Pressemeldung

02.07.2021 | Innovation & Technologie

Mehr Wagniskapital für Start-ups in Bayern: EIB beteiligt sich mit 50 Millionen Euro am Wachstumsfonds Bayern 2

Weigert: "Durch das Engagement der EIB bringen wir noch mehr bayerische Start-ups mit hoch innovativen Geschäftsmodellen gezielt voran"

MÜNCHEN/LUXEMBURG   Dank der Unterstützung durch die Europäische Investitionsbank (EIB) steht in Bayern zusätzliches Venture Capital für innovative, technologiegetriebene Start-ups zur Verfügung. Erste Beispiele aus den Bereichen Robotik, Raumfahrt und Fintech sind die Firmen German Bionic Systems, OroraTech und Wealthpilot, die sich in ihrer Wachstumsphase auf Wagniskapital aus dem Wachstumsfonds Bayern 2 (WFB 2) stützen können. Die Mittel des Fonds, bisher getragen von der LfA Förderbank Bayern (LfA) und der Bayern Kapital GmbH, steigen durch das bereits im März beschlossene 50-Millionen-Euro schwere Engagement der EIB auf 165 Millionen Euro. Die Bayern Kapital GmbH, eine 100-prozentige Tochter der LfA für Venture-Capital-Investments, ist auch künftig für das Management des Fonds zuständig. An der Unterzeichnungszeremonie mit EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle und Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert nahmen am 5. Juli 2021 in München auch die Gründer und Chefs der ersten drei Beteiligungsunternehmen des WFB 2 teil.

 

Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert betonte: „Es ist ein Kernanliegen unserer Wirtschaftspolitik, mutigen Gründerinnen und Gründern mit vielversprechenden Ideen optimale Rahmenbedingungen für Wachstum und Erfolg zu bieten. Denn sie sind die Innovationstreiber und stärken damit entscheidend unsere Wettbewerbsfähigkeit. Mit den zusätzlichen 50 Millionen Euro der EIB für den Wachstumsfonds Bayern 2 bringen wir noch mehr bayerische Start-ups mit hoch innovativen Geschäftsmodellen gezielt voran. Der Einstieg der EIB ist aber auch ein klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Bayern. Der persönliche Besuch von EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle und seiner Delegation in München unterstreicht dieses Bekenntnis und freut uns sehr.“

 

„Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit mit der LfA Förderbank Bayern bei der Stärkung des Wachstumsfonds Bayern 2“, sagte der für die Aktivitäten der EIB in Deutschland verantwortliche Vizepräsident Ambroise Fayolle. Er unterstrich: „Hoch innovative Start-ups wie OroraTech, German Bionic und Wealthpilot gelten als Schlüsselfaktoren für Beschäftigung, Produktivitätswachstum und nachhaltige Arbeitsplätze. Die EIB fördert, mit Unterstützung der Investitionsoffensive für Europa, vor allem Investitionen, die die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft in Europa stärken. Das gilt besonders in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Covid-19-Pandemie.“

 

Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis, sagte: „Ich freue mich, dass die Investitionsoffensive für Europa den bayerischen Wagniskapitalfonds Bayern 2 unterstützt. Er wird Wagniskapital für Start-ups in Bereichen wie Life Science und Medizintechnik anbieten, damit innovative Firmen wachsen und ihre Geschäftstätigkeit ausweiten können. Wir müssen innovative Ideen unterstützen, die eine wichtige Quelle für Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum in Europa sind. Das ist zukunftsweisende Finanzierung in Aktion.”


