Aiwanger: "Kasachstan bietet große Chancen für Bayerns Wirtschaft"
MÜNCHEN – Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und Wirtschaftsstaatssekretär Tobias Gotthardt haben den Staatspräsidenten der Republik Kasachstan, Kassym-Jomart Tokayev, zum Bayerisch-Kasachischen Technologieforum in München empfangen.
Nach einem persönlichen Gespräch erklärte Aiwanger: „Bayern hat großes Interesse daran, die wirtschaftlichen Beziehungen zu Kasachstan weiter zu intensivieren und langfristige Rahmenbedingungen für eine vertiefte Zusammenarbeit zu schaffen. Die bayerische Wirtschaft setzt dabei auf persönliches Vertrauen, Austausch auf Augenhöhe und konkrete Kooperationen zum beiderseitigen Nutzen. Der Besuch von Staatspräsident Tokayev ist für uns eine große Ehre und ein starkes Zeichen für die Verbundenheit zwischen Bayern und Kasachstan.“
Aiwanger und Tokayev eröffneten anschließend das Bayerisch-Kasachische Technologieforum. In seinem Grußwort betonte Aiwanger: „Der Besuch und das heutige Technologieforum geben wichtige Impulse für die Vertiefung unserer wirtschaftlichen und technologischen Zusammenarbeit. Das Forum bringt hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Gemeinsam wollen wir konkrete Kooperationsmöglichkeiten erschließen – unter anderem in den Bereichen Digitalisierung, Umwelttechnologien, Landwirtschaft und Maschinenbau.“
Kasachstan ist mit 20,6 Millionen Einwohnern ein dynamischer und strategisch wichtiger Partner Bayerns in Zentralasien. Zahlreiche bayerische Unternehmen wie Siemens, Linde, Horsch Maschinen und Knorr-Bremse sind bereits vor Ort aktiv. Das rohstoffreiche Land nimmt zudem eine wichtige Brückenfunktion zwischen Europa und Asien ein. Im vergangenen Jahr erreichte Kasachstan ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 300,1 Milliarden US-Dollar und ein Wirtschaftswachstum von 5,9 Prozent.
Das bayerisch-kasachische Handelsvolumen betrug 2024 rund 4,7 Milliarden Euro. Bayern importiert vor allem Rohstoffe. Bis zu 50 Prozent der Erdöllieferungen nach Bayern stammen aus Kasachstan.
Bayerische Unternehmen exportieren Maschinen sowie chemische und elektrotechnische Erzeugnisse nach Kasachstan. Die bayerischen Exporte wachsen dabei zweistellig. Kasachstan verfügt über große Vorkommen an fossilen Energieträgern, kritischen Rohstoffen, seltenen Erden und Metallen. Hinzu kommt ein großer und breit aufgestellter Agrarsektor.
Aiwanger erklärte: „Es gibt großes Potenzial, die wirtschaftlichen Beziehungen weiter auszubauen – gerade bei Umwelt- und Agrartechnologien. Mit rund 80 Millionen Hektar landwirtschaftlich nutzbarer Fläche bietet Kasachstan enorme Potenziale. Gleichzeitig bestehen Herausforderungen wie Wasserknappheit, Bodenerosion und der Sicherung der Ernährung. Bayerische Unternehmen können hier mit moderner Landtechnik, Speichertechnologien, Lösungen für die Wasserwirtschaft und Künstlicher Intelligenz wertvolle Partner sein.“
Um die bayerisch-kasachische Zusammenarbeit weiter zu verstärken, kündigte Aiwanger eine offizielle Delegationsreise nach Kasachstan im Mai 2027 an. Die Reise soll unter der Leitung von Staatssekretär Tobias Gotthardt stehen und sich auf die Kernbereiche Maschinenbau, Rohstoffe sowie Wasser- und Energietechnologien konzentrieren. Zudem wird derzeit die Einrichtung einer Bayerischen Wirtschaftsrepräsentanz in Kasachstan geprüft.
Ansprechpartner:
Jürgen Marks
Leiter Pressereferat
Pressemitteilung-Nr. 436/26


