Bioökonomiestrategie Bayern

Zukunft.Bioökonomie.Bayern

Das 21. Jahrhundert ist geprägt von wesentlichen, globalen Heraus­forderungen wie Klimawandel, zunehmenden Umweltbelastungen, Erhalt der Biodiversität, Schutz der Böden, Sicherung der Welternährung sowie Verknappung endlicher Ressourcen. Mit der Bayerischen Bioökonomie­strategie Zukunft.Bioökonomie.Bayern geht Bayern der Nachhaltigkeit verpflichtet den nächsten Schritt, um durch die Erzeugung und Nutzung biogener Ressourcen und biologischen Wissens Produkte, Prozesse und Dienstleistungen in allen wirtschaftlichen Sektoren im Rahmen eines zukunftsfähigen Lebens- und Wirtschaftssystems bereitzustellen und zugleich bestmöglich das Klima zu schützen.

Die Strategieentwicklung wurde als partizipativer Prozess angelegt, um allen Akteuren die Möglichkeit zu geben die Strategie aktiv mitzu­gestalten. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger gab am 5. März 2020 beim Auftaktkongress in Straubing den Startschuss zur Aus­arbeitung einer Bioökonomiestrategie für den Freistaat. Über 300 Vertreter aus Land- und Forstwirtschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft brachten zahlreiche Vorschläge in größtenteils digitalen Workshops und Interviews ein. Die Bioökonomiestrategie wurde in enger Abstimmung mit dem Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern, der Interministeriellen Arbeitsgruppe Nachwachsende Rohstoffe und Bioökonomie und den bayerischen Clustern erarbeitet.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger stellte die Bayerische Bioökonomiestrategie Zukunft.Bioökonomie.Bayern am 23. November 2020 in einer digitalen Veranstaltung vor.

Mit fünfzig Maßnahmen ist ein eindrucksvolles Paket entstanden, das die Bioökonomie in Bayern und die Transformation von Wirtschaft und Gesell­schaft voranbringen wird. Basierend auf den regionalen Standort­faktoren zeigt die Strategie den Weg zu einer nachhaltigen und ökologisch verantwortungsvollen sowie sozial gerechten und damit zukunftsfähigen Lebens- und Wirtschaftsweise auf. Sie definiert konkrete Maßnahmen, um alle für eine bioökonomische Transformation relevanten Akteure zu unterstützen – die Gesellschaft, Verwaltung und Politik, die Land- und Forstwirtschaft, Unternehmen sowie Wissenschaft und Forschung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Themen-Website Zukunft.Bioökonomie.Bayern.

Digitale Fragestunde zur Bayerischen Bioökonomiestrategie

Digitale Fragestunde zur Bayerischen Bioökonomiestrategie

Der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern bietet am 10. Dezember 2020 die Möglichkeit, mit den Ratsmitgliedern sowie den zuständigen Mitarbeitenden der bayerischen Staatsministerien die Strategie zu diskutieren und offene Fragen zu adressieren. Die digitale Fragestunde zur Bayerischen Bioökonomiestrategie bietet eine Dialogplattform für alle Interessierten. Hier finden Sie weitere Informationen zu dieser Veranstaltung.

Neuberufung des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern

Der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern berät die bayerische Regierung zur Weiterentwicklung der Bioökonomie. Als unabhängiges Beratungsgremium erarbeitet er Empfehlungen und gibt Impulse für die Umsetzung einer bayerischen Bioökonomiestrategie.

Bei der Vorstellung der Bayerischen Bioökonomiestrategie am 23. November 2020 berief Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger den Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern für die dritte Berufungsperiode 2021 -2023.

Neu in den Rat wurden berufen:

  • Veronika Auer (Zentrum für biobasierte Materialien, Technische Hochschule Rosenheim)
  • Patricia Eschenlohr (Gründerin Landpack GmbH)
  • Prof. Dr. Hannah Schmid-Petri (Universität Passau)
  • Prof. Dr. Stephanie Stute (Technische Hochschule Nürnberg)
  • Nicole Stocker (Geschäftsführerin Ludwig Stocker Hofpfisterei GmbH)

Erneut in den Rat wurden berufen:

  • Dr. Michael Duetsch (UPM)
  • Johann Egginger (Egginger Naturbaustoffe GmbH)
  • Dr. Friedrich von Hesler (Novamont S.p.A.)
  • Dr. Günter Wich (Wacker Chemie AG)
  • Dr. Wolfgang Kraus (Südzucker AG)
  • Prof. Dr. Volker Sieber (TUM Campus Straubing)
  • Prof. Dr. Markus Vogt (Ludwig-Maximilians-Universität München)

Was ist Bioökonomie?

Eine auf fossilen Rohstoffen basierende Wirtschaft soll kontinuierlich in eine zukunftsfähige, weil nachhaltige und biobasierte Wirtschaftsweise überführt werden. Sie hat erhebliches Potenzial, berücksichtigt die Begrenzung natürlicher Ressourcen und trägt zum Erhalt der Biodiversität bei. Bayern hat die besten Voraussetzungen für die ökologische Transformation. Land- und Forstwirtschaft stellen eine Vielzahl von hochwertigen biogenen Rohstoffen in großer Menge zur Verfügung. Hervorragende Forschungs- und Ausbildungseinrichtungen garantieren die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte. Bayerns Industrie ist traditionell innovativ, zukunftsorientiert und mit hochleistungsfähigen Unternehmen für die neuen Herausforderungen gerüstet.

Ziele der Bayerischen Bioökonomiestrategie

Die Bayerische Bioökonomiestrategie verfolgt folgende Ziele:

  1. Reduzierung des Verbrauchs fossiler Rohstoffe durch die Umsetzung einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Wirtschafts­weise und die Entwicklung nachhaltiger, biobasierter Techno­logien, Prozesse und Produkte

  2. Beitrag zum Umwelt- und Ressourcen­schutz sowie zum Schutz der Biodiversität

  3. Beitrag zur Umsetzung der Zielsetzungen des Klimaschutz­programms Bayern 2050 und der bayerischen Klimaschutz­offensive, insbesondere der gesetzlich bindenden Ziele eines Bayerischen Klimaschutz­gesetzes

  4. Förderung des offenen Dialogs und Ermöglichung der gesell­schaftlichen Teilhabe, um Akzeptanz und Verständnis für die Bioökonomie in der Gesell­schaft zu erreichen

  5. Beitrag zum Bayerischen Weg des „Schützens und Nutzens“ der heimischen nach­wachsenden Rohstoffe. Durch die Bioökonomie werden diese in Wert gesetzt und neue Einkommens­perspektiven sowie Arbeitsplätze im ländlichen und urbanen Raum geschaffen bzw. gesichert

  6. Sicherung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und Erschließung neuer Märkte durch richtungsweisende Verwendung nachwachsender Rohstoffe sowie Rest- und Abfallstoffe möglichst nach dem Prinzip der Koppel- und Kaskaden­nutzung. Dadurch werden die Entwicklung neuer Technologien, Materialien und Werkstoffe sowie der nötigen Verfahren für innovative Produkte angestoßen. Damit entstehen neue Arbeitsplätze im Rahmen eines zukunftsfähigen Wirtschafts­systems

  7. Bestrebung führender Standort für nachhaltige Produkte und Produktions­weisen und damit Vorbild für andere Regionen zu sein

  8. Stärkung der Wissenschaft zum weiteren Aufbau biologischen Wissens sowie ein zielgerichteter Wissenstransfer der Erkenntnisse in die Wirtschaft