Aktuelle Informationen

Änderungen der Verwaltungsvorschrift zum öffentlichen Auftragswesen (VVöA)

Als Reaktion auf die massiven Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die bayerische Wirtschaft und auf den Bedarf an schneller und effizienter Beschaffung hat die Staatsregierung die Wertgrenzen für Vergaben im Unterschwellenbereich für staatliche Auftraggeber deutlich erhöht.

Die Änderungen treten mit Bekanntmachung der neuen Verwaltungs­vorschrift zum öffentlichen Auftragswesen (VVöA) am 26. März 2020 in Kraft (BayMBl. 2020 Nr. 155). Sie finden die VVöA unter folgendem Link:

2020 Nr. 155 Verwaltungsvorschrift zum öffentlichen Auftragswesen (VVöA) - PDF-Fassung (PDF auf externem Server)

1. Dauerhafte Erhöhung von Wertgrenzen

Als erste Maßnahme werden die Wertgrenzen im Unterschwellen­vergabe­recht für staatliche Auftraggeber dauerhaft erhöht.

Bei der Beschaffung von Liefer- und Dienstleistungen durch staatliche Auftraggeber nach der Unterschwellen­vergabe­ordnung (UVgO) gelten folgende neuen Wertgrenzen (neue Wertgrenzen in Fettdruck, bisherige Wertgrenzen in Klammern):

DirektauftragVerhandlungsvergabeBeschränkte Ausschreibung
ohne Teilnahme­wettbewerb
5.000 Euro
(1.000 Euro)
100.000 Euro
(50.000 Euro)
100.000 Euro
(bislang keine Wertgrenze)

Die Wertgrenzen für die Beschaffung von Bauleistungen durch staatliche Auftraggeber gemäß der Vergabe- und Vertrags­ordnung für Bauleistungen Teil A (VOB/A) werden wie folgt festgelegt (neue Wertgrenzen in Fettdruck, bisherige Wertgrenzen in Klammern):

DirektauftragFreihändige Vergabe
Beschränkte Ausschreibung
ohne Teilnahme­wettbewerb
10.000 Euro
(3.000 Euro)
100.000 Euro
(50.000 Euro)
1.000.000 Euro
(bislang keine Wertgrenze)

2. Vorübergehende weitergehende Erhöhung der Wertgrenzen für Liefer- und Dienstleistungen

Darüber hinaus wird die Beschaffung von Liefer- und Dienst­leistungen durch staatliche Auftraggeber nach UVgO zur akuten Krisen­bewältigung befristet bis zum Ablauf des 30. Juni 2020 durch folgende Regelungen noch weiter erleichtert:

  • In der Corona-Krise begründete Beschaffungen (insbesondere medizinische Bedarfsgegenstände und Leistungen, die der Aufrechterhaltung des Dienstbetriebs in der Verwaltung dienen) dürfen bis zu einer Wertgrenze in Höhe von 25.000 Euro netto ohne die Durchführung eines Vergabeverfahrens durch Direktauftrag gem. § 14 UVgO durchgeführt werden, und

  • sämtliche Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb des EU-Schwellenwertes in Höhe von 214.000 Euro dürfen im Wege der Verhandlungsvergabe mit oder ohne Teilnahmewettbewerb oder im Wege der Beschränkten Ausschreibung ohne Teilnahme­wettbewerb vergeben werden.

3. Weitere langfristige Erleichterung bei der Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen

Bei der Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen durch staatliche Auftraggeber nach UVgO kann künftig die elektronische Kommunikation im Falle der Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb und der Verhandlungs­vergabe ohne Teilnahmewettbewerb einschließlich Angebotsabgabe und Zuschlag per einfacher E-Mail erfolgen.

Rundschreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zu Dringlichkeitsvergaben vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie

Aufgrund der Corona-Pandemie müssen Leistungen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversordnung und der Arbeitsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung häufig innerhalb extrem kurzer Fristen beschafft werden. Mit dem nachfolgenden Rundschreiben stellt das BMWi noch einmal die im Vergaberecht gebotenen Möglichkeiten umfassend dar und weist auch auf die Möglichkeit von Dringlichkeitsvergaben hin.
Das Rundschreiben richtet sich an alle Beschafferinnen und Beschaffer in Bund, Ländern und Kommunen.

Rundschreiben des BMWi vom 19. März 2020 (PDF auf externem Server)

Neue EU-Schwellenwerte für EU-weite Vergaben ab 1. Januar 2020

Die EU-Kommission hat die Schwellenwerte für EU-weite Vergabeverfahren neu festgesetzt.    

Ab 1. Januar 2020 gelten damit folgende EU-Schwellenwerte:

AuftragsartSchwellenwerteEU-Richtlinie
Liefer- und Dienstleistungsaufträge für oberste, obere Bundesbehörden und vergleichbare Bundeseinrichtungen139.000 Euro(EU) 2017/2365
zu 2014/24/EU
Liefer- und Dienstleistungsaufträge sonstiger öffentlicher Auftraggeber214.000 Euro(EU) 2017/2365
zu 2014/24/EU
Liefer- und Dienstleistungsaufträge von Sektorenauftraggebern428.000 Euro(EU) 2017/2364
zu 2014/25/EU
Bauaufträge5.350.000 Euro(EU) 2017/2365
zu 2014/24/EU
Konzessionen5.350.000 Euro(EU) 2017/2366
zu 2014/23/EU
Verteidigungs- und sicherheitsrelevante Liefer- und Dienstleistungsaufträge428.000 Euro(EU) 2017/2367
zu 2009/81/EG
Soziale und andere besondere Dienstleistungsaufträge

750.000 Euro

2014/24/EU


Aufgrund der inzwischen im deutschen Recht bestehenden dynamischen Verweisungen gelten diese Schwellenwerte ab dem 1. Januar 2020 in Deutschland unmittelbar. Eine gesonderte Umsetzung ist nicht erforderlich.

Inkrafttreten der neuen Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) ab dem 1. Januar 2018 für die staatlichen Vergabestellen

Mit Bekanntmachung vom 14. November 2017 hat die Bayerische Staatsregierung eine neue Verwaltungsvorschrift zum öffentlichen Auftragswesen (VVöA) zum 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt.

Danach haben die staatlichen Vergabestellen für Aufträge, deren geschätzter Auftragswert ohne Umsatzsteuer die Schwellenwerte gemäß §106 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) unterschreitet, die Verfahrensordnung für die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte (Unterschwellenvergabeordnung – UVgO) (PDF auf externem Server) ab dem 1. Januar 2018 anzuwenden.