ROSENHEIM Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger und der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber sehen in der Gewässerthermie großes Potential für die Energieversorgung in Bayern. Bei einem gemeinsamen Termin in Rosenheim haben sie das Leuchtturm-Projekt der Stadtwerke Rosenheim besichtigt und als Gestalter im Team Energiewende Bayern ausgezeichnet. In einem 2021 errichteten Gebäude betreiben die Stadtwerke drei Großwärmepumpen mit insgesamt 4,5 Megawatt thermischer Leistung. Das System kombiniert Flusswärme mit innovativer Kraft-Wärme-Kopplung.
Aiwanger: "Unsere Flüsse und Seen können einen wichtigen Beitrag zur regionalen Wärmeversorgung leisten, ohne ökologische Nachteile. Für rund ein Drittel aller bayerischen Gemeinden haben wir ein beachtliches Potential aus Flusswärme identifiziert. Das ist ein weiterer Baustein für eine bezahlbare und regionale Energieversorgung ohne ideologische Scheuklappen.“
Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber: "Die Energiewende ist der Schlüssel zum Klimaschutz. Bayern will alle erneuerbaren Energien weiter ausbauen. In unseren Flüssen und Seen schlummert großes Wärme- und Energiepotential. Unser Wasser kann auch Wärme. Wir wollen im Freistaat das fast unerschöpfliche Potential der Gewässerthermie in Zukunft noch besser nutzen. Mit der Nutzung von Flusswasserwärme gehen die Stadtwerke in Rosenheim vorbildliche neue Wege.“
Gewässerthermie nutzt die im Wasser von Seen und Flüssen gespeicherte natürliche Wärme, um Gebäude effizient zu heizen. Über Wärmetauscher wird dem Gewässer eine geringe Menge Wärme entzogen, die eine Wärmepumpe auf ein nutzbares Temperaturniveau bringt.
Für 667 der insgesamt 2.056 Gemeinden in Bayern wurde entlang von 104 Flüssen ein mögliches Flussthermie-Potential zur Wärmebereitstellung ermittelt. Es wird auf 10 bis 27 Terawattstunden geschätzt. Dies würde rein rechnerisch ausreichen, um 220.000 bis 610.000 Wohngebäude und damit bis zu 16 Prozent des Energieverbrauchs für Wärme in Gebäuden abzudecken. Zusätzlich bieten 31 Seen im Freistaat günstige Voraussetzungen für den Einsatz von Seethermie.
Um die Nutzung der Gewässerthermie voranzubringen, startet das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit C.A.R.M.E.N. e.V. und dem Ökoenergie-Institut Bayern die Online-Kampagne "Innovative Wärmeversorgung – Mit Flüssen & Seen erneuerbar heizen“. Ziel der Kampagne ist es, die Gewässerthermie als wichtigen Bestandteil der zukünftigen Wärmeversorgung sichtbar zu machen und Kommunen sowie Unternehmen zu motivieren, eigene Projekte zu prüfen. Vorgesehen sind vier Online-Seminare im Februar, Juni, Oktober und November 2026 mit Informationen zu Potentialen, technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen, Fördermöglichkeiten, Praxisbeispielen und Diskussionen.
"Die Stadtwerke Rosenheim haben es vorgemacht und ihr Projekt 'Flussthermie für die Wärmeversorgung - mit Flusswasser heizen' ist verdient ein Gestalter im Team Energiewende Bayern. Mit Mut und Innovationsgeist zeigen sie, wie man regionale Energiequellen effizient nutzt. Solche Projekte brauchen wir in ganz Bayern. Nun wollen wir, dass weitere Kommunen und auch Unternehmen nachziehen. Die Kampagne zeigt, wie Gewässerthermie funktioniert und welche Chancen sie bietet. Wer ein Wärmenetz plant oder modernisieren will, sollte diese Option ernsthaft prüfen", betont Energieminister Aiwanger.
Mit dem Projekt der Stadtwerke Rosenheim wurden bislang 17 Akteure als Gestalter im Team Energiewende Bayern ausgezeichnet. Weitere Informationen zum Potential von Gewässerthermie bietet der Energie-Atlas Bayern.
Ansprechpartnerin im Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Veronika Seitz
Leiterin der Pressestelle
Ansprechpartnerin im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
Dr. Aneta Ufert
Stellv. Pressesprecherin
Pressemitteilung-Nr. 541/25




