Sonderfonds für Messen und Ausstellungen

Seit Beginn der Corona-Pandemie konnten Messen und Ausstellungen über Monate hinweg gar nicht oder nur stark eingeschränkt stattfinden. Dadurch hatte die gewerbliche Veranstaltungswirtschaft erhebliche Umsatzausfälle zu verkraften. Bis zum vollständigen Ende der Pandemie wird die Unsicherheit hinsichtlich einer Corona-bedingten Absage die Planung von Messen und Ausstellungen erschweren. Mit Hilfe des „Sonderfonds des Bundes für Messen und Ausstellungen“ soll dieses Risiko abgesichert werden.

Bundesweit stehen für den Sonderfonds 600 Millionen Euro zur Verfügung. Sie werden als Billigkeitsleistung ohne Rechtsanspruch gewährt.

Das Hilfsprogramm umfasst ausschließlich Messen und Ausstellungen im Sinne der Gewerbeordnung.    

Die Erstattung greift nur bei einer vollständigen Absage aufgrund behördlicher Anordnung mindestens zwei Wochen nach Registrierung der Veranstaltung bis 30. September 2022.

Die Registrierung und Antragstellung erfolgt ausschließlich online über die bundesweite IT-Plattform voraussichtlich ab 25. Oktober 2021. Die Bearbeitung und Prüfung der Anträge für Unternehmen mit Sitz in Bayern übernimmt die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern.

Das Portal zur Registrierung und Antragstellung sowie weitere ausführlichere Informationen finden Sie hier.

Bitte beachten Sie unbedingt die Antworten auf die häufig gestellten Fragen zur Antragstellung (FAQ), bevor Sie eine Veranstaltung registrieren oder den Antrag stellen.

Für den Sonderfonds gelten folgende Konditionen:

Antragsberechtigte

Antragsberechtigt sind private und öffentliche Unternehmen, die als Veranstalter Messen oder Ausstellungen im Sinne der §§ 64 und 65 GewO in Deutschland organisieren und durchführen, von einem inländischen Betrieb bzw. Sitz aus tätig sind und in Deutschland versteuert werden.

Laufzeit

Eine Erstattung durch den Sonderfonds ist bei Ausfall einer gewerblichen Messe oder Veranstaltung frühestens zwei Wochen nach Registrierung bis 30. September 2022 möglich.

Höhe der Erstattung

Ersetzt wird anteilig der tatsächlich entstandene Schaden. Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen den Kosten einer Veranstaltung einerseits und den erzielten Einnahmen, etwaigen Versicherungsleistungen und Förderungen andererseits.

Die Erstattung greift nur bei einem vollständigen Veranstaltungsverbot aufgrund behördlicher Anordnung oder öffentlich-rechtlicher Bestimmung bis 30. September 2022.

Abgesichert werden 80 Prozent des entstandenen Schadens mit bis zu 8 Millionen Euro je Veranstaltung. Die Bagatellgrenze liegt bei 20.000 Euro.

Einbußen durch Teilausfälle oder die Reduzierung der Teilnehmerzahl sind nicht abgesichert.

Erstattungsfähige Kosten

Erstattungsfähige Kosten sind u.a. Miet- und Pachtkosten, mobile Infrastruktur und veranstaltungsbezogene Kosten für Personal, Marketing und Kommunikation. Im Unterschied zu den Überbrückungshilfen werden keine betrieblichen Fixkosten erstattet.

Nähere Einzelheiten ergeben sich aus den FAQ.

Registrierung und Antragstellung

Um eine Absicherung über den Sonderfonds zu erlangen, ist eine Registrierung mindestens zwei Wochen vor Veranstaltungsbeginn und spätestens bis zum 28. Februar 2022 erforderlich. Die Registrierung und Antragstellung erfolgt über eine bundesweite IT-Plattform.

Im Falle eines behördlichen Verbots muss die Antragstellung auf Erstattung innerhalb von drei Monaten nach dem geplanten Durchführungsdatum der Veranstaltung, spätestens jedoch bis zum 15. November 2022, vorgenommen werden. Ein Antrag durch ein zum Zeitpunkt der Registrierung bereits bestehendes Verbot ist nicht zulässig.

Bei der Antragstellung hat der Begünstigte eine Abrechnung über die Veranstaltung und den tatsächlich entstandenen finanziellen Schaden einschließlich entsprechender Nachweise einzureichen. Diese Abrechnung muss von einem prüfenden Dritten (Steuerberater, Steuerbevollmächtigter, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer) erstellt oder geprüft sein.

Bewilligungsstelle in Bayern ist die IHK für München und Oberbayern. Sie überprüft die Angaben des Antragstellers und entscheidet über die Gewährung und Höhe der Hilfen.

Verhältnis zu anderen Programmen

Finanzhilfen aus anderen Zuschussprogrammen, die Hilfen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gewähren, werden auf den Sonderfonds angerechnet, soweit sich der Zeitraum und der Leistungszweck dieser Hilfen überschneiden.

Unternehmen in Schwierigkeiten

Unternehmen, die sich bereits zum 31. Dezember 2019 in wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Sinne der Allgemeinen Gruppenfreistellungsverordnung befunden haben und diesen Status danach nicht wieder überwunden haben, sind nicht antrags­berechtigt.