UNTERNEUKIRCHEN/LK. ALTÖTTING Zwei vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) geförderte Studien zeigen neue Perspektiven für die Verwendung von Biogas sowie Entwicklung nachhaltiger Flugkraftstoffe. Die Ergebnisse wurden im Beisein von Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger vorgestellt. Im Fokus stehen die wirtschaftliche Weiterentwicklung bestehender Biogasanlagen im Rahmen von sogenannten Biogas-Clustern sowie deren mögliche Rolle bei der Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff (SAF).
"Biogas ist und bleibt ein wichtiger Baustein unserer dezentralen Energieversorgung. Wir müssen das Biogaspotenzial nutzen, auch durch Einspeisung ins Gasnetz oder für Flugkraftstoff, aber keinesfalls stilllegen", betonte Aiwanger. "Mit dem Auslaufen der EEG-Förderung verlieren viele Betriebe eine wichtige finanzielle Grundlage. Deshalb müssen wir jetzt die richtigen Strukturen schaffen, damit unsere bestehenden Anlagen auch künftig wirtschaftlich betrieben werden können. Gleichzeitig gilt es, neue Einsatzmöglichkeiten zu erschließen, etwa bei nachhaltigen Kraftstoffen für den Flugverkehr. Ich freue mich, dass die beiden Studien sich gut ergänzen. Sie zeigen, dass Biogas im Freistaat auch künftig sinnvoll genutzt, wirtschaftlich tragfähig und zugleich industriell weiterverwertet werden kann."
Machbarkeitsstudie Biogascluster:
Die von der RegPower GmbH gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband durchgeführte und vom StMWi geförderte Machbarkeitsstudie untersucht die Bildung von Biogas-Clustern in den Regionen Altötting, Mühldorf und Rottal-Inn. Ziel war es, bestehende Anlagen über ein gemeinsames Netz effizient zu verbinden und so deren Wirtschaftlichkeit langfristig zu sichern. "Die Ergebnisse zeigen, dass mehrere wirtschaftlich tragfähige Cluster möglich sind. Besonders geeignet ist ein erstes Cluster mit 27 Biogasanlagen, das durch eine hohe Gasdichte und vergleichsweise geringe Kosten überzeugt. Die Clusterlösung ist für uns ein entscheidender Hebel, um die Zukunft vieler Biogasanlagen zu sichern. Jetzt geht es darum, diese Konzepte Schritt für Schritt in die Praxis zu bringen", erklärte der Minister.
Machbarkeitsstudie BAYSAF Caphenia:
Ergänzend dazu wurde das Unternehmens Caphenia im Projekt „BAYSAF“ gefördert, das die Machbarkeit einer Anlage zur Produktion von nachhaltigem Flugkraftstoff im Industriepark Gendorf untersuchte. Dabei kommt das „Power-and-Biogas-to-Liquid“-Verfahren zum Einsatz. Es basiert auf Biomethan, erneuerbarem Strom und biogenem CO2. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass eine Anlage mit einer Jahresproduktionskapazität von rund 15.000 Tonnen Sustainable Aviation Fuel (SAF) realisierbar ist, der Industriepark Gendorf einen geeigneten Standort darstellt und eine industrielle Produktion ab 2029 möglich wäre. Zudem konnten potenzielle regionale Quellen für die benötigten Rohstoffe identifiziert werden. Aiwanger stellte klar: "Perspektivisch könnte aufbereitetes Biomethan aus regionalen Biogasanlagen in die SAF-Produktion einfließen. Damit stärken wir regionale Wertschöpfungsketten und machen die vorhandenen Ressourcen in Bayern noch besser nutzbar.“
Bayern verfügt mit über 2.700 Anlagen über die größte Biogasstruktur in Deutschland.
Ansprechpartnerin:
Franziska Wachtveitl
Stv. Pressesprecherin
Pressemitteilung-Nr. 166/26



