Pressemeldung

13.11.2019 | Mobilfunk

Messungen an Bayerns ICE-Strecken und Autobahnen legen Lücken in der Mobilfunkversorgung offen

Aiwanger: "Kein Mobilfunkbetreiber erfüllt die Auflagen!"

MÜNCHEN   Der bayerische Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, hat die Mobilfunkbetreiber aufgefordert, bis Ende des Jahres die Lücken in der Mobilfunkversorgung vollständig zu schließen. Die Netzbetreiber hatten sich mit dem Erwerb der Mobilfunkfrequenzen für LTE/4G verpflichtet, bis Ende 2019 eine lückenlose Versorgung der Autobahnen und ICE-Strecken sicherzustellen.

 

Aiwanger stellte am Mittwoch die Ergebnisse der Nachmessungen an den bayerischen ICE-Strecken vor. „Kein Mobilfunkanbieter erfüllt bislang die Auflagen der Bundesnetzagentur vollständig“, erklärte Aiwanger. Es bestehe Nachbesserungsbedarf.

 

Die Messungen des vom bayerischen Wirtschaftsministerium beauftragten Unternehmens BBM ergaben folgende LTE/4G-Abdeckungswerte an den ICE-Strecken: Deutsche Telekom versorgt 90 Prozent, Vodafone 84 Prozent und Telefonica 74 Prozent der Strecken.

 

Aiwanger: „Unsere Messungen schaffen Klarheit und bestätigen die persönlichen Erfahrungen der Menschen. Die Versorgung entlang der ICE-Strecken ist ungenügend.“ Es bestehe zudem erheblicher Verbesserungsbedarf beim Telefonempfang innerhalb der Züge.

 

Die Auflagen der Bundesnetzagentur beziehen sich auf den Empfang außerhalb des jeweiligen Fortbewegungsmittels. Das Wirtschaftsministerium hat aber zusätzlich in den Zügen und Autos nachmessen lassen, um das tatsächliche Nutzerempfinden nachzubilden.

 

Aiwanger: „Wir stellen gravierende Unterschiede zwischen den Innen- und Außenmesswerten fest. Die Mobilfunkversorgung kommt nur gedämpft bei den Handynutzern an. Züge und Autos brauchen bessere Verstärker. Wir haben durchgesetzt, dass in künftigen Ausschreibungen für Züge durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft Signal-Verstärker gefordert werden.“

 

Zudem forderte Aiwanger die Deutsche Bahn auf, alles zu tun, damit die Reisenden vernünftig telefonieren und surfen könnten. Dazu solle sie die Netztechnik in den Zügen verbessern und Bahninfrastrukturen für eine bessere Leistung auch für Dritte nutzbar machen.

 

Neue Autobahn-Messungen

Vorgestellt hat Aiwanger auch die Ergebnisse von Messungen in den Autos auf bayerischen Autobahnen. Im September hatte der Minister bereits Outdoor-Nachmessungen des Beratungsunternehmens IK-T präsentiert, die folgenden 4G/LTE-Werte ergeben hatten: Telekom: 98 Prozent, Vodafone: 93 Prozent, Telefonica: 71 Prozent.

 

Auch bei den Autobahnmessungen wurde nun ein erheblicher Unterschied zwischen Outdoor- und Indoor-Empfang festgestellt.

 

Zum Zwecke der Übersichtlichkeit sind die Messergebnisse der Telefonstandards 2G, 3G und 4G kumuliert worden.  Bei diesen Messungen ging es also nicht um die 4G-Vorgaben der Bundesnetzagentur, sondern um das Nutzerempfinden im Fahrzeug.

 

Eine gute bis sehr gute Versorgung (Definition) erreichten die Mobilfunkversorger in den Autos nicht flächendeckend. Die Ergebnisse:

 

Telekom: 86 Prozent

Telefonica: 72 Prozent

Vodafone: 68 Prozent

 

Aiwanger: „Die Dämpfung durch die Karosserie ist offenbar erheblich. Hieran sollte seitens der Autoindustrie gemeinsam mit den Mobilfunkbetreibern gearbeitet werden.“

 

Der Wirtschaftsminister begrüßte die am Montag bekannt gewordene Absichtserklärung der Mobilfunkanbieter, nun gemeinsam 6000 neue Mobilfunkstandorte – davon viele in Bayern – zu errichten, als einen ersten Schritt. Das sei auch eine Folge unserer Initiative für eine bessere Mobilfunkabdeckung.

 

Aiwanger betonte: „Wir haben mit den Autobahndirektionen sowie den Landräten gesprochen, um Baugenehmigungen und Ausbauvorhaben rasch voranzubringen. Nun liegt es an den Netzbetreibern, ihren Verpflichtungen vollends nachzukommen. Der Bundesnetzagentur werden wir unsere Ergebnisse vorstellen und auch über Sanktionierungen sprechen.“

 

Alle Ergebnisse finden Sie auch online auf unserer Internetseite unter:

www.stmwi.bayern.de/mobilfunk

 

Jürgen Marks

Leiter Pressereferat

Mail: juergen.marks@stmwi.bayern.de

 

 


Pressemitteilung-Nr. 361/19