MÜNCHEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat mit dem Vorstand sowie mit Betriebsräten von MAN Truck & Bus über die Lage des Unternehmens beraten. Anlass der Gespräche war der angekündigte Abbau von 1700 Stellen an den Standorten München und Nürnberg sowie die geplante Verlagerung von Produktionsteilen nach Polen.
Aiwanger hat beide Seiten zum Strategiegipfel eingeladen: „Mein Ziel ist es, Vorstand und Belegschaft gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium an einen Tisch zu bringen, um Lösungen zu finden, die MAN-Standorte in München und Nürnberg strategisch noch besser aufzustellen. Die bayerischen Werke verfügen nach meiner Einschätzung über Stärken, die es so in Polen nicht gibt.“ Nach den Gesprächen habe er den Eindruck gewonnen, „dass es noch Ideen gibt, wie man bayerische Standorte stärken kann. Wenn wir gemeinsam kreativ sind, können wir vielleicht mehr Arbeitsplätze in den bayerischen Werken sichern.“
„Sehr hilfreich wäre, wenn Berlin und Brüssel künftig mehr Rückenwind statt Gegenwind produzieren würden“ so Aiwanger. Und weiter: „Die Industrie in Deutschland leidet unter zu hohen Steuern und Energiepreisen – darauf haben wir in Bayern keinen Einfluss. Hier muss der Bund endlich handeln und bessere Rahmenbedingungen schaffen.“ Auch die EU müsse ihre Politik überdenken: „Die überzogenen Klimaziele gehören auf den Prüfstand. Es ist unrealistisch, dass die Nutzfahrzeugbranche in fünf Jahren den CO -Ausstoß der künftigen Fahrzeugflotte halbiert. Dazu müsste jeder zweite LKW als Batteriefahrzeug ausgeliefert werden. Derzeit sind es europaweit nicht mal 2 Prozent Diese Mondziele gefährden den Industriestandort. Die Lkw-Branche wird wie schon die Automobilindustrie in ein ideologisches Messer getrieben, was am Ende die Beschäftigten ausbaden müssen. Sie müssten entweder jetzt viel Geld auf Produktionvolumina setzen, für die es sichtbar keine Kundschaft gibt oder sie riskieren existenzgefährdende Strafzahlungen. Die EU-Industriepolitik entwickelt sich immer mehr zum Totengräber unserer Wirtschaft. Eigentlich müssten die Gewerkschaften mit der Unternehmensführung zum Demonstrieren für weniger strenge CO2-Vorgaben nach Brüssel fahren.“
Als Staatsregierung könne man gewisse technologische Entwicklungen finanziell und durch Beratung unterstützen und mithelfen, kreative Ideen in den heimischen Standorten zu erarbeiten, „doch die großen Rahmenbedingungen werden in Berlin und Brüssel gesetzt“, unterstrich der Staatsminister.
Ansprechpartner:
Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
Pressemitteilung-Nr. 499/25

