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Aiwanger: "Bayern ist Spitzenreiter beim Ausbau Erneuerbarer Energien. Der Bund darf die Entwicklung jetzt nicht ausbremsen"

MÜNCHEN  Bayern baut die Erneuerbaren Energien entschlossen, erfolgreich und mit Augenmaß aus. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung lag im Jahr 2024 erstmals bei über 75 Prozent. "Deutschlandweit liegen wir klar vor dem Durchschnitt von unter 60 Prozent. Wir gestalten die Energiewende pragmatisch, effizient, mit klarem Blick auf Wirtschaft und Menschen. Berlin darf uns jetzt aber nicht ausbremsen“, sagt Bayerns Energieminister Hubert Aiwanger.

 

Der Minister weiter: "Wir sind bei Photovoltaik mit 31 Gigawatt, Wasserkraft mit 2,4 Gigawatt und Biomasse mit 1,9 Gigawatt Spitzenreiter. Auch beim Ausbau der Windenergie legen wir zu: 2,8 Gigawatt installierte Leistung, 774 neue Genehmigungsanträge gestellt, 171 Genehmigungen allein im Jahr 2025 erteilt. Windenergieanlagen werden nach durchschnittlich zehn Monaten nirgendwo sonst in Deutschland schneller genehmigt als in Bayern. Der Erfolg kommt nicht von ungefähr: Effiziente Behörden, zahlreiche neue Stellen, insbesondere für Expertenteams als Stabsstellen an den Regierungen sowie gezielte Förderprogramme sind ein starker Hebel."

 

Zusätzlich sorgen viele Maßnahmen für mehr Akzeptanz vor Ort, wie zum Beispiel die Bayerische Beteiligungsregelung durch die Gemeinden, Städte und Landkreise in Bayern verbindlich an der Wertschöpfung von neuen Windenergie- und Photovoltaik-Freiflächenanlagen beteiligt werden. Andere Beispiele für Akzeptanzsteigerung sind die Arbeit der Windkümmerer®, die transparenten Informationen über den Energie-Atlas und Veranstaltungen des Teams Energiewende Bayern. 

 

Die aktuellen Bundes-Entwicklungen bei der Windenergie geben allerdings Anlass zur Sorge: Zahlreiche Projekte erhielten in der Ausschreibung der Bundesnetzagentur im November keinen Zuschlag, zugleich werden die Ausschreibungsmengen absehbar nicht ausreichen. Bayern setzt sich daher mit einer Bundesratsinitiative für eine Sonderausschreibung Windenergie mit zusätzlichen fünf Gigawatt im Jahr 2026 ein. Im Zuge der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) braucht es zudem eine Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells,  das auch windschwächere Standorte berücksichtigt, sowie zusätzliche Ausschreibungsmengen, um den Ausbau nachhaltig abzusichern.

 

Aiwanger betont: „Die Windenergie ist ein zentraler Pfeiler der Energiewende. Damit gut geplante Projekte auch realisiert werden können, müssen ausreichend Zuschläge zur Verfügung stehen. Unsere Bundesratsinitiative schafft dafür die notwendigen Voraussetzungen. Zudem brauchen wir Klarheit bei den bundesweiten Zielvorgaben, insbesondere für die Flächenausweisungen. Aktuell wird im Bund darüber diskutiert vom 2-Prozent-Ziel abzuweichen. Das entwertet laufende Planungen und schafft Rechts- und Investitionsunsicherheit."

 

Mit dem geplanten Redispatch-Gesetz sollen in stark belasteten Verteilnetzgebieten Wind- und Solaranlagen nur noch gebaut werden dürfen, wenn Betreiber auf Entschädigungen bei Abregelungen verzichten. Aiwanger kritisiert diesen Vorschlag: "Die Zielsetzungen des Netzpakets sind aus fachlicher Sicht grundsätzlich zu befürworten. In der aktuellen Ausgestaltung sehen wir jedoch Anpassungsbedarf. Die Redispatch-Vorbehalte gehen in der jetzigen Ausgestaltung zu weit. Redispatch ist nicht per se schlecht, ein Maximalausbau der Netze auf installierte Leistung ist volkswirtschaftlich nicht sinnvoll. Das 3-Prozent-Kriterium liegt zu niedrig und würde den Ausbau der Erneuerbaren Energien behindern. Weiterhin ist die vorgesehene Ausweisung kapazitätslimitierter Netzgebiete für bis zu zehn Jahre zu lange. So lange dauert der Verteilnetzausbau nicht einmal ohne Beschleunigungsbemühungen."

 

Ansprechpartnerin:

Dr. Aneta Ufert

Stellv. Pressesprecherin

 

 


Pressemitteilung-Nr. 52/26
Ansprechpartner
Prinzregentenstraße 28, 80538 München