Kultur- und Kreativwirtschaft

Kulturelle und kreative Präsenz nimmt eine zentrale Funktion sowohl in urbanen Zentren als auch im ländlichen Raum ein, weil sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung gesamtgesellschaftlicher Aufgaben leistet, indem sie in vielfältiger Weise zur Verbesserung der Lebensbedingungen und zu einer nachhaltigen Standortentwicklung beiträgt.

Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist sehr heterogen und umfasst elf Teilmärkte, die in vielfältiger Weise miteinander interagieren. Alle Teilmärkte werden durch den schöpferischen Akt geeint. Die Teilmärkte Werbemarkt und Software- und Games-Industrie bilden die Kreativwirtschaft, die restlichen neun Teilmärkte die Kulturwirtschaft. In Bayern erfolgt die Branchenbetreuung aufgrund der Heterogenität der Teilmärkte über verschiedene Ressorts: die Bayerische Staatskanzlei, das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, das Bayerische Staatsministerium für Digitales und das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie betreut die Teilmärkte Architekturmarkt, Designwirtschaft, Kunstmarkt und Werbemarkt und hat die teilmarktübergreifende Koordination inne.

Auf Grund der zunehmenden Berücksichtigung nachhaltigkeitsorientierter Gesichtspunkte - wie Energieeffizienz, nachhaltige Bauweisen und Baumaterialien, Sanierungen statt Neubauten etc. - in der Gebäude- und Flächenplanung, ist der Architekturmarkt einem tiefgreifenden Wandel unterworfen. Architekturbüros für Hochbau, die Innenarchitektur, die Orts-, Regional- und Landesplanung, die Garten- und Landschaftsgestaltung und die Restauratorinnen und Restauratoren bilden den Architekturmarkt.

Die Designwirtschaft ist eine der wachstumsstärksten und vielfältigsten Teilbranchen der Kultur- und Kreativwirtschaft, zu der die Bereiche Industrie-, Produkt- und Mode-Design, Grafik- und Kommunikationsdesign und Interior-Design und Raumgestaltung, Werbegestaltung, Schmuckherstellung sowie die selbständigen Fotografinnen und Fotografen gehören. Weitere Informationen sind unter Design: Wirtschaftsministerium Bayern zu finden.

Einer der kleinsten Teilmärkte der Kreativwirtschaft – gemessen an der Zahl der Unternehmen und der Umsätze - ist der Kunstmarkt, der sich aus den bildenden Künstlerinnen und Künstler, den Museumsshops, dem Einzelhandel mit Kunstgegenständen (Galerien, Auktionshäusern) und dem Einzelhandel mit Antiquitäten zusammensetzt.

Die Wirtschaftszweige Werbegestaltung und Werbevermittlung (Medienagenturen, die Werbeflächen und -zeiten vermitteln) bilden den Werbemarkt, der starke Überschneidungen (Werbegestaltung) mit der Designwirtschaft aufweist.

Geförderte Einrichtungen

Teilmarktübergreifend agiert das 2014 in Nürnberg gegründete Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft (BZKK), das die Kultur- und Kreativwirtschaftsbranche durch Beratungs- und Netzwerkaktivitäten sowie durch teilmarktübergreifende Workshops und Veranstaltungen vor Ort und digital unterstützt. Seit 2020 ist das Bayerische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft Teil der Bayern Innovativ.

Im März 2020 wurde der zweite bayerische Kultur- und Kreativwirtschaftsbericht veröffentlich, der verdeutlicht, dass die bayerische Kultur- und Kreativwirtschaft eine starke und zukunftsrelevante Wirtschafts- und Wachstumsbranche ist. Der Anteil der Kultur- und Kreativwirtschaft an der gesamten bayerischen Bruttowertschöpfung beträgt 3,6 Prozent und ist damit größer als zum Beispiel der des Maschinenbaus (3,5 Prozent), der Gastronomie (1,0 Prozent) und der Chemieindustrie (0,6 Prozent).

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft

Besonders stark von der Corona-Pandemie betroffen sind die Teilmärkte der Kulturwirtschaft, u. a. der Markt für Darstellende Künste, die Musikwirtschaft, der Kunstmarkt und die Filmwirtschaft. Die geringsten Umsatzeinbußen verzeichnen die Teilmärkte Software- und Games-Industrie und der Architekturmarkt. Eine ausführliche Analyse bietet das Themendossier „Betroffenheit der Kultur- und Kreativwirtschaft von der Corona-Pandemie“ (PDF auf externem Server) des Kompetenzzentrums Kultur- und Kreativwirtschaft des Bundes und das Kurzpapier „Analyse zur Corona-Betroffenheit der bayerischen Kultur- und Kreativwirtschaft“ von Bayern Innovativ.

Zur Abmilderung der Folgen der Corona-Pandemie haben der Freistaat Bayern und der Bund zahlreiche finanzielle Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie ist unter anderem für die Soforthilfe Corona, die Corona Überbrückungshilfe Bund (Phasen I bis III) und die außerordentlichen Wirtschaftshilfen zuständig. Weitere Informationen zu den Corona-Hilfsprogrammen finden Sie hier.

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