Erneuerbare Energien

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung hat 2019 über 51 Prozent erreicht. Damit wurde in Bayern 2019 mehr als die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien erzeugt. Es geht aber nicht nur um eine Stromwende. Wir müssen die Energiewende weiter in den Sektoren Mobilität und Wärme, wo der Anteil erneuerbarer Energien noch deutlich niedriger ist, entschlossen vorantreiben.

Mit seiner hohen Anzahl an Sonnenstunden pro Jahr und den vielen Photovoltaik-Dach- und Freiflächenanlagen ist Bayern das Sonnenland Nr. 1 in Deutschland. Bei der Nutzung der Wasserkraft und bei der Geothermie ist Bayern schon seit langem Vorreiter. Auch die Bioenergie und die Windkraft können entscheidende Beiträge zur Stromversorgung leisten, die wir weiter ausbauen wollen. Sie können ihre Stärken vor allem auch in den sonnenarmen Zeiten des Winters ausspielen.

Um der Energiewende in Bayern neuen Schwung zu verleihen, haben wir mit dem Bayerischen Aktionsprogramm Energie PDF (4.44 MB) im November 2019 eine umfassende Agenda mit insgesamt 13 Handlungsfeldern und über 70 Einzelmaßnahmen auf Landes- und Bundesebene vorgelegt, die wir seither Schritt für Schritt umsetzen. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist dabei eines der zentralen Anliegen des Aktionsprogramms. Unser Motto: konkret, ambitioniert und realistisch im Dialog.

Mit dem Ausstieg aus der Kernenergie und langfristig auch der Kohleenergie müssen die verbleibenden Energieträger zunehmend Systemverantwortung übernehmen und dann zur Verfügung stehen, wenn sie gebraucht werden. Denn die sichere Versorgung mit Energie stellt in Bayern neben der Wirtschaftlichkeit und der Umweltverträglichkeit das wichtigste energiepolitische Ziel dar. Hier gilt es alle Potenziale zu nutzen, insbesondere mit Hilfe neuer Technologien, wie modernen Speichern, einer systemverträglichen Sektorenkopplung, intelligenten Steuerungen, Lastmanagement und anderen Flexibilitätsoptionen.

Das wichtigste Steuerungsinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien ist das EEG. Hier werden die bundespolitischen Rahmenbedingungen geregelt. In der zum Jahresanfang 2021 in Kraft getretenen EEG-Novelle konnten wichtige bayerische Forderungen durchgesetzt werden. Neben der lang versprochenen Befreiung der Wasserstoffproduktion von der EEG-Umlage wurden vor allem wichtige Weichenstellungen für die dezentrale Energiewende vorgenommen und zusätzliche Impulse bei den erneuerbaren Energien gesetzt. Wir werden uns aber auch weiter dafür einsetzen, dass an wichtigen Stellen nachgesteuert wird.

Der Ausbau der erneuerbaren Energien befreit uns allerdings nicht von der Aufgabe, mit Energie sparsamer und effizienter umzugehen. Jede Kilowattstunde die eingespart wird, muss nicht erzeugt, transportiert und bezahlt werden. Wir legen deshalb auch einen klaren Schwerpunkt auf Energieeinsparung und -effizienz.

Entscheidend für den Erfolg der Energiewende ist auch, dass wir die Menschen vor Ort mitnehmen, ihre Sorgen ernst nehmen und ihnen die Chance geben, sich aktiv einzubringen. Nur wenn wir den Menschen diese Teilhabe ermöglichen, werden wir die Akzeptanz in der Gesellschaft für die Energiewende erhalten können. Mit dem Energie-Atlas Bayern, unserem großen Netzwerk an Beratungsstellen und unseren zahlreichen Förderprogrammen setzen wir gezielt auf Information, Beratung und Förderung. Große Unterstützung erhalten wir dabei vor allem von der Landesagentur für Energie und Klimaschutz (LENK), den regionalen Energieagenturen, den Energieberatern, dem Technologie- und Förderzentrum, dem Ökoenergie-Institut Bayern und C.A.R.M.E.N. e.V. Mit der neuen Dachmarke Team Energiewende Bayern wollen wir die Bürgerinnen und Bürger zu mehr aktivem Engagement motivieren.

Gemeinsam bringen wir so die Energiewende und den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter voran.