Zukunftsoffensive Elektromobilität

Elektromobilität ist ein aktuelles Megathema unserer Zeit. Ressourcenverknappung, Klimaerwärmung und Veränderungen im Mobilitätsverhalten stellen insbesondere die Fahrzeughersteller, aber auch Energieerzeuger, Netzbetreiber und andere Branchen vor neue Herausforderungen.

Bayerische Initiative für neue Schubkraft in der Elektromobilität

Die Bayerische Staatsregierung und die bayerische Automobilbranche haben sich Ende Januar 2016 auf eine gemeinsame Initiative zur Förderung der Elektromobilität geeinigt. Ziel der Initiative ist es, der Elektromobilität durch starke Impulse aus Politik und Wirtschaft neue Schubkraft zu verleihen, um die Zahl der neu zugelassenen Elektrofahrzeuge deutlich zu erhöhen. Die Bayerische Staatsregierung hat sich deshalb mit der bayerischen Automobilbranche auf folgenden Maßnahmenkatalog geeinigt:

  • Direkte Anreize durch substanzielle Kaufprämien mit entsprechender Beteiligung der Automobilindustrie: Bayern fordert den Bund auf, die hierfür erforderlichen Finanzmittel ohne Gegenfinanzierung bereitzustellen und zeitnah ein Konzept für eine bürgerfreundliche und einfach handhabbare Prämienlösung zu entwickeln, denn nur so kann das Ziel von bundesweit einer Million Elektrofahrzeugen bis 2020 noch erreicht werden.

  • Konsequenter Ausbau der Ladeinfrastruktur parallel zu steigenden Verkaufszahlen: Bis 2020 sollen bis zu 7.000 öffentlichen Ladesäulen in Bayern entstehen. Dies soll mit einem Bund-Länder-Programm erreicht werden, an dem sich Bayern finanziell beteiligen wird und das die bayerische Automobilindustrie unterstützen möchte.

  • Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für kostenfreies Laden am Arbeitsplatz: Staatsregierung und Automobilhersteller haben sich darauf verständigt, gemeinsam für eine spürbare Verbesserung der steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für das Laden von Elektroautos auf Bundesebene einzutreten. Wenn Unternehmer/Arbeitgeber kostenfreie Lademöglichkeiten anbieten, sollen diese von Arbeitnehmern steuerfrei zum Laden von Elektrofahrzeugen genutzt werden können.

  • Öffentliche Beschaffungsinitiative für den staatlichen Fuhrpark: Bayern geht auch hier mit Vorbild voran. Durch eine staatliche Beschaffungsinitiative für Elektrofahrzeuge soll im staatlichen Fuhrpark der Anteil der Elektroautos bei Neuzulassungen, die grundsätzlich für Elektrifizierung geeignet sind, auf 20 Prozent erhöht werden.

Zukunftsoffensive Elektromobilität - 5-Punkte-Strategie Elektromobilität

Die Bayerische Staatsregierung hat im November 2008 die „Zukunftsoffensive Elektromobilität“ beschlossen. Sie will mit dieser Offensive:

  • das Thema Elektromobilität als zukunftsweisende und umweltfreundliche Technologie mit gestalten,
  • den Standort Bayern mit seinen Premiumherstellern Audi, BMW und MAN, innovativen Zulieferern, Energieversorgern und einer weltweit anerkannten Forschungslandschaft zum Vorreiter bei der Elektromobilität machen,
  • Impulse für Unternehmen und Wissenschaftler geben und damit der bayerischen Automobilindustrie insgesamt zu einem Innovationsschub verhelfen.

Mit der im Mai 2010 beschlossenen 5-Punkte-Strategie setzte die Bayerische Staatsregierung die erforderlichen Rahmenbedingungen, um Bayern zum Leitmarkt und Leitanbieter für Elektromobilität zu machen:

Ausbau der bayerischen Forschungslandschaft

Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie

Im Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bau­elemente­technologie in Erlangen und Nürnberg investiert der Freistaat in den nächsten Jahren rund 14 Millionen Euro für die Weiterentwicklung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Mit innovativer Leistungs­elek­tronik werden neue technische Lösungen im Bereich der elek­trischen Fahr­zeug­antrieb­ssysteme entwickelt.

