Pressemeldung

29.11.2018 | Energiepolitik

Bundesweite Krisenübung 2018: Bayern probt erfolgreich Krisen-Szenario einer Gasmangellage bei extremer Kälte

Weigert: "Gut aufgestellt für einen möglichen Gasengpass" - Herrmann: "Bayerischer Katastrophenschutz gut auf Ernstfall vorbereitet"

MÜNCHEN   Ein positives erstes Fazit ziehen Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Wirtschafts- und Energiestaatssekretär Roland Weigert aus der länderübergreifenden Krisenmanagementübung LÜKEX 2018, bei der am 28. und 29. November ein fiktiver Gasmangel in Süddeutschland bei gleichzeitiger Extremkälte geprobt wurde. Herrmann: „Die Übung hat gezeigt, dass die bayerischen Katastrophenschutzbehörden einsatzbereit und gut vorbereitet auf den Ernstfall sind.“ Für Herrmann und Weigert beweist die diesjährige LÜKEX, dass vor allem die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den bayerischen Behörden, dem Bund und den anderen Ländern auch in extremen Lagen funktioniert. „Die Gasversorgung in Bayern ist sicher. Aber auch bei einem möglichen Engpass in der Gasversorgung sind wir in Bayern gut aufgestellt“, so Weigert.  

Die Teilnehmer der LÜKEX wurden in zwei Tagen vor immer neue Herausforderungen gestellt, beispielsweise die Reduzierung beziehungsweise Abschaltung der Gaszufuhr an Industriekunden, vereinzelt auch an Heiz- und Stromkraftwerke, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und an die Lebensmittelindustrie. Wie Weigert und Hermann betonen, ist das extreme Szenario der Übung zwar sehr unwahrscheinlich. Für den Innenminister ist dennoch klar: „Wer übt, kann im Ernstfall besser reagieren. Die diesjährige LÜKEX war daher eine willkommene Gelegenheit, die Reaktionsfähigkeit der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Innenministeriums auf Herz und Nieren zu testen und Abläufe zu trainieren, so dass sie im Ernstfall schnell und sicher abrufbar sind. Von besonderer Bedeutung war auch die Zusammenarbeit mit den anderen betroffenen bayerischen Ressorts, insbesondere dem Wirtschaftsministerium.“ Weigert, der den Krisenstab im Bayerischen Wirtschaftsministerium selbst besucht hat, ergänzt: „Unsere Hauptaufgaben in einer Gasmangellage sind die Sammlung, Bündelung und Weitergabe von Informationen. Wirtschaft und Bevölkerung möchten schnell über geplante Maßnahmen informiert werden. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, verbessern wir fortlaufend die dafür erforderlichen Kommunikationswege.“ Wie Weigert erklärt, seien einer solchen Gasmangel-Krise zunächst die Netzbetreiber und zu einem späteren Zeitpunkt die Bundesnetzagentur für die Verteilung im Gasnetz zuständig. Der Fernleitungsnetzbetreiber für Südbayern, die bayernets GmbH nahm daher auch aktiv an der LÜKEX 2018 teil. „Als zentrale Aufgabe stellen wir die Versorgung unseres Netzgebiets mit Erdgas sicher. Dies bedeutet auch, die zur Bewältigung einer Gasmangellage vorgesehenen Maßnahmen und Kommunikationswege zu üben und daraus gegebenenfalls Verbesserungspotenzial abzuleiten“, sagte Dr. Matthias Jenn, Geschäftsführer der bayernets GmbH.

Die Abkürzung LÜKEX steht für „Länderübergreifende Krisenmanagement-übung/Exercise“. Dahinter verbirgt sich eine strategische Krisenmanagementübung, die im Auftrag des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe regelmäßig bundesweit durchgeführt wird. Bayern nahm bei der LÜKEX 2018 als so genanntes ‚intensiv übendes Land‘ mit seinen realen Krisenstrukturen teil. Weitere wesentliche Akteure auf Bundesebene waren das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die Bundesnetzagentur, die Bundesanstalt für Ernährung und Landwirtschaft, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie das Bundespresseamt. Neben den intensiv übenden Ländern Baden-Württemberg und Bayern beteiligten sich auch die Bundesländer Rheinland-Pfalz, Saarland, Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Hessen an LÜKEX 2018. In Bayern waren zudem die Regierungen von Oberbayern und Unterfranken und deren Krisenstäbe aktiv.

Weitergehende Informationen zur diesjährigen LÜKEX-Übung finden Sie auf der Seite des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.


Pressemitteilung-Nr. 189/18