Normung

Die Normung ist ein strategisches Instrument im Wettbewerb. Unternehmen, die sich an der Normungsarbeit beteiligen, können durch ihren Wissens- und Zeitvorsprung Vorteile erzielen. Normen werden in Eigeninitiative von Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt. Sie

  • sichern die Austauschbarkeit von Produkten und ermöglichen so eine zunehmende Arbeitsteilung,
  • reduzieren die Handelshemmnisse in regionalen und internationalen Märkten,
  • definieren die Erwartungen der Kunden und dienen als Maßstab für ihre Erfüllung,
  • wirken durch die Diffusion von Wissen und Know-how innovationsfördernd und stärken die Bereitschaft zur Annahme neuer Technologien,
  • sind eine wichtige Informationsquelle und erleichtern den technischen Wandel,
  • sind Grundlage für Wachstum - durch sie können Kosten reduziert und das Vertrauen der Verbraucher gestärkt werden,
  • ermöglichen einen besseren Zugang zu den Märkten, fördern den Wettbewerb und verringern Risiken.

Der wirtschaftliche Nutzen der Normung ist allerdings schwierig zu beziffern. Eine im Auftrag des DIN durchgeführte Studie des Fraunhofer Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und der TU Dresden aus dem Jahr 2010 geht von einem gesamtwirtschaftlichen Nutzen der Normung in Deutschland in Höhe von jährlich 16,77 Milliarden Euro oder 0,7 bis 0,8% des BIP aus.

Normungsprozess

Am öffentlichen Normungsprozess können sich all jene beteiligen, die Normen benötigen oder von ihnen betroffen sind: Wirtschaft, Verbraucher, öffentliche Verwaltung oder Wissenschaft. Die Normungsarbeit findet in Arbeitsgruppen und Normungsausschüssen statt. Um den Zugang von KMU zum Normungsprozess weiter zu erleichtern, hat das DIN das Norm-Entwurfs-Portal ins Leben gerufen, wo Normentwürfe der interessierten Fachwelt frühzeitig zugänglich gemacht werden und fachlich dazu Stellung genommen werden kann.

Das Bayerische Wirtschaftsministerium beschäftigt sich mit den Themen Normung und Qualitätssicherung unter anderem im Arbeitskreis Europäische Normung und Qualitätssicherung. An diesem sind außerdem das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, die Bayerische Oberste Baubehörde, die Dachverbände der bayerischen Wirtschaft, der TÜV Rheinland und der TÜV Süd sowie Vertreter des Ausschusses Normenpraxis (ANP) des Deutschen Instituts für Normung (DIN) und des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) beteiligt. Zur Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen gibt der Arbeitskreis eine Reihe von Merkblättern und Broschüren zu den Themenkreisen Normung, Qualitätssicherung und Konformitätsbewertung heraus.