Schlachthöfe in Landshut und Vilshofen vollständig. Aufgrund anhaltender wirtschaftlicher Schwierigkeiten beschloss die Genossenschaft allerdings im November 2025, den Standort in Landshut aufzugeben.

 

Dabei gilt gerade der Landkreis Landshut als Hochburg der Schweinehaltung. Die Debatte um das Aus des Standorts sorgte nicht nur bei den über 100 Mitarbeitern, sondern auch unter Schweinehaltern für große Verunsicherung. Aiwanger bezeichnete die damalige Situation als „Gefahr für die regionale Wertschöpfung“. Und der Minister weiter: „Der Raum Landshut ist geprägt von der familiengeführten Landwirtschaft, Schweinehaltung hat hier eine lange Tradition. Eine Schließung des Schlachthofs hätte der regionalen Infrastruktur einen schweren Schlag versetzt.“

 

Im Mai 2026 dann die erlösende Nachricht: Die Norbert Marcher GmbH aus Österreich übernimmt 51 Prozent der Anteile an den Schlachthöfen in Landshut und Vilshofen und sichert den Weiterbetrieb zu.

 

Das Unternehmen aus Villach in Kärnten wird bereits in dritter Generation als Familienunternehmen geführt und ist auf Schlachtung, Zerlegung sowie die Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren spezialisiert. Die Marcher-Gruppe verarbeitet jährlich etwa 140.000 Rinder, eine Million Schweine und exportiert ihre Produkte in rund 40 Ländern.

 

Der Geschäftsführende Gesellschafter, Norbert Marcher, betonte beim Kennenlerngespräch mit dem bayerischen Wirtschaftsminister, wie wichtig ihm die Verwurzelung in einer Region ist. Gerade in Bayern gebe es eine breite Anerkennung für das „Kulturgut Fleisch“ und die Fleischwirtschaft. „Auch wir glauben an die Zukunft von Fleisch und erkennen hier neuerdings eine Rückbesinnung auf den Wert von Fleisch als unverzichtbaren Bestandteil einer gesunden und ausgewogenen Ernährung“, so Marcher.

 

Die beiden Schlachthöfe in Landshut und Vilshofen würden strategisch sehr gut liegen, „mitten im Herzen der bayerischen Schweineproduktion“, sagte Marcher weiter. „Durch kurze Lebendtiertransporte sehen wir uns hier in einer guten Ausgangslage, um auch in Zukunft durch eine verstärkte Wertschöpfung vor Ort in dem hart umkämpften Fleischmarkt unsere Position zu behaupten.“ Außerdem setze Marcher künftig auf mehr Automatisierung und man prüfe den Einsatz von Robotik, Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz, um die Wettbewerbsfähigkeit weiter zu steigern.

 

Wirtschaftsminister Aiwanger begrüßte den Ansatz und unterstrich die Bedeutung der Branche für die Region. „In Niederbayern haben Landwirtschaft und Fleischverarbeitung einen hohen Stellenwert und sind ein relevanter Wirtschaftsfaktor. Traktoren und Bauernhöfe prägen die Landschaft - und für viele Menschen gehört der sonntägliche Schweinebraten einfach dazu.“ Deshalb forderte Aiwanger: „Wir brauchen Rahmenbedingungen, in denen Fleisch kostendeckend vor Ort produziert werden kann und dürfen dieses Naturprodukt nicht ideologisch verteufeln.“

 

Das bayerische Wirtschaftsministerium stellte bei dem Gespräch zudem Förderprogramme vor, die Marcher zur Weiterentwicklung der Produktionstechnologie beantragen könnte - darunter etwa ein Verbundforschungsprogramm zur Entwicklung von KI-Lösungen oder Unterstützung bei der Umstellung auf einen effizienteren oder nachhaltigeren Energieeinsatz. 