E|Drive-Center

Im E|Drive-Center Nürnberg fördert der Freistaat die Entwicklung neuartiger elektrischer Antriebskonzepte und den Wissenstransfer von der Hochschule in die industrielle Praxis. Dafür wurden im ersten Schritt rund 9 Millionen Euro bereitgestellt. Unter Leitung des Lehrstuhls FAPS (Lehrstuhl für Fertigungsautomatisierung und Pro­duktions­systematik) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg startete im April 2010 die Arbeit des auf die Produktion elektrischer Antriebe fokussierten Transferzentrums mit dem Ziel, bayerische Unternehmen in einer Branche mit über­durch­schnitt­lichen Wachstumsaussichten nachhaltig zu unterstützen. Aufgrund erfolgreicher Bearbeitung von öffentlich geförderten Forschungsprojekten und industriefinanzierten Entwicklungskooperationen konnte die Forschergruppe bereits auf rund 20 Mitarbeiter aufgebaut werden.

Als Schnittstelle zwischen Industrie und Hochschule bündelt das E|Drive-Center die umfangreichen Forschungskompetenzen in der Metropolregion Nürnberg auf dem Gebiet der elektrischen Antriebs­technik. Die Arbeitsschwerpunkte des Zentrums liegen in der Ana­ly­se und Optimierung der Anwendung, der fertigungsnahen Auslegung sowie der Produktionsprozessgestaltung von Kom­po­nen­ten und Systemen der elektrischen Antriebstechnik. Hierzu wurde ein modernes Technikum aufgebaut, in dem Anlagen und Technologien zur automatisierten Motorenfertigung in enger Zusam­men­arbeit mit der Industrie qualifiziert und optimiert werden. Das Leistungsspektrum reicht hierbei von der Auslegung kompletter Fertigungs­linien über den Aufbau von Prototypen, der Qualifizierung von Kom­po­nen­ten und Antrieben oder der Konzeption mecha­tro­ni­scher An­triebs­systeme bis zur detaillierten Analyse und Optimierung einzelner Fertigungsprozesse.

Forschungs- und Entwicklungszentrum Elektromobilität

Der Freistaat fördert den Aufbau des „Forschungs- und Entwicklungs­zentrums Elektromobilität“ in Würzburg. Als Ein­rich­tung der Fraunhofer-Gesellschaft bündelt die Forschungs- und Entwicklungs­arbeit für Energie­speicherung und -wandlung zwei Schlüssel­technologien im Bereich der Elektro­mobilität. Die Staats­regierung fördert das Forschungs- und Entwicklungs­zentrum im Rahmen der Initiative „Aufbruch Bayern“ mit 16,6 Millionen Euro.

Technologietransferzentrum für Elektromobilität

In Bad Neustadt a.d. Saale besteht ein neues Technologietransfer­zentrum für Elektromobilität (TTZ-EMO) der Hochschule für an­ge­wand­te Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt eingerichtet. Das TTZ-EMO wird mit 4,5 Millionen Euro aus der Zukunftsinitiative Aufbruch Bayern gefördert. Das Zentrum wird auch finanziell von der Stadt Bad Neustadt a.d. Saale, dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Mainfränkischen Wirtschaft unterstützt.

Kernaufgaben des Zentrums sind:

  • Forschung und Entwicklung (Begleitforschung zu den Projekten der Modellstadt für Elektromobilität Bad Neustadt, Einzelprojekte zur Elektromobilität), sowie
  • Bildung und Transfer (Informations- und Dokumentationszentren, Wissenstransfer zu kleinen und mittelständischen Unternehmen, Förderung von Ausgründungen, Kooperation zwischen hochschulischer und beruflicher Ausbildung).


