BURGHAUSEN Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat bei seinem Besuch der OMV-Raffinerie in Burghausen vor „EU-hausgemachten Problemen für die Energieversorgung Europas“ gewarnt. Hintergrund ist die sogenannte EU-Methanverordnung, die ab 2027 Raffinerien innerhalb der EU wie beispielsweise Burghausen dazu zwingt, ihre Zulieferung an Rohöl unter dem Gesichtspunkt zu bewerten, ob bei der Ölförderung in den Herkunftsländern Methan entweicht. Dies ist praktisch nicht umsetzbar und würde in der Umsetzung zu massiven Lieferschwierigkeiten mit Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit führen. Grotesker Weise würden aber Endprodukte wie Sprit, die in die EU geliefert werden, nicht diesen Vorgaben unterworfen, wodurch gezielt die heimischen Raffinerien kaputt gemacht würden. Wirtschaftsminister Aiwanger zeigt sich maximal verärgert über diese „ständigen Schüsse in den Rücken unserer Wirtschaft durch die EU".
Hubert Aiwanger: „Es ist ein Treppenwitz, dass die internationalen Spannungen in der Straße von Hormus weniger bedrohlich für die Kerosinversorgung des Flughafens München oder die Sprit- und Heizölversorgung unserer Bevölkerung sind als vielmehr die EU-Energiepolitik mit der Methanverordnung. Die EU muss diesen Unsinn unverzüglich stoppen. Es ist für die Mitgliedsländer der EU nicht mehr länger akzeptabel, dass quasi täglich eine neue Hiobsbotschaft aus Brüssel bei uns eintrudelt was wir umsetzen sollen und die Wirtschaft dann mit Existenzängsten zu uns kommt und um Korrektur bittet. Wir haben aufgrund internationaler Krisen Probleme genug für unsere Wirtschaft, wir brauchen nicht noch ständig diese zusätzliche Selbstbeschädigung durch EU-Ideologen.“
Gleichzeitig betonte der Minister, dass Bayern aktuell gut versorgt sei: „Die OMV-Raffinerie Burghausen versorgt den Flughafen München direkt über eine Pipeline mit Kerosin, 50 Prozent des Kerosinbedarfs des Flughafens Münchens kommt von Burghausen. Das ist ein echter Standortvorteil und zeigt, warum wir unsere heimischen Raffinerien unbedingt erhalten müssen.“ Innerhalb Europas ist Deutschland mit 16 Prozent der bedeutendste Raffineriestandort. Gut 100 Millionen Tonnen Rohöl werden bundesweit jährlich verarbeitet.
In der Raffinerie in Burghausen sind es jährlich rund 3,8 Millionen Tonnen Rohöl, aus denen unter anderem Diesel, Heizöl, Kerosin sowie petrochemische Grundstoffe für die Industrie hergestellt werden. Die Rohölversorgung erfolgt über die Transalpine Ölleitung.
Ansprechpartnerin:
Dr. Aneta Ufert
Stellv. Pressesprecherin
Pressemitteilung-Nr. 228/26



