Aiwanger zieht starke Bilanz: "Bayerns Mittelstand ist stabiler Fels in der Brandung der Krisenjahre. Ich danke den Unternehmern für Erfindungsreichtum und Initiative"

MÜNCHEN  Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat den bayerischen Mittelstand als einen "stabilen Fels in der Brandung der aktuellen Krisenjahre" gelobt. Aiwanger sagte bei einer Pressekonferenz im Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie: "Der bayerische Mittelstand ist gut durch die Krisen gekommen. Unternehmertum und Selbständigkeit sind das Fundament für den Wohlstand und den Erfolg Bayerns. Der Erfindungsreichtum und die Initiative der Unternehmer verdienen Anerkennung und höchste Wertschätzung."

 

Der Staatsminister unterstrich seine Aussagen mit Fakten und Statistiken.

 

Arbeitsmarkt: Der Mittelstand steht für rund 75 % aller Arbeitsplätze und über 80 % der Ausbildungsplätze (190.000, davon 67.000 im Handwerk) in Bayern. Die Arbeitslosenquote von 3,1 Prozent im Jahr 2022 ist die niedrigste Arbeitslosigkeit in ganz Deutschland. Gemessen an der Gesamtbevölkerung gehen nirgendwo sonst in Deutschland so viele Menschen einer Erwerbstätigkeit nach. Bayern hat mit 54,1 % die höchste Erwerbstätigenquote aller Bundesländer.

 

Handwerk: Die Zahl der bayerischen Betriebe im Handwerk liegt heute höher (2022: 210.600) als vor der Corona-Krise (2019: 204.500). Im Handwerk arbeiten heute 940.000 Menschen in Bayern (2019: 947.000).

 

Industrie: Nach einem starken corona-bedingten Produktionsrückgang 2020 befand sich die Industrie in 2021 klar auf Erholungskurs. Dieser wurde 2022 hinsichtlich der Folgen des Ukraine-Krieges nur moderat abgebremst. Bayerns Industriebetriebe bleiben mit knapp einem Viertel an der Bruttowertschöpfung ein stabiles Rückgrat und ein verlässlicher Arbeitgeber für über 1,3 Millionen Beschäftigte

 

Export: Bayerische Waren sind weltweit heiß begehrt: Der Anteil bayerischer Industrieprodukte, die ins Ausland exportiert werden, hat sich 2022 nochmals gesteigert (Exportquote: 57,3 Prozent) und liegt damit sogar wieder über dem Vor-Corona-Niveau (2019: 54,3 Prozent).

 

Tourismus: Der Neustart nach Corona ist gelungen. Während der starken Sommersaison lagen die Übernachtungszahlen in vielen Tourismusregionen bereits wieder über dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Ein besseres Abschneiden haben die coronabedingten Einschränkungen zum Jahresanfang 2022 verhindert. So lagen die Gästeankünfte bei 34,2 Millionen noch etwa 14 Prozent unter denen im Jahr 2019 (40 Millionen).

 

Aiwanger: "Wir haben diese gute Entwicklung unserer mittelständischen Betriebe konsequent unterstützt und so zum Erfolg beigetragen. Auch während der Krisenjahre hatten wir unser Ohr sehr nah an der Wirtschaft, haben mit regelmäßigen runden Tischen und der Bildung starker Netzwerke die Nöte und Bedürfnisse der Unternehmen abgefragt. Das wurde zur Grundlage passgenauer Unterstützungen."

 

Corona-Soforthilfen und LfA-Kredite: Bayern hat die Unterstützung des Bundes (1,8 Milliarden Euro) mit 360 Millionen Euro aus Landesmitteln ergänzt. Die Soforthilfen erhielten 260.000 Betriebe und Soloselbstständige im Freistaat. Zusätzlich hat Bayern die Auszahlung von 10 Milliarden Euro an Überbrückungshilfen über die IHK München und Oberbayern organisiert. Die LfA-Förderbank stabilisierte bayerische Unternehmen durch ihr Unterstützungsinstrumentarium mit Darlehen und Bürgschaften in Höhe von 2 Milliarden Euro.

