Pressemeldung

04.08.2021 | Alpintourismus

Hauptalmbegehung rund um den Hochgern (Unterwössen)

Aiwanger: "Die Schönheit Bayerns mit Vernunft genießen."

MÜNCHEN  Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nahm bei der Hauptalmbegehung teil. Bei dieser Gemeinschaftswanderung, die eine über 70-jährige Tradition aufweist, sagte Aiwanger auf der Gschwendtalm (Unterwössen): „Der Run auf die Berge, wie hier die Chiemgauer Alpen mit ihrer traumhaften Kulisse, ist sehr hoch. Für viele Urlauber sind die bayerischen Bergregionen ein Wohn-, Freizeit- und Urlaubsparadies. Dieser Tourismus findet in sensiblen Naturräumen statt. Wir appellieren deshalb, die Schönheit Bayerns mit Vernunft zu genießen und sensibel mit Natur und Tierwelt umzugehen.  Wir fördern Qualitätstourismus in Bayern. Er muss wirtschaftlich, naturverträglich und barrierefrei sein. Eine wichtige Funktion nehmen Almen ein, die Inbegriff eines nachhaltigen Alpintourismus und Heimat zahlreicher wildlebender Pflanzen- und Tierarten sind. Ein Almbewirtschafter ist mehr als ein produzierender Landwirt, sondern ein Gestalter einer sensiblen Landschaft.“   

 

In Bayern gibt es rund 10.000 Bergbauernbetriebe, die beispielsweise durch das Treiben von Vieh auf die Sommerweide, das Sömmern, einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Berglandschaft leisten. „Die Berglandwirte erzeugen durch die Nutzung der Alm- und Alpflächen nicht nur gesunde Nahrungsmittel von höchster Qualität, sondern schützen auch Boden und Wasser. Wir müssen die Bergbauern unter Artenschutz stellen, weil immer weniger diese harte Arbeit machen. Aufwand und Nutzen passen leider nicht mehr zusammen. Aber gerade Bergbauern leisten durch die Bewirtschaftung des Bergwaldes zudem einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung im Tal gegen Lawinen- und Murenabgänge,“ sagt Aiwanger.  Der Freistaat ist reich an 1.450 Almen. Alleine in Unterwössen gibt es 40 Almen. „Wir müssen den Urlaubsstress für Bayerns Berge reduzieren. Das Ministerium hat eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, um Lösungen zu finden, wie Erholungssuchende besser gelenkt werden können. Zudem sind bei der digitalen Besucherlenkung auch der Ausflugsticker Bayern und die Bayern Cloud Tourismus eine große Unterstützung.“

 

Die lange Beweidung und Bewirtschaftung der alpinen Lagen ist ein Alleinstellungsmerkmal des Tourismus in Bayern. Die Almweide und der Bergmähder (Wiesenflächen an sehr steilen Hängen in Gebirgen) sind die artenreichsten Lebensräume. Bergmähder – ein Agrarkultur-Erbe der besonderen Art – ist eine in Bayern nahezu vergessene Nutzungsform. Großes Interesse weckte bei den Wanderern bei der Hauptalmbegehung das vor kurzem gestartete und von der Regierung von Oberbayern geförderte Projekt „Almen und Bergmähder zwischen Hochgern und Achental“. „Der Bergmähder am Hochgern ist ein Biodiversitätshotspot in 1748 Metern Höhe. Diese Bergmähder-Fläche mit der Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten leistet einen unschätzbaren Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität“, sagt Aiwanger. So steht der Erhalt der Biodiversität auch ganz oben auf der Agenda der Bioökonomiestrategie des Wirtschaftsministeriums.

 

Das Bergmähder-Projekt wurde an der steilen Südflanke des Hochgerns im September 2020 gestartet. Seit den 1960er Jahren wurde die Fläche am Hochgern nicht mehr bewirtschaftet. Verbuschung und Grasfilz haben auf den Flächen Einzug gehalten. Die schützenswerten, arten- und blumenreichen Wiesen verschwanden genauso wie Orte der Wildheugewinnung und Kulturgüter wie Heustadel, Wege und Steige.

 

Dr. Patrik Hof

Stv. Pressesprecher

 


Pressemitteilung-Nr. 291/21