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Aiwanger: "Wir sind beim Ausbau der Erneuerbaren gut unterwegs. Windkraft muss sich auch in Bayern weiterhin rechnen. Weg mit den Stoppschildern und her mit fairen Bedingungen"

MÜNCHEN  Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger hat auf der Sitzung des Bayerischen Energiebeirats die Bedeutung einer vernünftigen und wirtschaftsorientierten Energiewende betont. „Damit wir uns unabhängiger von fossilen Importen aus kritischen Ländern machen, müssen wir weiterhin Erneuerbare Energien ausbauen. Das geht aber nur pragmatisch, klug und mit klarem Blick auf Wirtschaft und Menschen. Ideologische Politik und übertriebener Klimaschutz darf nicht dazu führen, dass Strom unbezahlbar wird und die Versorgung wackelt“, sagte Aiwanger.

 

Bayern kommt bei der Energiewende gut voran und liegt beim Anteil Erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung mit über 75 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der bei unter 60 Prozent liegt. Aiwanger betonte: „Bei der Photovoltaik sind wir seit Jahren Spitzenreiter. Rund 1,3 Millionen Anlagen mit einer installierten Leistung von rund 32 Gigawatt sind in Bayern in Betrieb - mehr als doppelt so viel wie in jedem anderen Bundesland. Auch bei der Wasserkraft und der Biomasse sind wir mit 2,4 Gigawatt und 1,9 Gigawatt installierter Leistung bundesweit vorne."

 

Zur Windenergie erklärte der Minister: "Wir haben in Bayern rund 1170 Windenergieanlagen. Der entscheidende Punkt ist: Wie sieht die Planung für Windenergieprojekte für die nächsten Jahre aus? Und da sind wir in Bayern sehr gut im Rennen. Die Genehmigungsanträge steigen stark, allein im Jahr 2025 wurden rund 820 Anträge für Windenergieanlagen gestellt und knapp 200 Genehmigungen erteilt. Wir haben aktuell über 300 Windräder, die genehmigt und noch nicht gebaut sind und über 700 in der Genehmigung. Jetzt kommt es darauf an, dass uns der Bund nicht ausbremst und die genehmigten und geplanten Windräder auch wirklich gebaut werden. Windkraft muss sich auch in Bayern rechnen. Dafür brauchen wir erstens einen fairen Korrekturfaktor im Referenzertragsmodell, der unsere schwächeren Windbedingungen berücksichtigt, und zweitens deutlich höhere Ausschreibungsvolumina. Für Bayern und Baden-Württemberg muss eine Südausschreibung erfolgen, damit wir Windräder realisieren können.“

 

Der Energieminister richtete hierzu einen deutlichen Appell an den Bund: "Der Ball liegt auf dem Elfmeter-Punkt. Deshalb: Weg mit den Stoppschildern und her mit fairen Bedingungen. Wenn bayerische Projekte in bundesweiten Ausschreibungen mit Standorten an der Nordsee konkurrieren müssen, ist klar, wer den Zuschlag bekommt. Denn wir haben hier nun mal schlechtere Windverhältnisse als die nördlichen Bundesländer. Der Korrekturfaktor sorgt genau hier für Fairness. Er gleicht die natürlichen Standortnachteile aus und stellt sicher, dass auch in Süddeutschland wirtschaftlich tragfähige Projekte entstehen können. Ohne diesen Ausgleich wird der Ausbau automatisch in den Norden verlagert. Das kann nicht im Sinne einer sicheren und regional ausgewogenen Energieversorgung sein. Deshalb sage ich ganz deutlich: Eine Abschaffung oder Abschwächung dieses Faktors lehnen wir entschieden ab. Stattdessen brauchen wir eine Reform des Referenzertragsmodells, wie wir sie im Bundesrat vorgeschlagen haben – für mehr regionale Ausgewogenheit und echte Investitionsanreize in ganz Deutschland. Und zweitens: Die Ausschreibungsvolumina sind zu niedrig. Zehn Gigawatt pro Jahr reichen hinten und vorne nicht. Allein in Bayern haben wir Projekte mit bis zu sieben Gigawatt in der Warteschlange. Wenn wir den Realisierungsstau auflösen wollen, brauchen wir zusätzliche Sonderausschreibungen für den Süden von zehn Gigawatt – sonst bleiben viele gute Projekte einfach liegen.“

 

Für die Versorgungssicherheit forderte Aiwanger zusätzliche gesicherte Leistung und den Bau moderner Gaskraftwerke, die später auch mit Wasserstoff laufen können. Gleichzeitig müsse der Netzausbau vorangetrieben und besser mit dem Ausbau der Erneuerbaren verzahnt werden. Der Minister dankte allen Teilnehmer für den konstruktiven Austausch.

 

Auf der Sitzung wurde zusätzlich auf die Bayerischen Energietage hingewiesen. Diese finden vom 18. bis 26. Juli 2026 statt. Unter dem Motto „Energiewende. Hier. Jetzt.“ werden zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen zur Förderung der Energiewende in Bayern angeboten. Ziel ist es, Bürger sowie Organisationen über die Themen der Energiewende zu informieren und zu inspirieren.

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Aneta Ufert

Stellv. Pressesprecherin


Pressemitteilung-Nr. 175/26
Ansprechpartner
Prinzregentenstraße 28, 80538 München