Demografischer Wandel

Die demografische Entwicklung stellt eine der großen politischen Herausforderungen dar. Geringere Geburtenzahlen und steigende Lebenserwartung erhöhen das Durchschnittsalter in den nächsten 20 Jahren deutlich. Insgesamt wird in Bayern dank der Zuwanderung die Bevölkerung zwar nicht schrumpfen. In einigen Regionen, die schon heute unter Bevölkerungsverlusten leiden, wird sich der Trend aber weiter verschärfen.

Diesen Regionen bietet die Bayerische Staatsregierung gezielt Flankenschutz mit vielfältigen Maßnahmen zur Stärkung des ländlichen Raums. Ziel ist es dabei, durch attraktive Rahmenbedingungen Investitionen, Innovationen und damit Arbeitsplätze zu den Menschen in den ländlichen Räumen zu bringen und damit allen Landesteilen trotz des demografischen Wandels eine positive Entwicklung zu ermöglichen. Denn ökonomisch erfolgreiche Regionen können ihre Einwohner halten und ziehen Zuwanderer an.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt den ländlichen Raum schwerpunktmäßig im Rahmen der regionalen Wirtschaftsförderung, fördert den Ausbau touristischer Infrastruktur in allen Landesteilen und stärkt gezielt das Innovationspotenzial in ganz Bayern.

Regionale Wirtschaftsförderung

Die Mittel für die regionale Wirtschaftsförderung liegen weiterhin auf Rekordniveau. Mit Sondermitteln für die Räume mit besonderem Handlungsbedarf in Höhe von jährlich rund 50 Millionen Euro können unverändert die Höchstfördersätze insbesondere in den demografischen Vorranggebieten besser ausgeschöpft werden und die Mindestinvestitionssumme ist weiterhin von 250.000 Euro auf 200.000 Euro abgesenkt. 2016 wurden in den drei Regierungsbezirken Niederbayern, Oberpfalz und Oberfranken mit Zuwendungen in Höhe von über 96 Millionen Euro Investitionen in Höhe von 639 Millionen Euro realisiert. Das sicherte mehr als 9.200 bestehende Arbeitsplätze und schaffte 1.175 neue Stellen. Weitere Informationen hierzu finden Sie auch in der interaktiven Förderkarte.

Der Ausbau der touristischen Infrastruktur im ländlichen Raum wurde dort zuletzt mit jährlich 41 Millionen Euro gefördert.

Im Rahmen des Bayerischen Mittelstandskreditprogramms flossen zuletzt 63 Prozent des Volumens an zinsvergünstigten Krediten in den ländlichen Raum. Damit wurde rund 500 Millionen Euro an privaten Investitionen ausgelöst.

Investitionen in innovative Forschungseinrichtungen und den Wissenstransfer im ländlichen Raum

Für mehr Innovationskraft werden hohe Millionenbeträge in den Auf- und Ausbau von insgesamt zehn außeruniversitären Forschungseinrichtungen gerade in ländlichen Räumen investiert, wie etwa das Fraunhofer-Zentrum für Hochtemperatur-Leichtbau in Bayreuth, das Europäische Zentrum zum Dispergieren von (Kunststoff-) Werkstoffsystemen in Selb, das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik in Sulzbach-Rosenberg oder das Fraunhofer-Anwendungszentrum Computertomographie (CT) in Deggendorf.

Den Wissenstransfer in kleine Unternehmen fördert der Freistaat zusätzlich mit Innovationsgutscheinen: Unterstützt werden die Erstellung von Machbarkeitsstudien sowie die Entwicklung neuer Ideen bis hin zu ihrer Anwendung. Von Juni 2009 bis Ende 2016 erhielten im ländlichen Raum rund 1.700 Unternehmen eine Förderung. Dafür wurden rund 15 Millionen Euro ausgegeben.