Das TTZ-EMO unterstützt damit die Modellstadt Bad Neustadt mit dem wissenschaftlichen Know-How der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Damit wird zugleich ein Anreiz für einschlägig tätige Unternehmen Mainfrankens geschaffen, mit innovativen Produkten erhöhte Anteile an dem wachsenden Markt für Elektromobilität zu gewinnen.

Wissenschaftszentrum Elektromobilität der TU München

Das Wissenschaftszentrum Elektromobilität an der Technischen Universität München bündelt als bundesweit einmaliges For­schungs­zentrum eine Vielzahl von Lehrstühlen und Fachgebieten in fünf Fakultäten (Chemie, Elektrotechnik und Informationstechnik, Informatik, Maschinenwesen und Physik). Ziel ist unter anderem die Entwicklung neuer elektrochemischer Speichersysteme, die mit hoher Energiedichte und Betriebssicherheit für Kraftfahrzeuge tauglich sind. Das Konzept des Zentrums basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz, der alle Aspekte von der Fahrzeugtechnik (Antriebssysteme, Steuerungs- und Kommunikationssysteme, Leistungselek­tronik) über die Energieversorgung (Energiespeicher und -wandler, Speicher- und Thermomanagement) bis hin zur Energiewirtschaft (Energiebereitstellung, Energienetze und Infra­struktur, Anbindung und Betrieb dezentraler Speicher) umfasst.

Anwenderzentrum für Karbonfasertechnologie

Im Technologiezentrum Augsburg befindet sich ein Anwenderzentrum im Bereich der Karbonfasertechnologien im Aufbau. Es soll in seiner Funktion als Bindeglied zwischen For­schung und Wirtschaft insbesondere klein- und mittel­ständische Unternehmen der Branchen Maschinenbau, Automobilbau, Energie­technik und Flugzeugbau darin unterstützen, neue Faser­ver­bund­tech­no­lo­gien (CFK) für den Einsatz in ihren Unternehmen wei­ter­zu­ent­wickeln. Durch den Einsatz der innovativen Karbonfaser-Verbundwerkstoffe können die Elektromobile der Zukunft leichter und sicherer werden. Der Freistaat fördert das Technologiezentrum Augsburg mit 10,5 Millionen Euro.

Modellprojekte

Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt

Logo Modellstadt Elektromobilität Bad Neustadt

Die Stadt Bad Neustadt a.d. Saale bietet durch ihre besonderen Standortfaktoren mit einem sehr hohen Einpendleranteil und einer technisch-industriell geprägten Wirtschaftsstruktur gute Voraus-setzungen, um verschiedene Gesichtspunkte der Elektromobilität zu erforschen. Das Gesamtkonzept der Modellstadt Elektromobilität sieht vier Schwerpunkte vor:

  • Smart Grid vor dem Hintergrund der besonderen Heraus­forderung­en von regenerativer Energieerzeugung und Elektromobilität
  • Aus- und Weiterbildung
  • Batteriemanagement zur Leistungsoptimierung und Verlängerung der Lebensdauer
  • Elektromobilitätskonzepte

e-GAP

Logo e-GAP

Die Gemeinde Garmisch-Partenkirchen legt mit ihrem Konzept e-GAP einen besonderen Fokus auf einen ganzheitlichen integrativen Ansatz zur Elektromobilität. Dabei ermöglicht die touristische Struktur der Modellkommune neben der Forschung am Gesamtsystem Elektromobilität in der Region auch eine starke Kommunikation eines neuen nachhaltigen Mobilitäts­verhaltens für die Besucher. Unter diesem Gesamtansatz werden insbesondere folgende Schwerpunktthemen erforscht:

  • Fahrzeugflottenprojekte im Hinblick auf Car-Sharing, Gewerbe­leasing und touristischer Kurzzeitvermietung
  • innovative und integrierte Ladeinfrastrukturen
  • Smart Mobility

