Aiwanger: "Pflanzen statt Plastik: 80 Prozent der Maßnahmen unserer Bioökonomiestrategie gestartet - große Chance für heimische Land- und Forstwirtschaft"

MÜNCHEN Vor einem Jahr startete Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger die Bioökonomiestrategie der Bayerischen Staatsregierung. Mit 50 konkreten Maßnahmen werden biologische Ressourcen für eine nachhaltige Wirtschaft genutzt und in Produkte umgesetzt. Jetzt zieht der Staatsminister eine erste Bilanz: „Die beteiligten Ressorts haben zusammen mit der ressortübergreifenden Arbeitsgruppe bereits 80 Prozent des 50-Punkte-Programms begonnen. Der neu gegründete Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern hat sich als stark in der fachlichen Expertise erwiesen. Er begleitet den Prozess intensiv und hat bereits ein Konzept zur Evaluierung der Strategie erarbeitet.“

 

Ziel der Strategie Bioökonomie Bayern ist es, fossile Rohstoffe auch in der Warenproduktion zunehmend überflüssig zu machen. „Eine nachhaltige und biobasierte Wirtschaftsweise schafft Arbeitsplätze und Einkommensperspektiven“, betont der Wirtschaftsminister. Rohstoffe wie Erdöl können bereits heute in vielen Produkten ersetzt werden durch heimische, nachwachsende Rohstoffe wie Holz, Stroh und Pflanzenteilen. Auch Mikroorganismen können eingesetzt werden. Aiwanger nennt ein Beispiel: „Mit dem Praxistest zum Einsatz von biobasierten Tragetüten an den Obsttheken im Supermarkt konnten wir die Verbraucherinnen und Verbraucher direkt ansprechen. Die Aktion wurde sehr gut angenommen, die Ergebnisse sind insbesondere für die Abfallentsorger und den Handel relevant. Mit diesem Projekt demonstrieren wir, dass geschlossene Kreisläufe bei Verpackungen aus nachwachsenden Rohstoffen möglich sind.“

 

Die bayerische Strategie adressiert alle relevanten Stakeholder: Gesellschaft, Verwaltung und Politik, Land- und Forstwirtschaft, Unternehmen sowie Wissenschaft und Forschung. Aiwanger: „Wir tragen die Bioökonomie in die Breite der Gesellschaft, etwa indem die Bioökonomie in den Lehrplänen auftaucht, Lehre in der Bioökonomie ausgebaut wird und sich Lehrkräfte entsprechend fortbilden. Zusammen mit dem Landwirtschaftsministerium eröffnen wir 2022 das NAWAREUM in Straubing als modernes Lern- und Beratungszentrum.“  Politik und Verwaltung besitzen eine Vorbildfunktion. „Gemeinsam mit dem Sachverständigenrat und C.A.R.M.E.N. e.V. werden wir z.B. Weiterbildungsmodule für die Landesbehörden und Kommunen anbieten, hier entwickeln wir derzeit die Inhalte“,  kündigt Aiwanger an.

 

Zentrales Element auf dem Weg zu einer nachhaltigen Bioökonomie ist eine umfassende Datengrundlage zur Verfügbarkeit nachwachsender Ressourcen in Bayern. Diese Daten sowie darauf aufbauende Nutzungspfade werden in einer seit diesem Jahr laufenden wissenschaftlichen Studie erarbeitet – beteiligt sind der Lehrstuhl für Holzwissenschaft der Technischen Universität München, das Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe TFZ, die Professur für Circular Economy der TUM, die Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) sowie die Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL).

 

Aiwanger: „Als Wirtschaftsminister liegt mir insbesondere die Transformation der Unternehmen in Richtung Nachhaltigkeit besonders am Herzen. In 2021 konnten wir fünf Verbundforschungsvorhaben im Bereich der industriellen Bioökonomie fördern. Dazu gehört  die Rückgewinnung von Biomasse und Nährstoffen aus dem Prozesswasser bei der biologischen Methanisierung. Außerdem wurden vier Cross-Cluster-Projekte erfolgreich umgesetzt. So sollen im Projekt „WeReLaNa“ der Cluster Chemie, Ernährung und Umwelt Wertschöpfungsnetzwerken für die Nutzung von Reststoffen in und aus der Landwirtschaft und Nahrungsmittelindustrie unterstützt werden. Sie dienen als Innovationsmotor für die Bioökonomie.“

 

Der Staatsminister kündigt ein neues Förderprogramm für 2022 an: „Durch Forschung und Kooperation sollen private Investitionen ausgelöst werden, deshalb legen wir ein Förderprogramm für Investitionen von Unternehmen in Scale-up Anlagen auf. Unser Ziel ist es Bioökonomie-Anlagen in Bayern zu errichten, die dann den nachfolgenden Wertschöpfungsketten biobasierte Chemikalien und Materialien zur Verfügung stellen. Auch internationale Unternehmen wollen wir für den Standort Bayern begeistern,“ so Aiwanger.

 

Weitere Meilensteine für 2022 sind eine Investorenkonferenz, um Investoren und Gründer zusammenzubringen, sowie der Aufbau eines digitalen Portals für unternehmerische Kooperationsmöglichkeiten. Der Sachverständigenrat hatte 2021 erstmals Vertreter anderer Bioökonomie-Gremien aus ganz Deutschland zum Austausch nach München geladen. Mit dem Bioökonomierat der Bundesregierung, dem Bioeconomy e.V. aus Mitteldeutschland und dem Bioeconomy Science Centers (BioSC) aus NRW wurde eine weitere Zusammenarbeit beschlossen. Aiwanger: „Ich begrüße das sehr. Wir richten unseren Blick nicht nur auf Bayern, sondern wollen Synergien mit anderen Regionen und Gremien nutzen.“

 

„Ich bin zuversichtlich, dass wir mit der bayerischen Bioökonomiestrategie Zukunft.Bioökonomie.Bayern einen wertvollen Beitrag zu Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit leisten“, schließt Aiwanger.

 

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