Pressemitteilung

14.03.2017 | Wirtschaftspolitik

Jahresbilanz 2016 zur Integration von Flüchtlingen bekannt gegeben

Aigner/Müller/Spaenle: "Erfolg der Initiative ‚Integration durch Ausbildung und Arbeit' zeigt: Bayern bei Integration von Flüchtlingen deutschlandweit Vorbild"

 

MÜNCHEN   Bayern ist bundesweit Vorbild bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Dieses Fazit kann die Bayerische Staatsregierung anhand der Jahresbilanz 2016 der Initiative ‚Integration durch Ausbildung und Arbeit‘ ziehen. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner: „2016 haben wir dank der Initiative insgesamt rund 60.500 Flüchtlinge in Praktika, Ausbildung und Arbeit gebracht. Unser gemeinsames Ziel, bis Ende 2016 20.000 Flüchtlinge zu vermitteln, wurde damit um das Dreifache übertroffen. Kein Bundesland leistet hier mehr. Das vorbildliche Zusammenspiel von Staatsregierung, bayerischer Wirtschaft und Arbeitsagentur ist einmalig.“ Auch beim Erreichen des mittelfristigen Ziels von 60.000 erfolgreichen Arbeitsmarktintegrationen bis Ende 2019 sieht Ilse Aigner die Initiative auf gutem Weg: „Mit bislang über 35.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen, davon rund 5.000 in Ausbildung, haben wir unser mittelfristiges Ziel bereits zur Hälfte erfüllt.“ Aigner weiter: „Das ist insbesondere ein Verdienst der bayerischen Unternehmen. Für ihren Einsatz möchte ich mich bedanken.“

 

Bayerns Arbeitsministerin Emilia Müller ergänzt: „Die Ergebnisse zeigen eindrücklich: Bayern hat frühzeitig die richtigen Weichen gestellt. Integration gelingt, wenn alle an einem Strang ziehen. Wir bieten den Menschen, die dauerhaft oder längerfristig bei uns bleiben, umfassende Unterstützung an, damit sie auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. So fördern wir bayernweit 41 Jobbegleiter, die rund 1.500 Flüchtlinge intensiv bei der Arbeitssuche betreuen. Die Jobbegleiter stehen aber auch nach der Arbeitsaufnahme als Partner für Flüchtlinge und Unternehmen zur Verfügung. So unterstützen wir zugleich die Wirtschaft dabei, Flüchtlinge als Arbeitskräfte zu qualifizieren und an sich zu binden.“

 

Bildungsminister Dr. Ludwig Spaenle: „Bundesweit einzigartig ist das bayerische Angebot der Berufsintegrationsklassen. Junge Flüchtlinge lernen in diesen auf zwei Jahren angelegten berufsvorbereitenden Klassen Deutsch; sie lernen unsere Werteordnung kennen und sie bekommen vor allem im zweiten Jahr einen ersten Einblick in die Ausbildungs- und Arbeitswelt. Dabei arbeiten die bayerischen Berufsschulen mit Bildungsträgern und Unternehmen eng zusammen. Die Anzahl der Berufsintegrationsklassen konnten wir in diesem Jahr auf rund 1.100 erhöhen. Ein wichtiges Ziel der Berufsintegrationsklassen ist die Eingliederung der Menschen in eine Berufsausbildung. Ein wichtiges Instrument sind verpflichtende Praktika. Allein im Jahr 2016 haben rund 4.500 Schülerinnen und Schüler dieser Klassen betriebliche Praktika absolviert. Flüchtlinge mit Ausbildungsvertrag werden in der Berufsschule zusätzlich berufssprachlich gefördert, damit sie den angestrebten Berufsabschluss besser erreichen können.“

 