Dr. Otto Beierl, Vorstandsvorsitzender der LfA Förderbank Bayern, sagte: „Bayern hat einen sehr leistungsstarken und innovativen Start-up-Sektor. Damit sich vielversprechende Geschäftsmodelle aber auch erfolgreich auf dem Markt durchsetzen können, bedarf es häufig speziell in der Wachstumsphase externer Finanzierungsmittel. Der Wachstumsfonds Bayern 2 sorgt als Co-Investmentpartner dafür, dass neben staatlichem Kapital auch private Investoren zusätzliche Gelder für die Finanzierung junger Unternehmen bereitstellen. Der Einstieg der Europäischen Investitionsbank in den Wachstumsfonds Bayern 2 mit 50 Millionen Euro bringt europäische Mittel in den Freistaat und ist ein sehr erfreuliches Signal für den Wirtschafts- und Technologiestandort Bayern.“

 

Roman Huber und Dr. Georg Ried, Geschäftsführer der Bayern Kapital GmbH, freuen sich über die Beteiligung der EIB am Wachstumsfonds Bayern 2: „Mit diesem Fonds wird das Erfolgskonzept Wachstumsfonds Bayern nicht nur fortgesetzt, sondern auch noch kräftig ausgebaut“, so Huber, und Ried ergänzte: „Noch mehr innovative und wachstumsstarke Unternehmen können mit Beteiligungen bis zu zehn Millionen Euro finanziert werden. Unsere regelmäßige Kooperation mit nationalen und internationalen Investoren eröffnet den Unternehmen zusätzlich zum Kapital wichtige Fachexpertise im internationalen Markt.“

 

Der Wachstumsfonds WFB 2 hat sich bereits an OroraTech beteiligt, einem Unternehmen, das über Kleinstsatelliten ein Waldbrand-Frühwarnsystem aufbaut. Um weltweit noch schneller vor Waldbränden warnen zu können, will OroraTech in den kommenden Jahren eigene Nanosatelliten von der Größe eines Schuhkartons im Orbit platzieren, die mit sehr kleinen KI-basierten Infrarotkameras ausgestattet werden. Forstbehörden weltweit haben bereits mit dem OroraTech „Wildfire-System“ ihre Frühwarnsysteme erweitert. Weitere Beteiligungen des Wachstumsfonds Bayern 2 sind German Bionic Systems und Wealthpilot. German Bionic Systems ist ein europaweit markt- und technologieführendes Unternehmen im Bereich robotische Exoskelette mit Hauptsitz in Augsburg. Die intelligenten, rucksackartigen Kraftanzüge unterstützen in körperlich anstrengenden Berufen, etwa in Warenlagern, die Beschäftigten dabei, das Risiko von Muskel- und Skeletterkrankungen zu reduzieren. Das Fintech Wealthpilot wiederum richtet sich an Vermögensberater aller Art, Banken und Versicherungen. Sie können mit Wealthpilot das Gesamtvermögen ihrer Endkunden „auf Knopfdruck“ analysieren, planen und anschließend dem Endkunden mit einem eigenen Zugang auf allen Endgeräten transparent und verständlich zur Verfügung stellen. Die Beteiligungen betonen den innovativen, technologiegetriebenen Ansatz des WFB2, der sich in Bayern auf ein gut ausgebautes Netzwerk an den Universitäten und Forschungszentren stützen kann und damit die Innovationskraft des Standorts unterstreicht.

 

Der EIB-Beteiligung an WFB 2 ist mit einer Garantie des Europäischen Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) abgesichert. Der EFSI ist die tragende Säule des Investitionsplans für Europa, mit dem die EIB und die EU-Kommission die Investitionstätigkeiten in Europa beleben wollen. Finanziert werden können nach den europäischen Regeln für EFSI und EIB Start-ups vorrangig   aus den Bereichen Life Science, Medizintechnik und Diagnostik sowie IT und Robotik. Das Engagement in Bayern soll die Firmen in der Wachstumsphase stärken, für die es – anders als in den USA und China - in Deutschland zu wenig private Investoren gibt.   

 

Hinweis
 

Bilder von der Unterzeichnungszeremonie finden Sie im Nachgang zum Download unter www.stmwi.bayern.de/presse/mediathek/.