 

Landrat Alfred Holzner unterstrich beim Austausch mit Marcher die Bedeutung des Schlachthofs Landshut für den Landkreis. „Auch wenn der Schlachthof auf Stadtgebiet steht, ist er eine wichtige Institution für den Landkreis. Unsere Landwirte profitieren von den kurzen Wegen und einer jahrelang gewachsenen Partnerschaft.“ Er sei sich sicher, dass Marcher diese vertrauensvolle Kooperation fortsetzen werde. „Ich freue mich über diese Entwicklung und den Weiterbetrieb.“

 

Landshuts Oberbürgermeister Thomas Haslinger sagte dem neuen Mehrheitseigentümer ebenfalls Unterstützung zu, etwa beim Dialog mit dem städtischen Fleischhygieneamt insbesondere bezüglich der Fleischhygienegebühren. „Die Stadt Landshut will den Weiterbetrieb des Schlachthofs“, so Haslinger. „Ich bin sicher, dass wir für alle anstehenden Herausforderungen im gemeinsamen Austausch zufriedenstellende und interessengerechte Lösungen finden werden.“

 

Erwin Hochecker, Vorstandsvorsitzender der EG Südbayern, lobte die „guten und zielführenden Gespräche“ mit Norbert Marcher. „Mit dem Anteilsverkauf haben wir die Nachhaltigkeit der beiden Standorte in Landshut und Vilshofen sichergestellt und die Grundlagen für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft geschaffen“, so Hochecker. „Produktionsstandorte brauchen Vermarktungseinrichtungen. Dies ist für die Produzenten eine wichtige Perspektive, um die Schweinehaltung in der Region auch in Zukunft erhalten zu können.“

 

Die Schweinefleischverarbeitung in Deutschland steht derzeit vor verschiedenen Herausforderungen: Konkurrenz durch Geflügel und fleischlose Produkte im Inland, traditionell volatile Preise, hoher Inflationsdruck und gestiegene Energiekosten. Außerdem setzt das aggressive Wettbewerbsverhalten vor allem der spanischen Konkurrenz die bayerischen Fleischproduzenten und ihre bäuerliche Struktur unter Druck.

 

Das sei aber kein Grund, „den Kopf in den Sand zu stecken“, so Aiwanger. „Niederbayern ist eine starke Wirtschaftsregion. Effiziente und sichere Produktionsanlagen sind ebenso vorhanden wie kurze Transportwege, die für mehr Tierwohl sorgen. Ich bin davon überzeugt, dass die neue Partnerschaft die Schlachthöfe in Landshut und Vilshofen erhalten und zu Stabilitätsankern der niederbayerischen Fleischverarbeitung weiterentwickeln kann.“ 

 

Ansprechpartner: 

Korbinian Huber 

Stv. Pressesprecher 


Pressemitteilung-Nr. 321/26
Über die Zukunft des Schlachthofs Landshut sprach Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (5. v. r.) mit: Werksleiter Manfred Müller (v. l.), Hagen Specht, Geschäftsführer EG Südbayern, Klaus-Peter Potthast, Bayerisches Wirtschaftsministerium, Erwin Hochecker, Vorstandsvorsitzender EG Südbayern, Norbert Marcher, Inhaber Marcher Fleischwerke, Willi Wittmann, stv. Vorstandsvorsitzender EG Südbayern, Landshuts Oberbürgermeister Thomas Haslinger, Friedhelm Dickow, Aufsichtsrat EG Südbayern und Alfred Holzner, Landrat des Landkreises Landshut. 
Foto: StMWi/ K. Huber
Über die Zukunft des Schlachthofs Landshut sprach Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (5. v. r.) mit: Werksleiter Manfred Müller (v. l.), Hagen Specht, Geschäftsführer EG Südbayern, Klaus-Peter Potthast, Bayerisches Wirtschaftsministerium, Erwin Hochecker, Vorstandsvorsitzender EG Südbayern, Norbert Marcher, Inhaber Marcher Fleischwerke, Willi Wittmann, stv. Vorstandsvorsitzender EG Südbayern, Landshuts Oberbürgermeister Thomas Haslinger, Friedhelm Dickow, Aufsichtsrat EG Südbayern und Alfred Holzner, Landrat des Landkreises Landshut. Foto: StMWi/ K. Huber
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