Solarthermie & Umgebungswärme

Bayern verfügt über in Deutschland überdurchschnittlich hohe solare Einstrahlwerte und überwiegend gut geeignete Bodenstrukturen zur Erdwärmenutzung (oberflächennahe Geothermie). Knapp ein Drittel der deutschen Solarkollektorfläche ist in Bayern installiert. 2017 konnten rund 2,67 TWh an Wärme aus Solarthermie gewonnen werden, im Vergleich zu 2,54 TWh im Jahr 2015. Die durch ca. 135.000 Wärmepumpen (Schätzwert) bereitgestellte Wärme betrug 2017 rund 3 TWh (rund 11 PJ). 2015 lag dieser Wert noch bei rund 2,5 TWh (9 PJ).

Diese Ressourcen können in großem Umfang mit Solarkollektoren und Wärmepumpen zur Brauchwassererwärmung und Gebäudeheizung/-kühlung genutzt werden. Im Neubau kommen solche Anlagen – auch bedingt durch ordnungsrechtliche Vorgaben im Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und in der Energieeinsparverordnung – bereits vielfach zum Einsatz. Im Gebäudebestand werden sie hingegen wegen der meist notwendigen baulichen Eingriffe und der damit verbundenen Unannehmlichkeiten, der nicht unerheblichen Kosten und zum Teil auch wegen fehlender Kenntnis bislang nur in begrenztem Umfang eingesetzt.

Um das Ziel eines weitgehend klimaneutralen bayerischen Gebäude­bestandes bis 2050 mit einem mindestens 50 Prozent-Anteil erneuerbarer Energien im Wärmebereich zu erreichen, wollen wir neben der Umsetzung weiterer effizienzsteigernder Maßnahmen die im Gebäudebestand installierten Solarkollektoranlagen und Wärmepumpen innerhalb der nächsten Jahre dauerhaft erhöhen. Energieeffizienz ergänzt sich sehr gut mit Solarthermie und Wärmepumpen. Sie erhöht wegen der dann niedrigeren Vorlauftemperatur massiv die Effizienz der Wärmepumpe. Dabei setzen wir aber in erster Linie auf marktgerechte Anreize, auf finanzielle Förderungen (z.B. 10.000-Häuser-Programm) und Information. Ordnungsrechtlich vorgeschriebene Zwangssanierungen des Gebäudebestands sind dagegen nicht zielführend.