NEUSTADT A. D. AISCH Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich beim Betreiberstammtisch Nahwärmenetze, einem Vernetzungstreffen für regionale Wärmeversorger des C.A.R.M.E.N e. V., für die verstärkte Nutzung von Holzenergie ausgesprochen: „Biomasse, allen voran Holzenergie kann und muss noch mehr fossile Öl- und Gasimporte ersetzen. Wir kaufen für Milliarden Energie aus dem Ausland und lassen gleichzeitig unser Holz in den Wäldern verfaulen. Wir müssen die ungenutzten heimischen Potenziale an nachwachsenden Energieträgern ausschöpfen, damit mehr Geld im Land bleibt und wir die Abhängigkeit reduzieren. Holz liefert schon heute 20 Prozent der Gesamtwärme und 67 Prozent der Wärme aus Erneuerbaren Energien in Bayern. Leider wird die Bedeutung von Holz als Energiequelle noch immer nicht ausreichend berücksichtigt. Jüngstes Beispiel: Die geplante Verankerung des Kaskadenprinzips im Gebäudemodernisierungsgesetz. Zum Glück hat Berlin in diesem Fall die bayerische Stimme gehört und die Kaskadenpflicht noch gestrichen.“
Bei der Kaskadenpflicht handelt es sich um eine Vorgabe, der zufolge Holz zunächst stofflich genutzt werden muss, beispielsweise in der Möbelfertigung oder im Bau. Erst dann darf Holz als Energieträger verwendet werden. Aiwanger: „Wir haben uns gegen diese Vorgabe eingesetzt, die einfach keinen Sinn ergibt. Viel Holz ist überhaupt nicht geeignet, um als Baumaterial verwendet zu werden. Die nachwachsende Holzmenge übersteigt den Bedarf deutlich. Und die Kaskadenpflicht wäre erneut ein Konjunkturprogramm für Bürokratie.“
Stattdessen sei bei Holz mehr Pragmatismus angebracht, so der Minister. „Wir betteln auf der ganzen Welt um günstige Energie und lassen den Rohstoff, der vor unserer Haustüre wächst, im Wald verrotten. Dabei wird aber das gebundene CO2 zum Großteil ungenutzt wieder freigesetzt. Es ist also sinnvoll, mit einem Ster Holz rund 120 Liter Heizöl oder 200 Kubikmeter Erdgas zu ersetzen. Waldbauern sind die Klimaschützer Nummer eins und die verlässlichsten Energieversorger, die wir haben.“
Jetzt sei der richtige Zeitpunkt, so der Minister weiter, die Wärmenetze auszubauen. „Vor allem auf dem Land spielen Wärmenetze eine immer größere Rolle. Biomasseheizwerke versorgen teilweise ganze Ortschaften. Das ist nachhaltig, effizient und günstig. Die Heizungsdebatte darf nicht zu einem ideologischen Scharmützel verkommen. Wir brauchen pragmatische Lösungen.“
Der Freistaat Bayern setzt sich mit diversen Initiativen für die Stärkung von Holzenergie ein:
- Pakt Holzenergie Bayern: 2024 gestartet, vernetzt die Initiative Waldbesitzer, Kommunen, Unternehmer und Bürger.
- Förderprogramm BioWärme Bayern: Seit Mai 2023 stärkt das Programm Biomasseheizwerke und zugehörige Wärmenetze. Bislang wurden nahezu 200 Projekte gefördert, mehr als 21 Millionen Euro an Zuwendungen bewilligt und Investitionen von rund 87 Millionen Euro ausgelöst.
- Länderinitiative Holz: Von Bayern angestoßen, haben die beteiligten Länder und Verbände Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Holzenergie erarbeitet und im März 2026 an die Bundesregierung versandt. Inzwischen sind sieben Landesministerien, zwölf Bundesverbände und 28 Landesverbände aus 13 Bundesländern beteiligt.
- Netzwerk der europäischen Holzenergieregionen: Bayern setzt sich zusammen mit Partnern auf europäischer Ebene für die Anliegen der europäischen Holzregionen ein.
Ansprechpartner:
Korbinian Huber
Stv. Pressesprecher
Pressemitteilung-Nr. 217/26



