ESCHERNDORF Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat sich für einen schnelleren und einfacheren Einsatz von Drohnen in der Landwirtschaft, besonders auch im Weinbau ausgesprochen. Bei einer Drohnenvorführung bei Escherndorf im Weinberg sagte er: „Drohnen haben großes Potenzial in der Landwirtschaft. Gerade im Weinbau, in steilen Anbaugebieten, bringen sie echte Vorteile, zum Beispiel bei der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Die Wartezeiten für Einsatzgenehmigungen von Drohnen durch das Luftfahrt Bundesamt sind allerdings untragbar lange, vor allem für die saisonal gebundenen Einsätze im Weinbau. Ein Genehmigungsprozess von mehreren Monaten bis hin zu einem Jahr ist nicht akzeptabel. Ich setze mich schon seit Jahren für effizientere und unbürokratischere Verfahren ein. Das zuständige Luftfahrt Bundesamt muss hier deutlich schneller werden, ich bin allerdings dafür, die Zuständigkeit für die Drohnengenehmigungen nach Bayern zurückzuholen.“
In der Kritik der Branche steht unter anderem das Ende 2025 vom Luftfahrt Bundesamt aufgelegte FastFlight-Verfahren, weil es trotz Beschleunigung immer noch deutlich zu lange dauert. Die Bearbeitungszeit von Genehmigungsverfahren sollte auf wenige Wochen verkürzt werden und die Prozesse vereinfachen, was grundsätzlich als richtiger Schritt betrachtet wurde. Allerdings bleibt das Verfahren hinter den Erwartungen zurück, weshalb sich der Zeitraum von Antragstellung bis zur Genehmigung noch immer auf zehn bis zwölf Wochen erstreckt und großen Aufwand benötigt.
Aiwanger: „Die Landwirte und Weinbauern brauchen oft mehrfache Genehmigungen, müssen unnötige Dokumentationspflichten umsetzen und sind an starre und unrealistische Spritzpläne gebunden. Das produziert Kosten, verzögert die Arbeiten und schadet der Rentabilität des Weinbaus in Franken. Das kann so nicht weitergehen. Eine Drohne in der Landwirtschaft ist ein nützliches Werkzeug, das den Boden schützt, keine Kleintiere gefährdet und die Arbeitssicherheit erhöht. Wir müssen es als solches betrachten und den Genehmigungsprozess entsprechend anpassen. Die Weinbauern wissen am besten, wie sie ihren Grund bewirtschaften. Diese Freiheit muss ihnen der Staat geben.“
Die Bayerische Koordinierungsstelle Drohnen (BayKD) unterstützt seit 2025 auf Initiative des Bayerischen Wirtschaftsministers bei Genehmigungsaspekten sowie bei operativen Fragen rund um Drohnentechnologien in Bayern. Die BayKD hat auch Vertreter des fränkischen Weinbaus zu den aktuellen Verfahren informiert, bei der Antragstellung, der Erstellung des Betriebshandbuchs und mit Angeboten für koordinierte Schulungen unterstützt.
In Franken wird auf einer Fläche von 6.300 Hektar Wein angebaut. Etwa 650 Weingüter verkaufen ihre Weine. Rund 2.900 Winzerfamilien sind in drei fränkische Winzergenossenschaften organisiert.
Ansprechpartner:
Korbinian Huber
Stellv. Pressesprecher
Pressemitteilung-Nr. 211/26




