DINGOLFING Im niederbayerischen Dingolfing hat Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger an der Einweihung des neuen Biomasseheizwerks teilgenommen. Das Projekt der UP Energiewerke stellt die zentrale Wärmeversorgung für den Standort der BMW-Gruppe in Dingolfing sicher. Insgesamt wurden mehr als 45 Millionen Euro in die Anlage investiert. Aiwanger lobte das Projekt: "Ich freue mich über die Inbetriebnahme in Dingolfing, weil man hier sehr klar sieht, welches Potenzial die Holzenergie in Bayern hat. Für einen großen Industriestandort wie BMW ist es entscheidend, dass Wärme bezahlbar und zuverlässig zur Verfügung steht. Heimische, planbare Quellen - wie bei diesem Heizwerk - machen unabhängiger bei der Energieversorgung. Holzenergie ist also nicht nur Theorie, sondern längst eine sinnvolle, praxistaugliche Lösung für unsere Industrie."
Das Biomasseheizwerk verfügt über eine thermische Gesamtleistung von 15 Megawatt und wird über drei Heizkessel betrieben. Es liefert künftig Prozesswärme für den industriellen Bedarf am BMW-Standort. Pro Jahr können bis zu 100.000 Megawattstunden Wärme erzeugt werden. Rund ein Viertel der eingesetzten Biomasse besteht aus unbehandeltem Restholz direkt aus dem BMW-Werk. Der übrige Brennstoff stammt aus der regionalen Forstwirtschaft im Umkreis von rund 60 Kilometern, der anderweitig nur eingeschränkt genutzt werden kann.
Mit Blick auf die aktuellen Diskussionen rund um das Gebäudemodernisierungsgesetz betont der Minister: „Holzenergie ist eine wirtschaftliche Möglichkeit, industrielle Wärme emissionsarm bereitzustellen. Sie nutzt vorhandene Ressourcen im Land und hält Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region. Entscheidend ist aber, dass die Politik solche Lösungen nicht erschwert. Deshalb ist es richtig, dass die Bundesregierung von der ursprünglich im Gebäudemodernisierungsgesetz geplanten starren Nutzungskaskade bei Holz Abstand genommen hat. Holz gehört nicht auf einen künstlich festgelegten letzten Platz in einer Nutzungskette, sondern dorthin, wo es sinnvoll eingesetzt werden kann – gerade auch energetisch.
Ganz wichtig ist jetzt, dass wir das nicht wieder mit zusätzlicher Bürokratie überfrachten. Unsere Waldbesitzer und die Betriebe brauchen keine neuen Nachweispflichten, sondern Verlässlichkeit. Am Ende geht es darum, dass solche Projekte überhaupt gebaut werden und sich auch rechnen.“
Hintergrund zur Holzenergie in Bayern:
Holzenergie trägt rund 20 Prozent zur gesamten Wärmeerzeugung im Freistaat bei und hat mit rund 67 Prozent unter den Erneuerbaren Energieträgern den größten Anteil. Neben dem Beitrag zur Defossilisierung trägt sie auch zur Stabilisierung des Energiesystems bei, da sie wetterunabhängig verfügbar ist und damit die Integration anderer Erneuerbarer Energien erleichtert.
Außerdem kann die Holzenergie helfen, Energieimporte zu reduzieren. Vor dem Hintergrund hoher Importkosten – allein im Jahr 2025 wurden in Deutschland Erdgasimporte im Wert von rund 25 Milliarden Euro verzeichnet – gewinnt dieser Aspekt zusätzlich an Bedeutung. Und auch im Bereich der Krisenvorsorge spielt Holzenergie eine wichtige Rolle. Denn Millionen Haushalte in Bayern und Deutschland könnten im Ernstfall über Heizungsanlagen, wie Kamin- oder Pelletöfen, unabhängig von der Strom- oder Gasversorgung mit Wärme versorgt werden.
Ansprechpartnerin:
Franziska Wachtveitl
Stv. Pressesprecherin
Pressemitteilung-Nr. 214/26




