BRÜSSEL Das europäische Erdbeobachtungsprogramm Copernicus hat eine zentrale Bedeutung für Bayern und Europa. Das hat Bayerns Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt im Europäischen Parlament bei einem Treffen des europäischen Netzwerks der Raumfahrtregionen (NEREUS) betont. Gotthardt bekräftige Bayerns Anspruch, „Motor für Europas Raumfahrtinnovation“ zu bleiben und rief vor Vertretern von EU-Parlament und Kommission, der ESA sowie zahlreichen europäischen Regionen zu einer entschlossenen Budgetausstattung für Copernicus auf: „Europa darf den Anschluss nicht verlieren. Copernicus ist weltweit führend und Bayern steht dafür ein, dass das so bleibt. Dafür braucht es politischen Willen und Klarheit dies in Zukunft auch mit ausreichend Mitteln sicherzustellen. Darüber hinaus ist eine enge Zusammenarbeit der Regionen und Mitgliedstaaten unabdingbar, um die Daten auch bestmöglich in die Anwendung zu bringen.“
Die geplanten Investitionen von der ESA (5,1 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre) und vom Bund sollen die Erdbeobachtung stärken und in eine neue Satellitengeneration fließen. Neue Ansätze hin zu mehr Kosteneffizienz und Schnelligkeit, wie sie aktuell in Würzburg intensiv verfolgt werden, können dazu beitragen. Wichtig ist ebenso, dass die gewonnenen Daten der neuen Satelliten schnell für praktische Anwendungen und neue Produkte genutzt werden und so einen Mehrwert für unsere Gesellschaft liefern.
Das Erdbeobachtungsprogramm spiele eine Schlüsselrolle, wenn es um Souveränität, Sicherheit und Resilienz Europas gehe, so Gotthardt. „Copernicus zeigt täglich, wie Weltraumdaten Leben schützen und politische Entscheidungen verbessern können, sei es beim Katastrophenschutz oder beim Monitoring von Umweltveränderungen.“ Ein zentrales Beispiel sei der Einsatz moderner Satelliteninformationen während der Hochwasserlage in Süddeutschland 2024. Das in Oberpfaffenhofen ansässige Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) hatte damals Echtzeit-Lagekarten bereitgestellt, die Einsatzkräften entscheidende Vorteile verschafften. Gleichzeitig verwies der Staatssekretär auf Bayerns starke wissenschaftliche und industrielle Basis: „Bayern zählt heute zu den innovativsten Raumfahrtregionen Europas. Start-ups, Forschungseinrichtungen und Unternehmen entwickeln hier Lösungen für Waldbrandfrüherkennung, Wassermanagement oder Biodiversitätsmonitoring – Technologien, die überall in Europa gebraucht werden.“
Zum Abschluss unterstrich Gotthardt die Bedeutung einer engen Partnerschaft zwischen den europäischen Regionen: „Copernicus ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt – und gemeinsam können wir es weiterentwickeln, stärken und zum Herzstück der europäischen Innovationsstrategie machen.“ Das Netzwerk NEREUS fördert seit vielen Jahren die regionale Zusammenarbeit im Bereich Raumfahrtanwendungen und Erdbeobachtungsprogramme.
Ansprechpartner:
Bastian Brummer
Stellv. Pressesprecher
Pressemitteilung-Nr. 540/25

