MÜNCHEN Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat im Rahmen des Treffens von „Pakt Holzenergie“ von der Bundesregierung gefordert, den Referentenentwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes zu ändern: „Für den Einsatz von Holzenergie darf keine Kaskadennutzung vorgeschrieben werden. Das wird ohnehin praktiziert soweit sinnvoll. Wir haben aktuell in etwa viermal mehr Restholz als die Industrie überhaupt verarbeiten will. Tendenz steigend. Es ist total kontraproduktiv, hier weitere gesetzliche und bürokratische Vorgaben zu machen und damit Holzenergie zu behindern statt zu unterstützen. Der Pakt Holzenergie, eine breite Länderinitiative, fordert dringend, dass der Bund hier keinen Fehler macht, ähnlich der „Entlastungsprämie“ der letzten Tage. Mit den Praktikern reden statt ideologische Fehler machen! Wir wenden uns gemeinsam noch heute an den Bund, die Situation ist brisant!“
Aiwanger erklärte: „Holz ist eine sichere, heimische und stetig nachwachsende Energiequelle. Wir haben immer mehr Holz das nicht mehr genutzt wird und verfault. Ein Ster Brennholz ersetzt 120 Liter Heizöl. Energieholz geht uns nicht aus und kann Öl und Gas wirksam ersetzen. Um die Bedeutung der Holzenergie für die Wärmewende europaweit stärker zu verankern, gründen wir gemeinsam mit der Steiermark (Österreich) und Castilla La Mancha (Spanien) das Holz-Regionennetzwerk WERN – WoodEnergyRegionalNet. Gemeinsam mit unseren Partnerregionen können wir unsere Interessen gegenüber der EU deutlich schlagkräftiger vertreten. Das ist der richtige Schritt auch für Bayern und für eine resiliente Energieversorgung in Europa.“
Zugleich forderte der Minister von der Bundesregierung verlässliche Rahmenbedingungen für die Holzenergie. Aiwanger: „Wir dürfen beim Gebäudeenergiegesetz nicht die alten Fehler der Ampel wiederholen. Das geplante Kaskadenprinzip mit komplizierten Nachweispflichten vor der energetischen Holznutzung muss wieder gestrichen werden. Außerdem muss der Bund Einzelraumfeuerungen, die als Zentralheizung eingesetzt werden, als vollwertige Ersatzoption zulassen.“
Holzenergie liefert derzeit rund 20 Prozent der gesamten Wärme sowie 67 Prozent der erneuerbaren Wärme in Bayern. Darauf könne man nicht verzichten, betonte Aiwanger.
Mit Blick auf die angespannte Lage an den Energiemärkten infolge des Irankrieges unterstrich der Minister zudem die Bedeutung der Holzenergie für Versorgungssicherheit und Krisenvorsorge. Aiwanger: „Zwei Millionen Haushalte in Bayern und 11,7 Millionen Haushalte in Deutschland könnten im Krisenfall von stromunabhängiger Wärme profitieren. Holzenergie senkt unsere Importabhängigkeit und stärkt die regionale Wertschöpfung.“
Ein Plus von 30 Prozent Holzenergie entspreche einer Substitution von rund zehn Prozent des bayerischen Gasverbrauchs. Aiwanger: „Das zeigt die enorme Dimension. Deutschland hat 2025 Erdgas im Wert von rund 25 Milliarden Euro importiert. Jeder zusätzliche Anteil heimischer Holzenergie macht uns unabhängiger.“
Aiwanger verwies zudem auf einen weiteren Vorteil der Holzenergie: „Holzenergie hilft dabei, die Stromnetze zu entlasten. Wenn Wärmepumpen mit Holzheizungen kombiniert werden, sinkt die Spitzenlast deutlich. Das stabilisiert die Netze und reduziert den Ausbaubedarf.“ Modellberechnungen zeigen: Bei einer Holz-Zusatzfeuerung in jedem zweiten Gebäude mit Wärmepumpe könnte die Spitzenlast aller Wärmepumpen um bis zu 45 Prozent reduziert werden.
Die Länderinitiative Holzenergie wurde 2025 ins Leben gerufen. Ihr gehören sieben Landesministerien, zwölf Bundesverbände und 28 Landesverbände aus 13 Bundesländern an. Ziel ist es, sich für zukunftsorientierte Rahmenbedingungen für die Holzenergie sowie eine nachhaltige Nutzung des Rohstoffs Holz einzusetzen. Bereits 2024 war unter Federführung Aiwangers der Pakt Holzenergie Bayern gestartet worden.
Ansprechpartner:
Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
Pressemitteilung-Nr. 205/26



