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Aiwanger: "Mit dem neuen Ladenschlussgesetz haben wir den Handel endlich aus dem Korsett starrer Vorschriften befreit. Das bringt einen Schub für Innenstädte und den ländlichen Raum"

MÜNCHEN   Rund sechs Monate nach Inkrafttreten des ersten bayerischen Ladenschlussgesetzes hat Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger anlässlich des Neujahrsempfangs des Handelsverbands Bayern eine erste Zwischenbilanz gezogen.

 

Aiwanger: „Mit dem neuen Ladenschlussgesetz haben wir den Handel endlich aus dem Korsett starrer Vorschriften befreit. Das bringt einen Schub für Innenstädte und den ländlichen Raum. Aber man muss auch ehrlich sein: Längere Öffnungszeiten allein füllen keine Fußgängerzonen, wenn die Leute den Euro dreimal umdrehen müssen. Wir brauchen einerseits attraktive Innenstädte, die für die Bürger erreichbar sind. Andererseits brauchen wir dringend eine Wirtschaftswende und spürbare Entlastungen für die Bürger. Leistung muss sich wieder lohnen.“

 

Das am 1. August 2025 in Kraft getretene Gesetz zeigt bereits erste Erfolge:

 

  • Digitale Nahversorgung: Personallose Kleinstsupermärkte (bis 150 m²) tragen, zusammen mit Dorf- und Hofläden dazu bei, die Nahversorgung im ländlichen Raum zu verbessern. Sie schaffen neue Möglichkeiten für die Direktvermarktung und wirken Personalmangel entgegen.
  • Event-Shopping: Viele Händler nutzen verstärkt die Möglichkeit, an bis zu vier Tagen pro Jahr individuell bis Mitternacht zu öffnen. Das stärkt die Kundenbindung und eröffnet neue Möglichkeiten für Erlebnis-Shopping. Oft im Zusammenhang mit verschiedenen kommunalen Veranstaltungen, nutzen viele Städte die Möglichkeit, bis zu acht weitere lange Einkaufsnächte durchzuführen.
  • Stärkung Tourismushandel: Das Ladenschlussgesetz ermöglicht es Kommunen, sich selbst als Ausflugsort einzustufen, was touristischen Geschäften Sonderöffnungen an bis zu 40 Sonntagen erlaubt. Davon hat die Landeshauptstadt München bereits Gebrauch gemacht. Außerdem wurde das an Sonntagen verkaufbare Sortimenten deutlich ausgeweitet. 

 

Trotz der neuen Freiheiten warnte Aiwanger vor den strukturellen Problemen des Handels. Eine aktuelle Umfrage des Wirtschaftsministeriums zeigt eine Verschlechterung der Leerstandsituation, insbesondere in zentralen Lagen. „Wir dürfen die Augen nicht verschließen: Die Konsumzurückhaltung der Bürger, getrieben durch hohe Energiekosten, die Strukturkrise der Wirtschaft und die damit einhergehende allgemeine Unsicherheit, trifft den stationären Handel hart“, so Aiwanger. „Das Ladenschlussgesetz ist ein Werkzeug, aber kein Allheilmittel. Wenn gegen die Billigkonkurrenz asiatischer Onlineplattformen nichts unternommen wird und der Wirtschaftsmotor nicht endlich wieder angeworfen wird, nützen auch längere Öffnungszeiten allein wenig. Hier müssen die Bundesregierung und die EU endlich liefern.“

 

Aiwanger forderte die Kommunen auf, die Spielräume des Gesetzes noch mutiger zu nutzen: „Ein attraktives Abendprogramm in der Stadt muss Hand in Hand mit langen Öffnungszeiten des Handels gehen. Wir brauchen Leben in der Bude, statt leerer Schaufenster.“

 

Ansprechpartner: 

Korbinian Huber

Stv. Pressesprecher 


Pressemitteilung-Nr. 24/26
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger beim Neujahrsempfang des Handelsverbands Bayern zusammen mit Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff (l.) und Präsident Ernst Läuger (r.). 
Foto: StMWi/ K. Huber
Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger beim Neujahrsempfang des Handelsverbands Bayern zusammen mit Hauptgeschäftsführer Wolfgang Puff (l.) und Präsident Ernst Läuger (r.). Foto: StMWi/ K. Huber
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