Der Präsident der vbw - Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e.V., Alfred Gaffal, betont: „Die Integrationszahlen sind eine sehr erfreuliche und motivierende Zwischenbilanz, die uns auch in unserem bayerischen Motto ‚Wir machen das‘ bestätigt. In erster Linie verdanken wir diesen Erfolg unseren Unternehmen in Bayern, die sich in vorbildlicher Weise bei der Flüchtlingsintegration engagieren. Die vbw trägt mit dem Maßnahmenpaket ‚IdA - Integration durch Ausbildung und Arbeit‘ ihren Teil zu diesen guten Ergebnissen bei. Hierfür haben wir gemeinsam mit den bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeberverbänden bayme vbm insgesamt 6,7 Millionen Euro in zwölf erfolgreiche Initiativen gesteckt. Rund 30 Prozent der Teilnehmer, die unsere Projekte bislang absolviert haben, konnten erfolgreich in eine Einstiegsqualifizierung, eine schulische oder berufliche Ausbildung, ein Studium oder eine Beschäftigung vermittelt werden. Die Erfahrungen aus unseren Projekten zeigen aber auch: Wir brauchen bei der Integration von Flüchtlingen noch einen langen Atem und es gibt weiterhin viele Herausforderungen. Wenn alle an einem Strang ziehen, wird die Flüchtlingsintegration gelingen.“

 

Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK) Dr. Eberhard Sasse betont: „Bei allem Stolz auf das gemeinsam Erreichte: Die Integration bleibt eine Herkulesaufgabe. Unverzichtbar dafür bleibt das große Engagement der bayerischen Unternehmen für die Ausbildung und Beschäftigung von Flüchtlingen. Die bayerischen IHKs vertrauen darauf, dass die Staatsregierung die Integrationsleistung der Unternehmen weiter effizient und unbürokratisch unterstützt. Nur so werden die großen und deutschlandweit vorbildhaften Bildungsinvestitionen in die Flüchtlingsklassen an den bayerischen Berufsschulen langfristig Früchte tragen.“

 

Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT): „Die Ausbildung von Jugendlichen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen mussten, kann einen Teil zur Bewältigung unserer Nachwuchsprobleme beitragen. Das bayerische Handwerk liefert bereits einen großen Beitrag zur Integration dieser Jugendlichen: Aktuell sind bayernweit im Handwerk über 1.500 Jugendliche mit einem Fluchthintergrund in Ausbildung. Wir sind davon überzeugt, dass die integrative Kraft der Ausbildung im Dualen System eine große Chance bietet, die jungen Menschen zu einem Teil unserer Gesellschaft zu machen. Die Handwerksorganisationen stehen den Betrieben mit Ausbildungsakquisiteuren und -begleitern speziell für Flüchtlinge zur Seite. Aktuell starten wir in den nächsten Tagen in den Bildungszentren des bayerischen Handwerks Praxislernwerkstätten, um die Jugendlichen auf eine Ausbildung vorbereiten zu können. Wir sind sicher, dass viele dieser Jugendlichen sich dadurch künftig für eine Ausbildung in einem Handwerksberuf entscheiden.“

 

Ralf Holtzwart, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit: „Ich freue mich über das gute Ergebnis, das wir in enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern aus Politik und Wirtschaft, den Sozialpartnern und den sozialen Initiativen bis heute erreicht haben. Das kann sich wirklich sehen lassen. Gemeinsam wollen wir auch künftig alles daran setzen, den Geflüchteten Chancen in Bayern zu eröffnen und für die Bayerische Wirtschaft dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Wir werden die Arbeitgeber weiterhin darin unterstützen, Geflüchtete in ihren Betrieben auszubilden, zu beschäftigen und zu qualifizieren. Dafür stellen wir ein breites Portfolio an Förderangeboten und finanzieller Unterstützung bereit. Was wir mit dieser Partnerschaft bereits jetzt erreicht haben, stimmt mich zuversichtlich und zeigt, die Richtung stimmt.“

 

Die Initiative ‚Integration durch Ausbildung und Arbeit‘ wurde am 13. Oktober 2015 unterzeichnet. Partner sind die Bayerische Staatsregierung, die vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V., der Bayerische Handwerkstag e. V., der Bayerische Industrie- und Handelskammertag e. V. und die Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Die Partner haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt: In einem ersten Schritt sollten bis Ende 2016 20.000 Flüchtlingen einen Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplatz angeboten werden. Bis Ende 2019 wird das Gesamtziel von 60.000 erfolgreichen Arbeitsmarktintegrationen verfolgt.

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Pressemitteilung-Nr. 46/17