Aiwanger: "Abgeschlossene Ausbildung ist bester Start ins Berufsleben"

MÜNCHEN   Ende des Sommers startet in Bayern traditionell das neue Ausbildungsjahr. Die bayerische Staatsregierung organisiert deshalb ab 15. März die bayernweite Woche der Ausbildung, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen Überblick über die Ausbildungsvielfalt zu ermöglichen. Sie können sich an sechs Tagen aus über 400 Angeboten beispielsweise von Industrie- und Handwerksbetrieben und Fachschulen ein eigenes Bild über ihren Traumberuf und den künftigen Ausbildungsplatz machen. Coronabedingt liegt der Fokus heuer auf vielen Online-Angeboten.

 

Dazu sagt Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger: „Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist ungebrochen hoch. In den letzten Jahren gab es im Herbst immer deutlich mehr Lehrstellen als Bewerber. Politik und Wirtschaft haben also das gemeinsame Ziel, dass Unternehmen und ausbildungsinteressierte junge Menschen noch besser zusammenfinden – gerade während einer Pandemie. Unsere Woche der Ausbildung ist mit vielen virtuellen Veranstaltungen deshalb ein guter Anlass, sich Gedanken über die eigene Zukunft und einer Ausbildung zu machen. Sie findet zum richtigen Zeitpunkt statt, weil das Frühjahr erfahrungsgemäß eine Hochphase für die Bewerbungen ist. Für alle Unentschlossenen habe ich noch eine klare Botschaft: Eine abgeschlossene Ausbildung ist der beste Start ins Berufsleben.“

 

Die bayernweite Woche der Ausbildung geht vom 15. bis 21. März. In diesem Zeitraum wird die gesamte Bandbreite der beruflichen Aus- und Weiterbildung gezeigt. Die Informationsangebote reichen beispielsweise von einem Online-Bewerbertag beim Bäcker (16.3.2021) über eine virtuelle Betriebsbesichtigung beim Intralogistik-Unternehmen Jungheinrich (18.3.2021) bis hin zu einem Live-Talk mit dem Starnberger Koch Maximilian Moser über seinen eigenen Weg vom Azubi zum Michelin-Sterne-Koch. (19.3.2021).

Eingeleitet wird die Woche am 15. März 2021 um 11.30 Uhr mit einem Live-Event, bei dem Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert mit Vertretern der Allianz für starke Berufsbildung in Bayern zu dem Thema ´Corona-Pandemie & Ausbildung? Jetzt erst recht!` diskutiert. Anschließend gibt es eine Talk-Runde mit Ausbildungsprofis und Auszubildenden. Schüler, Lehrer und Eltern können ihre Fragen rund um das Thema Bewerbung und Ausbildung während des Online-Gesprächs im Live-Chat stellen. Der Live-Stream ist öffentlich auf der Seite www.ausbildungswochen.bayern verfügbar. Zudem findet am 18. März der vom Arbeitsministerium organisierte „Tag der Ausbildung“ statt.

 

Die Woche der Ausbildung wird vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gemeinsam mit sechs Partnern der Allianz für starke Berufsbildung organisiert:

Carolina Trautner, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales:

„Bayern bietet die besten Chancen auf einen guten Start ins Berufsleben. Dennoch ist jeder junge Mensch, der keine passende Stelle findet, einer zu viel. Unser Ziel ist, dass jeder ausbildungswillige und ausbildungsfähige Jugendliche einen Ausbildungsplatz erhält. Deshalb unterstützen wir Unternehmen, die auch leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance geben, mit 5.500 Euro. Gleichzeitig fördern wir Ausbildungen in Teilzeit und kümmern uns darum, dass Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher mit einer Ausbildung eine gute Perspektive für das Berufsleben erhalten. Und mit unserer Internetplattform BOBY bieten wir das ganze Jahr über Berufsorientierung für die jungen Menschen an.“

Prof. Dr. Michael Piazolo, Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus:

„Die Berufswahl ist eine wichtige Lebensentscheidung. Angesichts der Corona-Pandemie ist sie für unsere Jugendlichen eine noch größere Herausforderung. Deshalb bin ich sehr froh, dass die bayernweite Woche der Aus- und Weiterbildung mit vielfältigen digitalen Angeboten auch in diesem Jahr stattfindet. Der Weg in eine berufliche Bildung lohnt sich – die berufliche Bildung ist ein Erfolgsmodell! Der Spitzenplatz Bayerns bei der beruflichen Bildung in Deutschland wird immer wieder in entsprechenden Studien bestätigt und erfährt auch internationale Anerkennung. Ich kann Sie nur dazu einladen, das umfangreiche Informationsangebot der Woche der Aus- und Weiterbildung zu nutzen und mit Auszubildenden und Ausbildern von Betrieben sowie Lehrkräften von Berufsschulen und Berufsfachschulen zu sprechen.“

Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT):

„Mit einer dualen Berufsausbildung können Jugendliche schnell und einfach ins Berufsleben starten: Die Lehrinhalte sind bundesweit einheitlich geregelt, so dass die Gesellinnen und Gesellen nach ihrem Abschluss in jedem Betrieb aus dem entsprechenden Gewerk als Fachkraft arbeiten können. Oder sie gründen nach der Weiterbildung zum Meister ein eigenes Unternehmen oder übernehmen einen bestehenden Betrieb. Bei vielen Hochschulabsolventen gelingt der Einstieg ins Berufsleben dagegen nicht so reibungslos: Die Vielzahl an Studiengängen und -abschlüssen lässt Unternehmen nicht immer gleich erkennen, wo man einsetzbar ist. Um Jugendlichen bei der Suche nach dem richtigen Ausbildungsberuf zu helfen, bietet das bayerische Handwerk die Unterstützung seiner Organisationen und eine Vielzahl von Infos im Internet, z.B. unter www.lehrlinge-fuer-bayern.de. Wichtig ist aber auch, dass schon bald wieder Maßnahmen zur Berufsorientierung stattfinden können, etwa auf Präsenz-Ausbildungsmessen oder in den Bildungsstätten des bayerischen Handwerks.“

Dr. Eberhard Sasse, Präsident des Bayerischen Industier- und Handelskammertages (BIHK e.V.):

„Mit der Woche der Aus- und Weiterbildung haben wir eine wichtige Plattform, Schüler und Eltern auf die Vielzahl an Berufen und Bildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. In der Ausbildung ist das größte Problem nicht das Angebot an Lehrstellen, sondern der Mangel an potenziellen Bewerbern. Die Ausbildungsbereitschaft unserer Betriebe ist trotz Corona ungebrochen hoch, gleichzeitig gehen die Schulabgängerzahlen zurück und die Neigung der Schulabgänger zum Studium steigt. Laut Arbeitsagentur-Statistik sind in Bayern 2020 knapp 16.000 Lehrstellen unbesetzt geblieben sind. Daher begrüßen wir jede Möglichkeit, auf die attraktiven Zukunftsperspektiven in unseren Betrieben hinzuweisen.“

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V.:

„Die vbw setzt sich seit jeher für die Stärkung der beruflichen Bildung ein. Trotz der in der Corona-Krise gesunkenen Zahl gemeldeter Ausbildungsplätze können viele bayerische Unternehmen ihre Lehrstellen nicht mehr besetzen. Hier müssen wir gemeinsam gegensteuern. Da jedem Jugendlichen in Bayern rein rechnerisch mehr als ein Ausbildungsplatz zur Verfügung steht, sehen Unternehmen große Herausforderungen, geeignete Bewerber zu finden. Deshalb unterstützen wir gerne die Allianz für starke Berufsbildung in Bayern und die bayerischen Unternehmen bei der Nachwuchsgewinnung. Durch Projekte wie beispielsweise die Praktikumsplattform ‚sprungbrett bayern‘, die Imagekampagne ‚AusbildungsOffensive-Bayern‘, das Berufswahlsiegel und den ‚M+E InfoTruck‘ erhalten Schülerinnen und Schülern interessante Einblicke in die Berufswelt der bayerischen Wirtschaft.“

Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit:

„Wer eine betriebliche Ausbildung erfolgreich absolviert, hat beste Chancen auf dem bayerischen Arbeitsmarkt. Daran ändert auch Corona nichts. Die Ausbildung ist für Unternehmen nach wie vor die erste Säule zur Fachkräftesicherung. Deshalb halten sie auch in Pandemiezeiten an ihrer Ausbildungsbereitschaft fest. Der Übergang zwischen Schule und Erwerbsleben ist entscheidend für den beruflichen Lebensweg. Gerade jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich mit der eigenen Berufswahl auseinanderzusetzen und die Weichen zu stellen. Dafür steht die Berufsberatung der Agentur für Arbeit den jungen Menschen zur Seite. Eine frühzeitige, intensive Beratung unterstützt sie dabei, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden und das Fundament für eine stabile Erwerbsbiographie zu legen.“

 

 

Allianz für starke Berufsbildung in Bayern

Das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus, das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft Landesentwicklung und Energie, der Bayerische Handwerkstag, der Bayerische Industrie- und Handelskammertag, die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V. und die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit haben 2014 die Allianz für starke Berufsbildung in Bayern geschlossen. Ziel ist die Stärkung und Förderung der Berufsbildung in Bayern.

Weiterführende Informationen und einen Überblick über alle Veranstaltungen finden Sie unter https://www.ausbildungswochen.bayern/ und https://www.boby.bayern.de/.

 

Dr. Patrik Hof

Stv. Pressesprecher


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