 

Hintergrundinformationen


Wachstumsfonds Bayern 2

Das Bayerische Wirtschaftsministerium hat den Wachstumsfonds Bayern im Jahr 2015 initiiert und darüber 71 Millionen Euro in 23 vielversprechende bayerische Start-ups investiert, die 1.850 hochqualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigen. Durch die Kooperation mit in- und ausländischen Investoren wurden weitere rund 350 Millionen Euro privates Kapital für die Start-ups mobilisiert. Als Nachfolger hat der Freistaat Mitte 2020 den Wachstumsfonds Bayern 2 aufgelegt und mit 115 Millionen Euro ausgestattet. Durch das Engagement der EIB steigt das Volumen auf 165 Millionen Euro.

 

EIB

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Institution der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Die EIB vergibt langfristige Finanzierungsmittel für solide Projekte, die den Zielen der EU entsprechen. 
 

EFSI

Der Europäische Fonds für strategische Investitionen ist das Herzstück der Investitionsoffensive für Europa. Er soll Investitionslücken schließen, Arbeitsplätze schaffen, zum BIP-Wachstum beitragen und das Leben der Menschen in Europa und damit auch in Deutschland verbessern. Mit der Garantie des EFSI werden strategische Investitionen in Schlüsselbereichen wie Infrastruktur, Forschung und Innovation, Bildung, erneuerbare Energien und Energieeffizienz gefördert und Risikofinanzierungen für KMU bereitgestellt.
 

LfA Förderbank Bayern

Die LfA Förderbank Bayern ist seit 1951 die staatliche Spezialbank zur Förderung des Mittelstands in Bayern. Die Förderkredite werden grundsätzlich bei den Hausbanken der Unternehmen beantragt und über diese ausgereicht. Unter anderem über ihr Tochterunternehmen Bayern Kapital GmbH stellt die LfA bayerischen Gründern und Unternehmern zudem Eigenkapitalangebote zur Verfügung.
 

Bayern Kapital GmbH

Die Bayern Kapital GmbH mit Sitz in Landshut wurde auf Initiative der Bayerischen Staatsregierung 1995 als 100-prozentige Tochtergesellschaft der LfA Förderbank Bayern gegründet. Bayern Kapital stellt als Venture-Capital-Gesellschaft des Freistaats Bayern den Gründern innovativer High-Tech-Unternehmen und jungen, innovativen Technologieunternehmen in Bayern Beteiligungskapital zur Verfügung. Bayern Kapital verwaltet derzeit 13 Beteiligungsfonds mit einem Beteiligungsvolumen von rund 500 Millionen Euro. Bislang hat Bayern Kapital rund 320 Millionen Euro Beteiligungskapital in über 275 innovative technologieorientierte Unternehmen aus verschiedensten Branchen investiert, darunter Life Sciences, Software & IT, Werkstoffe & Neue Materialien, Nanotechnologie sowie Umwelttechnologie. So sind in Bayern über 7.500 Arbeitsplätze dauerhaft in zukunftsfähigen Unternehmen entstanden.

 

 

Pressekontakte

 

Donata Riedel, d.riedel[at]@eib[dot].org, Tel. +49 30 590047 912 Mobil  +49 151 14659021
Website: www.eib.org/press - Pressestelle: +352 4379 21000 – press[at]@eib[dot].org

 

Flora Matthaes, EU-Kommission, Flora.MATTHAES[at]@ec.europa[dot].eu, Tel. +32 229 83951

 

Thomas Assenbrunner, Thomas.Assenbrunner[at]@stmwi.bayern[dot].de, Tel. +49 89 2162 2507

 

Andreas Klein und Dominik Neumüller, bayernkapital[at]@iwk-cp[dot].com, Tel. +49 89 2000 3030 www.bayernkapital.de

 

Markus Wöhnl, presse[at]@lfa[dot].de, Tel. + 49 89 2124 2226, www.lfa.de


Pressemitteilung-Nr. 250/21