MÜNCHEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärt anlässlich der Bekanntgabe der bayerischen Arbeitsmarktzahlen: „Bayerns Betriebe spüren nicht nur die Folgen des eisigen Winters, sondern auch eine spürbare Abkühlung der Nachfrage. Die Bürokratie bremst Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit nach wie vor aus, weil sie enorme Ressourcen bindet. Das belegen zahlreiche Studien und Unternehmensbefragungen.“
Die Arbeitslosenquote im Freistaat lag im Februar 2026 unverändert bei 4,4 Prozent (Januar 2026: ebenfalls 4,4 Prozent, Februar 2025: 4,2 Prozent).
Eine Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt, dass Unternehmen zur Bewältigung wachsender Anforderungen – vor allem durch zusätzliche Dokumentationspflichten – in den vergangenen Jahren rund 325.000 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt haben. Nach Schätzungen des ifo Instituts verursacht Bürokratie jährlich Kosten von bis zu 146 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung.
Aiwanger: „Millionen Arbeitsstunden wären an anderer Stelle sinnvoller eingesetzt. Zu viele Prozesse kosten Zeit, Personal und Geld. Mehr Produktivität entsteht nicht durch zusätzliche Regulierung, sondern durch einfache, praktikable Rahmenbedingungen und mehr Freiräume für die Beschäftigten.“
Das Tariftreuegesetz des Bundes sei ein weiteres Beispiel für gut gemeinte, aber zu komplexe Regelungen. „Das Gesetz soll Lohndumping bekämpfen, belastet Unternehmen jedoch zunächst mit zusätzlicher Bürokratie. Ich halte nichts von weiteren Nachweis-, Kontroll- und Dokumentationspflichten bei öffentlichen Aufträgen. Wir werden das neue Gesetz an seinem tatsächlichen Erfolg messen“, so Aiwanger.
Der Staatsminister fordert Bund und Länder auf, Gesetzesfolgenabschätzungen, Praxischecks sowie eine konsequente Digitalisierung behördlicher Abläufe zu verstärken, um die Wirtschaft spürbar zu entlasten.
In den bayerischen Regierungsbezirken lagen die Arbeitslosenquoten im Januar zwischen 3,8 Prozent in Schwaben und 4,9 Prozent in Mittelfranken – und damit weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,5 Prozent.
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Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
Pressemitteilung-Nr. 78/26