E-WALD

Externer Link: E-Wald

Das Projekt E-WALD will auf einer breiten Fläche mit Hilfe neu ent­wickel­ter intelligenter und integrierter Ladeinfrastruktur sowie innovativen Steuerungs- und Kommunikations­konzepten belegen, dass Elektro­mobilität im ländlichen Raum und unter schwierigen natürlichen Rahmenbedingungen (unter anderem klimatisch, topografisch) realisierbar ist. Einen Schwerpunkt bilden insbesondere folgende Themen:

  • Fahrzeugflottenprojekte mit Entwicklung eines Reich­weiten­modells unter schwierigen kli­ma­ti­schen Rand­be­ding­ung­en und topographischen Gegebenheiten
  • Intelligente Ladetechnik
  • Informations- und Kommunikationstechnologien als Schnittstelle zwischen Fahrzeugelektronik, Nutzersystemen und Internet

Elektromobilität im Allgäu

Logo econnect eTour Allgäu

Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aus dem Programm „Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) für Elektromobilität“ in 2009 gestartete Projekt eE-Tour Allgäu hatte als Zielsetzung die besonderen Merkmale einer ländlichen Region am Beispiel des Allgäus für die Einführung der Elektromobilität zu erforschen und nutzbar zu machen. Im Mittelpunkt des Allgäuer E-Mobilitätsprojekts stand die Vielfalt der Flotte. Insgesamt wurden über 40 Elektroautos unterschiedlichster Art, unterschiedlicher Betreiber und unterschiedlicher Nutzung unter Einbindung eines einheitlichen IKT-System betrieben. Die Software für dieses System (Car-PC, energieoptimierte Navigation, Mobilitätszentrale, Buchungsportal, Ladesäulen) wurde im Projekt entwickelt und die gesamte Kommunikation der einzelnen Module im Flottenbetrieb intensiv getestet.

Um das in zwei Jahren gesammelte Wissen und die vielen Erfahrungen weiter verwerten und umsetzen zu können, hat sich das Allgäuer Überlandwerk mit sechs weiteren Stadtwerken aus ganz Deutschland – Aachen, Duisburg, Leipzig, Osnabrück, Sylt und Trier – mit econnect Germany zu einem Forschungsverbund mit insgesamt 20 Projektpartnern zusammengeschlossen und erfolgreich beim Technologiewettbewerb „IKT für Elektromobilität II“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) beworben. Econnect Germany wurde als eins von fünf Forschungsprojekten für eine Förderung ausgewählt und vom BMWi als neues Leuchtturmprojekt vorgestellt.

Aufbauend auf den Ergebnissen und Strukturen des eE-Tour-Allgäu-Projektes werden im Teilprojekt „econnect eE-Tour Allgäu“ konkrete Lösungsansätze für die Anforderungen des Allgäus an umfassende Mobilität und größtmöglichen Umweltschutz durch Elektromobilität entwickelt. In Weiterentwicklung der Forschung des eE-Tour-Projektes soll ein kommerziell, kommunal, privat und touristisch vernetzter Ansatz intermodaler Mobilität für den ländlichen Raum erarbeitet werden. Ein weiteres Ziel ist der Aufbau und die Umsetzung eines SmartFacility Gebäudes. Eine neue Software soll eine PV-Anlage (Eigenverbrauch), eine stationäre Batterie, eine Ladestation mit Anschlüssen für mehrere Elektroautos und verschiedenste Geräte am Beispiel eines Bürogebäudes intelligent steuern.

Modellregion München

München wurde in den Jahren 2009 – 2011 vom Bundesverkehrsministerium zu einer von bundesweit acht Modellregionen für Elektromobilität erklärt. Ziel war es, den Einsatz von Elektrofahrzeugen zu erproben und ihre Markteinführung vorzubereiten. Mit dem Aufbau eines nachhaltigen kommunalen „Elektromobilitätskonzeptes”, werden unter anderem Handlungsoptionen für Elektromobilität in der Region München aufgezeigt und mögliche weitere Nutzer beziehungsweise Kunden für individuelle Elektromobilität identifiziert. Im Rahmen der Projekte wurde eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur auf Basis erneuerbarer Energien in der bayerischen Landeshauptstadt aufgebaut. Die Stadtwerke München GmbH (SWM) übernahmen in diesem Zeitraum die regionale Projektleitung.

