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Gotthardt: "Der Grenzraum lebt davon, dass man nicht nebeneinander, sondern miteinander arbeitet"

BAD GRIESBACH  Der Begleitausschuss des Programms INTERREG Bayern–Tschechien hat die Förderung von 20 neuen, grenzübergreifenden Projekten beschlossen. Insgesamt werden dafür rund 17 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bereitgestellt. Die Vorhaben stärken die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Tschechien in den Bereichen Kultur, Tourismus, Bildung und regionale Entwicklung. 
 
Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt betont: "Wenn man sich den bayerisch-tschechischen Grenzraum anschaut, dann sieht man ziemlich schnell, dass vieles einfach gut funktioniert, vor allem, dass die Menschen miteinander arbeiten und nicht an Grenzen stehen bleiben. Gerade bei den Feuerwehren ist das auch wichtig: Gemeinsam üben, sich abstimmen und im Ernstfall genau wissen, wie die anderen arbeiten, verlangt Ressourcen. Deshalb unterstützen wir das Projekt mit Fördermitteln.
Genauso gilt das auch für das Projekt im Kurwesen. Da geht es darum, eine starke, gewachsene Branche gemeinsam weiterzudenken. Digitalisierung spielt dabei längst eine wichtige Rolle, ganz konkret bei den Angeboten für die Gäste, in den Abläufen und bei der Frage, wie wir als Region auch in Zukunft gut aufgestellt bleiben. Das sind genau die Ansätze, die den Grenzraum Schritt für Schritt weiterbringen.“
 
Ein Projekt widmet sich der engeren Zusammenarbeit der Feuerwehren im bayerisch-tschechischen Grenzgebiet. Die Regierung der Oberpfalz, die Feuerwehr der Region Pilsen und der Landkreis Cham vertiefen dabei ihre Kooperation durch gemeinsame Übungen und abgestimmte Ausrüstung. Ziel ist es, bei grenzüberschreitenden Großschadensereignissen schneller reagieren zu können und Anfahrts- sowie Einsatzzeiten deutlich zu verkürzen.
 
Ein weiteres Vorhaben beschäftigt sich mit der digitalen Weiterentwicklung im Kurwesen. Das Institut für Kurwesen und Balneologie in Karlsbad, die Technische Hochschule Deggendorf sowie der Bayerische Heilbäder-Verband und der Verband der Kurorte der Tschechischen Republik entwickeln gemeinsam Strategien für die digitale Transformation der Branche. Dabei geht es auch darum, auf gemeinsame Herausforderungen wie den demographischen Wandel zu reagieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Kurorte im Grenzraum nachhaltig zu stärken.
 
Für die Förderperiode 2021–2027 werden weiterhin neue Projektideen gesucht. Förderfähig sind Vorhaben aus den Regionen Karlovarský kraj (Bezirk Karlsbad), Plzeňský kraj (Bezirk Pilsen), Jihočeský kraj (Bezirk Südböhmen), Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken. Neue Projektanträge können bis zum 18. August 2026 hier eingereicht werden. Der nächste Begleitausschuss prüft und genehmigt die Vorhaben dann im Dezember 2026.
 
Insgesamt stellt die Europäische Union in der Förderperiode 2021 bis 2027 rund 8,9 Milliarden Euro für die Europäische territoriale Zusammenarbeit (INTERREG) zur Verfügung. Für das INTERREG Programm Bayern-Tschechien sind davon 99 Millionen Euro EFRE-Fördermittel vorgesehen. Aktuell stehen noch EFRE-Mittel in Höhe von etwa 8 Mio. Euro für weitere grenzübergreifende Vorhaben zur Verfügung.

 

Ansprechpartnerin:

Franziska Wachtveitl

Stellv. Pressessprecherin


Pressemitteilung-Nr. 233/26
Ansprechpartner
Prinzregentenstraße 28, 80538 München