Pressemitteilung

26.09.2016 | Energiepolitik

Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichen technisch-planerisch machbare Varianten für den SuedLink und den SuedOstLink

Aigner/ Pschierer: "'Monstertrassen' sind vom Tisch - technisch mögliche Varianten für Erdkabelverläufe werden jetzt vor Ort diskutiert"

 

MÜNCHEN   Die aktuelle Diskussion über technisch-planerische Varianten für die Verläufe der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs(HGÜ)-Projekte SuedLink und SuedOstLink bezeichnet Bayerns Energieministerin Ilse Aigner als den Auftakt für die Beteiligung von Mandatsträgern und Bürgern. 

Aigner: "Es kommt jetzt darauf an, gemeinsam mit den Bürgern die sinnvollste Streckenführung zu entwickeln.“ Deshalb gelte es, die kommenden Monate bis zur Einleitung des ordentlichen Verfahrens gestalterisch zu nutzen. 

Energiestaatssekretär Franz Josef Pschierer, Leiter der Taskforce Netzausbau, ergänzt: „Es ist gut, dass jetzt diejenigen eingebunden werden, die die Gegebenheiten vor Ort kennen. Am Reißbrett lassen sich solche Entscheidungen nicht treffen.“

 

Aigner und Pschierer: „Alle bisherigen Planungen bezogen sich auf Freileitungen in weitgehend neuen Trassen. Das war für Mensch und Natur in einem Maße belastend, dass wir es nicht hinnehmen konnten. Mit der Vereinbarung der Koalitionsspitzen vom 01.07.2015 hat Bayern für die neuen HGÜ den Vorrang der Erdverkabelung durchgesetzt. Damit werden Mensch und Natur geschont. Unter dieser neuen Prämisse wurden die Planungen überarbeitet. Das war sinnvoll und notwendig, damit die Bevölkerung den Netzausbau und damit die Energiewende insgesamt mitträgt.“

 

Aigner weiter: „Wir werden die Varianten daraufhin überprüfen, ob unsere Maßgaben umgesetzt wurden. Klar ist allerdings jetzt schon“, so die Ministerin, „dass wir das Wort Monstertrassen aus unserem Sprachgebrauch streichen können: Wir haben 450 Kilometer neue Freileitungen mit 1500 bis 2000 neuen Masten quer durch Bayern verhindert. Es ist also spätestens jetzt offensichtlich, dass es bei Gleichstromleitungen auch anders geht: beide Leitungsvorhaben sind jetzt in allen Varianten komplett als Erdkabel vorgesehen. Nach Fertigstellung werden sie weitgehend unsichtbar sein.“ 

 

 

Die Übertragungsnetzbetreiber TenneT, 50Hertz und TransnetBW haben ihre Voruntersuchungen für die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs(HGÜ)-Projekte SuedLink und den SuedOstLink abgeschlossen. Um eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit zu ermöglichen, werden die verschiedenen Varianten der Erdkabelverläufe bereits zu diesem frühen Zeitpunkt – weit vor dem erst im Frühjahr 2017 beginnenden formalen Antragsverfahren – veröffentlicht. Eine Vorfestlegung erfolgt nicht. Berechtige Einwände und Bedenken können so in einem frühen Stadium berücksichtigt werden.

 

Aigner: „Erwartungsgemäß sind unter den vielen möglichen Varianten auch Streckenführungen, die uns nicht gefallen. Es dürfte inzwischen jedoch hinreichend bekannt sein, dass sich gegen den Widerstand Bayerns keine Leitungsvorhaben umsetzen lassen.“

 

Die Bayerische Wirtschaftsministerin wird sich morgen um 14.30 Uhr gegenüber der Presse zu den Vorschlägen des Übertragungsnetzbetreibers äußern (Ort: Wirtschaftsministerium). Dazu wird noch geladen. 

 

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Pressemitteilung-Nr. 181/16