Leuchtturmprojekte

Schaufenster „Elektromobilität verbindet“

Logo Elektromobilität verbindet Bayern und Sachsen

Das Schaufenster Bayern Sachsen „Elektromobilität verbindet“ wurde von der Bundesregierung am 3. April 2012 als eines von vier Schaufensterregionen für Elektro­mobilität in Deutschland ausgewählt.

Das industriegetriebene Schaufenster „Elektromobilität verbindet“ verfolgt einen breiten Ansatz mit fünf thematischen Schwerpunkten. Die Themen „Langstreckenmobilität“, „Urbane und Ländliche Mobilität“ sowie „Internationale Verbindungen“ und „Aus- und Weiterbildung“ bilden ein umfangreiches Gesamtkonzept. Nicht nur Projekte rund um das Elektrofahrzeug werden bedient, sondern im Sinne eines systemischen Ansatzes auch Vorhaben in den Bereichen Energiesystem und Verkehrssystem. Das bayerisch-sächsische Schaufenster will einen funktionierenden Markt für Elektrofahrzeuge vorbereiten und die Frage- und Problemstellungen im Bereich Elektromobilität für den Nutzer klären.

Vorbereitung und Entwicklung des Markthochlaufes für Elektrofahrzeuge bis 2020


Um das ehrgeizige Ziel der Bundesregierung zu unterstützen, stellen sich Bayern und Sachsen der Herausforderung, einen funktionsfähigen Markt auf regionaler Ebene zu schaffen. Das gemeinsame Schaufenster stellt dabei ein wichtiges Instrument dar, um dieses Ziel zu erreichen. Der hohe Forschungs- und Entwicklungsanteil im bayerisch-sächsischen Schaufenster trägt maßgeblich zur Entwicklung und Etablierung wirtschaftlich tragfähiger Geschäftsmodelle bei.

Mit einem systematisch strategischen Ansatz zeigt das Schaufenster, dass die Elektromobilität auch für schwierig zu erschließende Regionen, Verkehrsbereiche und Nutzergruppen (ländlicher Raum, Pendler, Langstreckenmobilität, Wirtschafts- und Güterverkehr) attraktiv ist. Das Schaufenster Bayern-Sachsen mit seinen fünf thematischen Schwerpunkten wird maßgeblich zur flächendeckenden Einführung der Elektromobilität beitragen. In den insgesamt über 60 Einzelprojekten werden dabei zentrale Themenbereiche zum Beispiel Intermodalität, Integration erneuerbarer Energien in die Elektromobilität und Fragen der Wertschöpfungstiefe im Bereich Elektrofahrzeug und Batterie bearbeitet. In enger Kooperation mit anderen Schaufensterregionen wird das Ziel verfolgt, einen essenziellen Beitrag zu leisten, um Deutschland zum Leitanbieter und Leitmarkt für Elektromobilität zu entwickeln.

Eine starke Partnerschaft für Elektromobilität

Bis zum Jahr 2020 sollen nach den Zielen der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen fahren. Darauf aufbauend haben sich Bayern und Sachsen das Ziel gesetzt, einen Markt für 250.000 Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2020 zu schaffen und damit maßgeblich zur flächendeckenden Einführung der Elektromobilität in Deutschland beizutragen. Zusammen mit der Automobilindustrie in beiden Freistaaten haben sich viele national und international führende Unternehmen zweier starker Bundesländer zusammengeschlossen und bilden so eine Partnerschaft, die auf ausgezeichnete Rahmenbedingungen zurückgreifen kann. Das Schaufenster Bayern-Sachsen wird zeigen, dass die Elektromobilität auch für schwierig zu erschließende Regionen, Verkehrsbereiche und Nutzergruppen (ländlicher Raum, Pendler, Langstreckenmobilität, Wirtschafts- und Güterverkehr) attraktiv ist. Die Ergebnisse aus dem Schaufenster sollen über nationale als auch internationale Strahlkraft verfügen.

