STRAUBING Die Bayerische Staatsregierung hat in ihrer Kabinettssitzung heute in Straubing über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Niederbayern beraten. Die Wirtschaft ist seit über einem Jahr von spürbaren Herausforderungen geprägt, doch der Freistaat setzt weiter auf gezielte Unterstützung und strategische Investitionen.
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte: „Niederbayern verfügt über einen stabilen industriellen Kern, einen leistungsfähigen Mittelstand und engagierte Handwerksbetriebe – daran hat sich nichts geändert. Im Gegenteil: Die Region verzeichnet in den letzten Jahren einen massiven Wirtschaftszuwachs: Das BIP steigt kontinuierlich, und die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat in den letzten 20 Jahren um rund 40 Prozent zugelegt.
Gleichzeitig gibt es Rückschläge im Industriesektor: Die Automobilindustrie spürt die Konkurrenz aus China, zusätzlich belasten US-Zölle die Betriebe. Und die automobilstarke Region leidet darunter besonders. Aber auch der Maschinenbau und die Metallindustrie stehen unter Druck. Wer glaubt, dass sich diese Herausforderungen von selbst lösen, liegt falsch.
Bayern hält dagegen: Wir setzen gezielt auf Modernisierung, Transformation und Digitalisierung und stärken Zukunftsfelder wie die Bioökonomie in Straubing, wo wir stark investiert haben und auch landwirtschaftlichen Produkten die Chance geben, in die industrielle Wertschöpfung zu kommen. Wir verzeichnen steigende Ausbildungszahlen im Handwerk. Bereits durch den Tag des Handwerks an Schulen oder den Meisterbonus haben wir frühzeitig signalisiert, dass wir hinter dem Handwerk stehen. Das wird jetzt sichtbar."
Niederbayern verfügt weiterhin über eine leistungsfähige und breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur. Rund ein Drittel der Beschäftigten arbeitet im Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere in der Fahrzeugindustrie, im Maschinenbau und in der Metallverarbeitung. Die Exportquote des Verarbeitenden Gewerbes lag 2024 bei 57,3 Prozent und damit nahezu auf bayerischem Niveau. Auch der Arbeitsmarkt bleibt angesichts der konjunkturellen Schwäche angespannt. Die Arbeitslosenquote lag in Niederbayern im Jahresdurchschnitt 2025 bei 4,0 Prozent – zwar weiterhin deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 6,3 Prozent, aber um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr. Besonders betroffen ist das Produzierende Gewerbe, das bayernweit zuletzt deutliche Beschäftigungsrückgänge verzeichnete.
Gezielte Unterstützung vor Ort
Um dem entgegenzuwirken, unterstützt das Bayerische Wirtschaftsministerium die Region Niederbayern auf mehreren Ebenen:
Regionale Wirtschaftsförderung: 2025 stellte der Freistaat 35,4 Millionen an Regionalfördermitteln für Niederbayern bereit. Damit wurden Investitionen von rund 255 Millionen Euro ausgelöst, 222 neue Arbeitsplätze geschaffen und knapp 3.020 bestehende Arbeitsplätze gesichert.
Innovations- und Forschungsförderung: Der konsequente Ausbau von Forschungseinrichtungen, Technologie-Clustern sowie Technologie- und Gründerzentren stärkt den Technologietransfer – unter anderem in Straubing, Deggendorf, Passau und Landshut.
Digitalisierung und Gründungen: Programme wie BayTP+ und BayVFP sowie die Digitalen Gründerzentren unterstützen Start-ups und kleine sowie mittlere Unternehmen bei Digitalisierung und Innovation.
Transformation und Zukunftstechnologien: Mit der Hightech Agenda Bayern und dem neuen Transformationsfonds setzt der Freistaat gezielte Anreize für Investitionen in Nachhaltigkeit, Digitalisierung und neue Wertschöpfung.
„Die Maßnahmen des Freistaats sind wichtige Impulse und Entlastungen für unsere Unternehmen. Gleichzeitig wissen wir: Namhafte Betriebe müssen trotz unserer Unterstützung Personal abbauen, weil die Kosten zu hoch sind und sie auf dem Weltmarkt nicht mehr wettbewerbsfähig bleiben. Hier sind Bund und Europa gefordert: Energiepreise, CO -Bepreisung, das geplante Verbrennerverbot und die regulatorischen Rahmenbedingungen müssen so gestaltet werden, dass unsere Unternehmen konkurrenzfähig bleiben. Dazu gehört auch, bürokratische Hindernisse konsequent abzubauen", macht Aiwanger deutlich.
Ansprechpartnerin:
Franziska Wachtveitl
Stellv. Pressesprecherin
Pressemitteilung-Nr. 42/26

