MÜNCHEN Die Preise für Butter sind drastisch gefallen. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger fordert deshalb eine Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts zur Lebensmittellieferkette. Aiwanger: "Mir ist es wichtig, dass mit Lebensmitteln fair gearbeitet wird. Spielchen, um Kunden mit Dumpingpreisen in den Laden zu locken, passen nicht in unsere Zeit, in der wir über Ernährungssicherheit sprechen. Statt dessen brauchen wir Preise, die auch auf Dauer bei den Erzeugern ankommen und damit auch die Rohstoffversorgung des Handels absichern. Sich am Ende auf internationale Quellen wie Südamerika verlassen zu müssen, wenn die heimische Erzeugung aufgegeben, ist nicht zu verantworten. Wenn große Marktakteure die Preise nach unten drücken, leiden am Ende die landwirtschaftlichen Betriebe. Das dürfen wir nicht zulassen.“ Discounter hatten den Preis für 250 Gramm Deutsche Markenbutter auf 99 Cent gesenkt.
Der Minister betont die zentrale Rolle der Landwirte für Ernährungssicherheit und regionale Wertschöpfung: "Unsere bäuerlichen Familienbetriebe erzeugen hochwertige Lebensmittel und brauchen faire Preise. Ein Unterbieten um jeden Preis darf nicht dazu führen, dass die Existenz unserer Milchbauern gefährdet wird. Mein Appell: Fair mit Erzeugern umgehen und langfristige Verträge mit den Lieferanten eingehen."
Die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel und in Teilen der Nahrungsmittelindustrie ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Das hat auch die Monopolkommission in ihrem Gutachten "Wettbewerb in der Lebensmittellieferkette" festgestellt. Aiwanger hat deshalb eine neue Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts angemahnt: "Die Konzentration und Marktmacht des Handels darf nicht zulasten unserer Bauern und am Ende der Verbraucher gehen. Der Wettbewerb muss funktionieren, das ist das Grundprinzip der Sozialen Marktwirtschaft. Nur so können unsere Landwirte, gerade in der Milch- und Fleischwirtschaft, langfristig gerecht am Markt teilhaben und die Bürger sich auf eine breite Angebotspalette verlassen.“
Ansprechpartnerin:
Tanja Gabler
Stv. Pressesprecherin
Pressemitteilung-Nr. 547/25

