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Aiwanger: "Die Mobilität der Zukunft wird nicht rein elektrisch funktionieren, wir brauchen alle Antriebsarten. Wir dürfen uns mit überzogener Dekarbonisierung und hoher CO2-Bepreisung nicht selbst ins Knie schießen."

MÜNCHEN   Um mit den bayerischen Transport- und Logistikunternehmen über wichtige Zukunftsfragen zu sprechen - von der Infrastruktur über alternative Antriebe bis hin zum Bürokratieabbau - hat Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger an der Frühjahrstagung der Verbände LBO, LBS, LBT und VBS teilgenommen. Sie repräsentieren insgesamt rund 2800 Mitgliedsunternehmen, darunter Spediteure, Omnibus- und Logistikunternehmen sowie Betriebe aus der Entsorgungsbranche.

 

Aiwanger: „Die Arbeit der Transport-, Logistik- und Entsorgungsunternehmer ist systemrelevant, oft unsichtbar – aber unverzichtbar. Rund 85 Prozent der Güter in Deutschland werden per Lkw transportiert. Und das wird sich in den nächsten Jahren auch nicht ändern. Der Lkw-Verkehr wird sogar weiter zunehmen. Um diese Aufgabe aber täglich bewältigen zu können, braucht es politische Unterstützung und optimale Rahmenbedingungen. Dazu gehört Verständnis für die Branche und Planungssicherheit.“

 

Die Transport- und Logistikbranche hat derzeit verschiedene Herausforderungen zu bewältigen. Dazu zählt eine sanierungsbedürfte Verkehrsinfrastruktur, Fachkräftemangel und der Wechsel zu alternativen Antriebstechnologien.

 

Dazu Wirtschaftsminister Aiwanger: „Dauerbaustellen und marode Brücken bedeuten für die Brache Zeitverluste, Mehrkosten und Planungsunsicherheiten. Wir leben gerade von der Substanz. Hier muss im Bund endlich etwas vorwärts gehen. Außerdem ist es in Deutschland zu teuer, langwierig und komplex einen Bus- oder Lkw-Führerschein zu machen. Wir müssen die Verfahren entbürokratisieren und digitalisieren, um dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken und im europäischen Wettbewerb bestehen zu können. Die Mobilität der Zukunft wird nicht rein elektrisch funktionieren. Wir dürfen uns mit überzogener Dekarbonisierung nicht selbst ins Knie schießen. Das Verbrennerverbot für Pkw muss genauso endgültig gekippt werden wie die unrealistischen CO2-Vorgaben für den Lkw. Stattdessen müssen wir ohne ideologische Scheuklappen passgenaue Lösungen entwickeln. Wir brauchen einen Mix verschiedener Antriebsformen, die Sinn machen - von modernen Diesel- und Benzinmotoren, über Elektroantriebe, Hybride bis hin zu Wasserstoffantrieben. Gerade im Schwerlastverkehr bietet Wasserstoff viele Vorteile: schnelle Betankung, große Reichweite, klimaneutral herstellbar. Wasserstoff wird seinen Durchbruch haben. Hierzu gibt es Förderprogramme von Bund und Land. Auch autonomes Fahren und digitale Verkehrsleitsysteme müssen vorangetrieben werden.“

 

Bei der Diskussion wurde auch deutlich, dass Branchenvertreter nicht viel vom politisch immer wieder propagierten Slotsystem bei der Brenner-Blockabfertigung halten. Die Mautbefreiung für alternative Antriebe müsse über 2031 verlängert werden und es müsse auf Österreich eingewirkt werden, dass die Ausnahme vom Nachtfahrverbot für emissionsfreie Lkw beibehalten bleibt, nachdem es bereits Stimmen in Österreich gibt, das in Frage zu stellen.

 

Aiwanger: „Wir erwarten auch von den Verkehrsplanern von Bahn und Autobahn, dass sie Sanierungsmaßnahmen besser aufeinander abstimmen, beispielsweise beim Brenner Nordzulauf, um monatelange Staus zu vermeiden.“

 

Die vier Verbände LBO (Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen), LBS (Landesverband Bayerischer Spediteure), LBT (Landesverband Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen) und VBS (Verband der Bayerischen Entsorgungsunternehmen) vertreten mehrere zehntausende Beschäftigte und stammen überwiegend aus dem familiengeführten Mittelstand.

 

Ansprechpartner: 

Korbinian Huber 

Stv. Pressesprecher


Pressemitteilung-Nr. 75/26
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Prinzregentenstraße 28, 80538 München