Partner und Unterstützer

Insgesamt sind über 150 Unternehmen und öffentliche Institutionen aus Bayern und Sachsen an dem Schaufenster Elektromobilität beteiligt. An der Seite von mehreren weltweit führenden Unternehmen wie Audi, BMW, E.ON, und Siemens bringen sich regionale Energieversorger wie die Stadtwerke München und Ingolstadt und Anbieter des ÖPNV sowie eine Vielzahl an klein- und mittelständischen Unternehmen in das Schaufenster ein. Begleitet wird dies durch (technische) Universitäten und (Fach-) Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen sowie durch Gebietskörperschaften aus Bayern und Sachsen. Die Koordinierung liegt bei der Bayern Innovativ GmbH. Um die internationale Sichtbarkeit zu steigern, gibt es eine Kooperation mit Österreich und Québec, Kanada. Dabei stehen der grenzüberschreitende Pendlerverkehr, der Erfahrungsaustausch mit dem nordamerikanischen Markt und die internationale Normung und Standardisierung im Fokus.

Inhaltliche Schwerpunkte

Im Schaufenster Bayern-Sachsen sind insgesamt rund 60 Projekte vorgesehen, die zusammen ein Projektvolumen von über 150 Millionen Euro umfassen. Die Projekte sind dabei an den Schnittstellen von Elektrofahrzeug, Energiesystem und Verkehrssystem ausgerichtet.

Wesentliche Themenschwerpunkte:

Langstreckenmobilität

  • Entlang der A9 von München bis Leipzig werden Schnellladestationen in einem maximalen Abstand von 90 Kilometern errichtet
  • Ausweitung bis nach Berlin und Österreich ist Teil der Überlegung

Urbane Mobilität

  • Elektromobilität in Städten stellt hohe Anforderungen an Stadt- / Verkehrsplanung
  • Entwicklung von Konzepten zur Schaffung passender Park- und Lademöglichkeiten für Nutzer (zum Beispiel Pendler, Anwohner, Lieferverkehr, Taxi)

Ländliche Mobilität

  • Elektromobilität in ländlichen Regionen ist komplex aufgrund großer Entfernungen und anspruchsvoller Topographie
  • Untersuchung von Nutzerverhalten (z. B. Privatpersonen, Touristen, Behörden)

Internationale Verbindung

  • Internationale Sichtbarkeit via Messen, Flughäfen und Tourismus
  • Kooperation mit der Republik Österreich in konkreten Projekten und Erfahrungsaustausch mit der Provinz Québec, Kanada

Aus-/ Weiterbildung

  • Dreigliedriger Ansatz von der Schule über das Studium bis hin zur Promotion
  • Vielzahl an Projekten im Bereich der beruflichen Aus-/Weiterbildung

Cluster M A I Carbon – Schlüsseltechnik für Bayern und Deutschland

Karte mit Standorten von M•A•I Carbon

Der Cluster M•A•I Carbon, eine Initiative des in Augsburg ansässigen Carbon Composites e.V. (CCeV), ist aus dem Spitzencluster-Wettbewerb des BMBF 2012 als Sieger hervorgegangen und wird im Zeitraum 2012-2017 mit 40 Mio. durch das BmBF gefördert.

M•A•I Carbon ist ein Zusammenschluss von fast 100 Unternehmen, Bildungs- und Forschungs­einrichtungen sowie unterstützenden Organisationen, die überwiegend in der M•A•I Region München-Augsburg-Ingolstadt auf dem Technologiefeld „Carbon-Faserverstärkte Kunststoffe“ (CFK oder Carbon) agieren.