 

Förderung von Zukunftsinvestitionen: Das Wirtschaftsministerium förderte im Zeitraum 2019 bis 2022 insgesamt 2.286 Investitionsvorhaben in ganz Bayern mit knapp 700 Millionen Euro an Zuwendungen, die 8.521 Arbeitsplätze neu geschaffen und 56.811 bestehende Arbeitsplätze gesichert haben. Der Fokus lag auf kleineren Unternehmen im ländlichen Raum. In 75 Prozent der Vorhaben wurden Betriebe bis 50 Mitarbeiter unterstützt; 90 Prozent der Vorhaben liegen im ländlichen Raum. Jedes fünfte Vorhaben förderte einen Handwerksbetrieb.

 

Startup-Förderung: Zusätzlich zu den bestehenden 11 Digitalen Gründerzentren (DGZ) hat das Wirtschaftsministerium  in den Aufbau von 7 weiteren DGZ in ganz Bayern investiert (Förderung 36 Millionen Euro in 2020 - 2035). Die neuen Gründerzentren liegen in Manching (Oberbayern), Pfarrkirchen/Freyung (Niederbayern), Leipheim (Schwaben), Parsberg (Oberpfalz), Ansbach/Merkendorf (Mittelfranken), Coburg/Rödental (Oberfranken) und Lohr am Main (Unterfranken). Der Ausbau des WERK1 in München (inkl. Co-Living-Angebot) wird mit 23,6 Millionen Euro bis 2027 gefördert.

 

Aiwanger: "Wir haben es geschafft, dass München 2022 zur deutschen Startup-Hauptstadt geworden ist. Mit 14,5 Gründungen pro 100.000 Einwohner hat Bayerns Hauptstadt auch Berlin überholt. Sehr wichtig sind auch die Digitalen Gründerzentren in den ländlichen Regionen. Hier schaffen wir mit unserer Förderung zukunftssichere Arbeitsplätze im ländlichen Raum und nutzen die Dynamik der hervorragenden Universitäten und Hochschulen, die Bayern in der Fläche bietet."

 

Der Bayerische Wirtschaftsminister kündigte zahlreiche neue Mittelstandsinitiativen für die nächsten Jahre an. Aiwanger: "Wir werden gemeinsam mit den Unternehmen nach der Krise durchstarten und weiter in die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft investieren. Ich werde mich für ein Mittelstands-Moratorium einsetzen, das zusätzliche Vorschriften und Gesetze, die den Mittelstand belasten, verhindern soll. Das Ziel sind schnellere Genehmigungsprozesse auf allen Ebenen."

 

Mit der kostenlosen Meisterfortbildung seien wichtige Weichen für die Steigerung der Attraktivität des Handwerks gestellt worden. Auch werde in die Nachwuchskampagne "Macher gesucht!" des bayerischen Handwerks investiert.

 

Kritik äußerte Aiwanger an der "unternehmensfeindlichen Politik" der Bundesregierung. "Mit Regulierungen wie dem Lieferkettengesetz wird die Bürokratie verstärkt. Überzogene Maßnahmen wie das Gebäudeenergiegesetz mit der einseitigen Festlegung auf die Wärmepumpe sind ideologische Wachstumsbremsen. Stattdessen bräuchten wir endlich günstigen Industriestrom mit einem Preis von 4 Cent pro Kilowattstunde, um Unternehmen zu unterstützen, eine mittelstandsfreundliche Steuerreform mit einem Steuersatz von 25 Prozent und die Abschaffung der Erbschaftssteuer. Es geht um den Erhalt der Lebensleistung des unternehmerischen Mittelstands."

 

Zwei Anlagen: Kurzfassung und Übersicht mit Grafiken.

 

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Jürgen Marks

Leiter Pressereferat

 

 

 

 

 

 

 

 


Pressemitteilung-Nr. 177/23
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