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Aiwanger: "Richtige Fütterung von Rotwild ist Tierschutz und Waldschutz"

 

KRÜN  Bayerns Wirtschafts- und Jagdminister Hubert Aiwanger hat sich in Krün im Landkreis Garmisch-Partenkirchen  über die Rotwildfütterung der Bayerischen Staatsforsten (BaySF) informiert. Beim Besuch der freien Fütterung im Isartal betonte Aiwanger: „Diese Fütterung zeigt vorbildlich, wie artgerechte Rotwildfütterung funktioniert und dem Wild und dem Wald nutzt. Ich danke allen Revierinhabern, die Kosten und Mühen einer Fütterung auf sich nehmen um die größte Säugetierart unserer Heimat, den Rothirsch, über den Winter zu helfen und dabei Waldschäden reduzieren. Hier betreiben die Bayerischen Staatsforsten eine professionelle freie Fütterung, bei der dem Rotwild artgerechtes strukturreiches Futter vorgelegt wird. Das Rotwild ist eine beeindruckende und sehr intelligente Tierart, die wir unserer Nachwelt auch in einer dicht besiedelten Kultur- und Tourismuslandschaft erhalten wollen. Hierzu sind gute Jagd- und Fütterungsstrategien nötig, die auch immer wieder an neue Herausforderungen angepasst werden müssen. Großer Dank an alle Jäger und Jagdgenossenschaften, die sich dieser wichtigen Aufgabe stellen. Wir brauchen die Rechtssicherheit, solche Fütterungen von Anfang November bis Ende April zu betreiben und können nicht, wie zuletzt in einem Extremfall betrieben, die Futtervorlage je nach aktueller Wetterlage immer wieder beenden oder wieder aufnehmen. Das Rotwild braucht die kontinuierliche Futtervorlage an der gewohnten Fütterung, sonst provoziert man Verbiss- und Schälschäden wenn sie einen leeren Futtertrog vorfinden.“

 

Die Fütterung verfolgt das Ziel, dem Rotwild ein Überleben in den Bergwäldern, seinem eigentlichen Sommerhabitat zu ermöglichen, da die Wanderung in die früheren Winterlebensräume im Flachland aufgrund von Siedlungen und Infrastruktur heute kaum mehr möglich ist. So werden sensible Schutzwaldbereiche und Verjüngungsflächen der Wälder entlastet und übermäßiger Verbiss an Bäumen vermieden. Durch die an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Verteilung der Fütterungen kann der Wildeinfluss auf den Wald reduziert und gleichzeitig sichergestellt werden, dass das Rotwild die nahrungsarme Winterzeit tierschutzgerecht übersteht. Der Forstbetrieb Bad Tölz der BaySF betreibt insgesamt 17 Rotwildfütterungen und verfolgt damit ein flächig abgestimmtes Lenkungskonzept zur Reduzierung von Wildschäden. Forstbetriebsleiter Robert Krebs, der zugleich Vorsitzender der Hegegemeinschaft Isarwinkel ist, wies zudem daraufhin, dass die Hegegemeinschaft sich klare Leitlinien für die Fütterung gegeben habe.

 

Dem Minister ist auch ein ausgewogenes Verhältnis von Wald und Wild wichtig: „Jäger und Waldbesitzer müssen an einem Strang ziehen und gemeinsam Verantwortung übernehmen. Dafür müssen sich Waldbau, Jagd und Fütterung ergänzen und gegenseitig unterstützen. Wir brauchen bei der Rotwildjagd mehr Flexibilität für die Verantwortlichen vor Ort. Wo der Wunsch der Jagdgenossenschaften besteht sollten wir flexible Dreijahresabschusspläne ermöglichen, mit einer unbürokratischen jährlichen Abweichung von plus oder minus 20 Prozent anstatt starrer jährlicher Abschusspläne, wo jede einzelne Abweichung von den unteren Jagdbehörden genehmigt werden muss. Die Natur lässt sich nicht in starre Formeln pressen. Genauso ist es in einigen Fällen sinnvoll, revierübergreifende jährliche Poolabschusspläne anzuwenden, die sich am Lebensraum des Wildes orientieren, sofern die Reviere diese Zusammenarbeit wünschen. Die gute Zusammenarbeit von Jägern und Grundbesitzern ist der Schlüssel für den Erfolg.“


Ansprechpartner:
Bastian Brummer
Stellv. Pressesprecher


Pressemitteilung-Nr. 81/26

 

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Prinzregentenstraße 28, 80538 München