Die Mitglieder stammen aus sämtlichen Branchen, in denen Hochleistungs-Faserverbund-Werkstoffe Anwendung finden. Der Hauptfokus liegt auf den Anwenderbranchen Automobilbau, Luft- und Raumfahrt sowie dem Maschinen- und Anlagenbau.

Ziel von M•A•I Carbon ist, die breite, großserientaugliche Her­stel­lung und Verwendung von CFK, um mit dessen heraus­ragenden Vorteilen in Bezug auf Energie- und Ressourcen­effizienz die maximale ökonomische und ökologische Wirkung zu erzielen und so den Innovations- und Produktions­standort Bayern und Deutsch­land im internationalen Wettbewerb auch in Zukunft behaupten zu können. Zur Erzeugung der hierfür notwendigen Sprunginnovationen hat M•A•I Carbon welt­weit mit die besten Voraussetzungen, da hier eine einzigartige Konzentration von Kompetenzträgern entlang der gesamten Innovations- und Wertschöpfungskette der CFK-Technologie vor­han­den ist, die von Politik und Berufsverbänden tatkräftig unter­stützt werden, um die regionalen Stärken weiter auszubauen.

Der Schwerpunkt des Spitzenclusters liegt in der Koordination von Förderprojekten und der Vernetzung der Akteure. Aber auch internationale wissenschaftliche Konferenzen und Bildungsprojekte werden durchgeführt. Die von M•A•I Carbon konzipierte Ausstellung „Harter Stoff“ ist nach der viel beachteten Premiere im Deutschen Museum München bis Ende Mai 2016 in Bonn ausgestellt.

Forschungsverbund für Elektromobilität (FORELMO)

Mit rund 1,9 Millionen Euro fördert die Bayerische Forschungs­stiftung den Forschungsverbund für Elektromobilität (FORELMO). Unter Berücksichtigung der in Bayern vorhandenen Forschungs- und Industrielandschaft konzentriert sich FORELMO auf die Schwerpunktthemen „Elektromotoren“, „Batteriesysteme“ und „Leistungselektronik“. Beispiele dafür sind Elektromotoren, die sehr gute Leistungswerte auch ohne teure Magnetwerkstoffe erreichen, optimierte Batteriepacks und Batterie­management­systeme mit erhöhtem Wirkungsgrad und verbesserter Sicherheit sowie neuartige, kostengünstigere passive Bauelemente mit erhöhter Zuverlässigkeit und verbesserten Leistungsdaten.

Neben den fachlichen Aktivitäten zielt der Forschungsverbund auf eine engere Zusammenarbeit der Industriepartner mit der regional verfügbaren Forschungskompetenz sowie der bayerischen For­schungs­ein­rich­tung­en untereinander. Beispielgebend ist hier die Kooperation der Forschungsstandorte München und Erlangen-Nürnberg. Durch die Vernetzung lassen sich die Interessen und Kompetenzen der beteiligten Firmen projektspezifisch berück­sich­ti­gen und die Forschungs- und Entwicklungs-Aktivitäten des Forschungsverbundes auf Produktnähe, Nutzerorientierung und Praxistauglichkeit ausrichten. Die konsequente wirtschaftliche Umsetzung der Forschungsergebnisse stärkt die Innovationskraft am Standort und ist ein wichtiger Schritt auf Bayerns Weg an die Spitze des internationalen Wettbewerbs sowie zu globaler Sichtbarkeit und Marktpräsenz im Bereich der Elektromobilität.

Elektromobilität in der Cluster-Offensive

Die Elektromobilitäts-Aktivitäten wurden innerhalb der Cluster-Offensive Bayern unter Federführung des Clusters Automotive verstärkt. Als zentrale Koordinierungsstelle bündelt der Cluster Automotive die Aktivitäten der beteiligten Partner.

eCar Tec

Im Rahmen der Messe eCarTec wird jährlich der Bayerische Staatspreis für Elektromobilität in vier Kategorien vergeben. In diesem Wettbewerb stehen die Teilnehmer in einem internationalen Vergleich und können sich so potentiellen Auftraggebern empfehlen. Zudem unterstreichen Unternehmen mit der Teilnahme am eCarTec Award ihre Innovationskompetenz und fördern so die Marktposition ihrer Produkte und Technologien. Parallel zur eCarTec Messe findet der eCarTec Kongress statt und informiert mit seinen Vorträgen an zwei Tagen das Fachpublikum zu aktuellen Technologietrends im Bereich Elektromobilität. Verschiedene Cluster arbeiten im Programmbeirat zum eCarTec Kongress mit.

