Tiefengeothermie

Im südbayerischen Raum bietet sich mit den Thermalwasservorkommen in den Malmkarbonaten die Möglichkeit einer geothermischen Nutzung aus einer heimischen Energiequelle. Es handelt sich hierbei um die größte direkt nutzbare Geothermielagerstätte West- und Mitteleuropas. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt bei der geothermischen Wärmeversorgung und damit der klimaschonenden Substituierung von Öl und Gas im Wärmebereich. Bei höheren Temperaturen ab 80 °C bestehen auch Möglichkeiten, grundlastfähigen Strom zu produzieren. In Bayern sind derzeit 23 hydrothermale Geothermie-Anlagen in Betrieb. In sieben dieser Anlagen wird neben Wärme auch Strom erzeugt, so dass neben einer Wärmeleistung von insgesamt 0,289 GW auch eine elektrische Leistung von 0,035 GW aus Geothermie in Bayern zur Verfügung steht.

Bayern ist in Deutschland führend bei der Nutzung der Tiefengeothermie. Die Stromerzeugung aus Erdwärme hat sich im Zeitraum von 2009 bis 2016 von 0,004 TWh auf 0,082 TWh mehr als verzwanzigfacht, die Wärmeerzeugung hat sich von 2009 bis 2016 auf 2,05 PJ nahezu verdreifacht und trug 2016 zur Deckung des Wärmebedarfs zu rund 0,3 Prozent bei.