CoFAT (Conference on Future Automotive Technologies)

Seit 2012 organisiert der Cluster Automotive seit 2012 in Kooperation mit der Technischen Universität München die „Conference on Future Automotive Technology“ mit dem Schwerpunkt Elektromobilität. Diese Plattform ist ebenfalls ein wichtiger Baustein zur Vernetzung von Innovations- und Technologiekompetenzen. Bei fachspezifischen Projekten und Plattformen arbeiten die Cluster bilateral zusammen mit dem Ziel Kooperationen und Technologietransfer zu initiieren.

Kompetenzatlas Elektromobilität Bayern

Mit dem Kompetenzatlas Elektromobilität Bayern wird das Bayerische Know-how im Bereich der Elektromobilität von der Forschung bis zur industriellen Umsetzung abgebildet. Die Online-Datenbasis unterstützt interessierte Unternehmen, schnell und zielgerichtet geeignete Partner zu finden, um Projektkonsortien zu gründen oder Netzwerke zu knüpfen. Dargestellt werden alle in Bayern ansässigen Unternehmen und wissenschaftlichen Institute mit Aktivitäten und Kompetenzen, die für die Entwicklung und Herstellung sowie Schaffung geeigneter Energie- und Kommunikationsinfrastruktur in der Elektromobilität erforderlich sind.

Ladeatlas Bayern - WebApp

Das Suchen und Finden geeigneter Ladesäulen ist ein großes Alltagsproblem von Elektroautofahrern. Der Ladeatlas Bayern‚ bietet mit über 1.000 Einträgen einen nahezu vollständigen Überblick über öffentliche Ladestandorte, für zahlreiche Stationen mit Echtzeitdaten. Durch Neueinträge, Feedback und Nutzungsprognosen wird die Qualität kontinuierlich weiter gesteigert. Infrastrukturanbieter in Bayern können ihre Daten jederzeit ergänzen oder aktualisieren. Insbesondere Kommunen sind dazu aufgerufen, Ladestationen einzutragen!

Rahmenbedingungen zur Markteinführung

Im Rahmen einer interministeriellen Arbeitsgruppe mit Vertretern aus der Staatskanzlei und allen beteiligten Ressorts werden unter anderem finanzielle Anreize zur Marketeinführung der Elektromobilität diskutiert:

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Mit dem Jahressteuergesetz 2013 wurde der Nachteilsausgleichs für (Hybrid-) Elektrofahrzeuge bei der Besteuerung von Dienstwagen mit Elektroantrieb eingeführt. Die Regelung beinhaltet einen Abschlag für die Batterie, die im Vergleich zum Verbrennungsmotor derzeit noch teurer ist. Außerdem konnte eine Kfz-Steuerbefreiung für alle bis 2015 zugelassenen reinen E-Fahrzeuge von 5 auf 10 Jahren durchgesetzt werden. Bei Zulassung ab 2016 gilt die 5-jährige Steuerbefreiung. Mit dem Elektromobilitätsgesetz wurde die Grundlage zur Kennzeichnung von Elektrofahrzeugen und zur Einführung straßenverkehrsrechtlicher Sonderregelungen, wie zum Beispiel Parkprivilegien, geschaffen.

Allerdings müssen weitere Maßnahmen folgen. So setzt sich die Bayerische Staatsregierung für die Einführung einer Sonderabschreibungsmöglichkeit bei der Schaffung einer öffentlichen beziehungsweise halböffentlichen Ladeinfrastruktur sowie für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge ein.

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